Fußball

Der wichtigste deutsche Fußballer: Trauer um Gerd Müller

Seit sechs Jahren war er wegen Alzheimer ein Pflegefall. Dennoch war die Betroffenheit groß, als Bayern München Sonntag Mittag den Tod des größten deutschen Torjägers aller Zeiten, Gerd Müller, bekanntgab. Im 75. Lebensjahr friedlich eingeschlafen. Alle, die ihn kannten, haben ihn als einfachen, ehrlichen Menschen in Erinnerung. Der vom Provinzkicker aus ärmlichsten Verhältnissen im schwäbischen Nördlingen zum Weltstar wurde, ohne dessen Tore  es Bayern in der heutigen Form nicht geben würde. Wie „Kaiser Franz“ Beckenbauer schon seit Jahrzehnten zu Recht behauptete. Zu denen, die um Müller trauern, zählen auch zwei Wiener aus Simmering, die mit ihm bei Bayern zusammen spielten: Gustl Starek  in der Erfolgssaison 1968/69, Peter Pumm sogar drei Saisonen lang. „Er hat zum Schluss nichts mehr gewusst“, weiß Starek, der noch immer Kontakt zu Müllers Frau Uschi hat. Beim Bild oben mit Starek aus dem Jahr 1969 im Stadion an der Grünwalder Strasse  hält Müller die Pokale für den Fußballer des Jahres und den Schützenkönig in Händen. Der er siebenmal war. Sein Rekord mit 40 Toren aus der Saison 1971/72 hielt bis heuer, bis Robert Lewandowski einmal öfter traf.

1964 kam der Torjäger aus Nördlingen nach München. Wurde vom damaligen Trainer“Tschik“  Cajkovski anfangs als „kleines, dickes Müller“ bezeichnet. Nicht lange. Sepp Maier im Tor, davor Franz Beckenbauer, ganz vorne Müller, das war für ein Jahrzehnt die zentrale Erfolgsachse der Bayern. 1968/69 unter dem strengen Trainer Branko Zebec gehörte auch Starek dazu, Sozusagen als „Verbindung“ zwischen Beckenbauer und Müller mit vielen Vorlagen zu Müllers Toren. Die es nicht mehr gab, als im ersten Spiel der nächsten Saison Stareks Kreuzband riss. Müller erzielte in 472 Spielen für Bayern bis 1979, bis zu seinem Wechsel in die USA zu den Fort Lauderdale Strikers 365 Tore. Gewann den Weltpokal,  dreimal den Europacup der Meister, einmal den der Pokalsieger, wurde je viermal deutscher Meister und Pokalsieger. Überdies mit Deutschland 1972 Europameister und zwei Jahre später in München Weltmeister. Sein entscheidendes Tor zum 2:1 im Finale gegen Holland war typisch für ihn: Schnelle Drehung im Strafraum, Schuss, Tor. Das war sein Markenzeichen. Nicht nur Starek sieht in Müller den wichtigsten Fußballer in der Geschichte Deutschlands. Schon allein, weil er die wichtigsten Tore erzielte. In einer Zeit, in der das große Geld in den Fußball kam.

Noch Abend des WM-Titels beendete er mit 28 Jahren seine Teamkarriere. Aus Ärger, weil die Spielerfrauen nicht zum WM-Bankett durften. In der Qualifikation zur WM 1970 gegen Österreich traf Müller sowohl  beim 2:0 in Wien als auch zum 1:0 in Nürnberg. Dort praktisch in letzter Sekunde. Den Strafraumstürmer Müller durfte man eben keine Sekunde aus den Augen lassen. Die Österreicher mochte er. Um mitunter Montag Abend im ORF bei Kurt Jeschkos legendärem „Sport am Montag“ in Wien aufzutreten, ließ er sich nicht nur einmal von einem befreundeten Taxlifahrer von München nach Hietzing ins  damalige Studio nach Hietzing in die Maxinggasse chauffieren, nach der Sendung wieder zurück. Spesen verrechnete r nicht. Es war ihm das wert, dem liebenswerten Gerd, der zuletzt vor acht Jahren öffentlich aufgetreten war.

Foto: FC Bayern München.

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