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Derzeit ist es lustig, Austrianer zu sein: Rapid hat etwas dagegen

Mindestens 38.000 Zuschauer Sonntagnachmittag bei den Spitzenspielen der Meistergruppe: Zunächst 17.000 bei Red Bull Salzburg gegen Sturm Graz, mindestens 21.000 beim 345. Wiener Derby zwischen Rapid und Austria. Mehr als 17.000 Plätze werden in Salzburg nicht geöffnet, daher ist die Bude voll, wie Trainer Thomas Letsch zufrieden konstatierte. Für ihn ist das Duell gegen den Meister und Tabellenführer etwas Besonderes. Salzburg blieb in 31 Heimspielen der Meistergruppe ungeschlagen, feierte 24 Siege, verlor keines der letzten acht Heimspiele gegen Sturm. Die zweite Hälfte beim letzten 3:1 gegen die Grazer war im Februar die beste Leistung dieser Saison der Salzburg, die als einzige Mannschaft der Meistergruppe in den ersten zwei Runden zwei Siege feierte. Von den sieben Ausfällen schmerzt sicher der des israelischen Ideengebers Oscar Gloukh am meisten, weil Sturm mit Otar Kiteishvili und Malcom Yalcouye  im Mittelfeld herausragende Spieler hat.

In Hütteldorf wird die Austria ein ganzes Stadion gegen sich haben. Weil es wie im Februar für die Rapid-Fans, jetzt auch für die der Austria im Auswärtsderby keinen Gästesektor gibt. Dennoch versichert Trainer Robert Helm: „Wir gehen mit breiter Brust in dieses Spiel!“ Seit zehn Auswärtsspielen ungeschlagen, in den letzten vier Runden kein Tor kassiert, erstmals seit langer Zeit zehn Punkte mehr als Rapid vor dem Derby. Für die Austria beginnen elf entscheidende Tage, nach denen feststehen wird, wie es um die Chancen auf den ersten Meistertitel seit 2013 steht: Auf das Derby folgen die Heimspiele gegen Salzburg und Sturm. Ob dann Sportvorstand Jürgen Werner wieder so wie zuletzt am Freitag feststellen kann, dass es derzeit lustig ist, ein Austrianer zu sein?  Dazu bräuchte die Austria einen Stürmer, der so trifft, wie derzeit ein ehemaliger Austrianer: Fisnik Asllani, letzte Saison Leihspieler von Hoffenheim bei Violett, erzielte Samstag beim 3:1-Auswärtsiseg von Elversberg, dem Sensationsdritten der zweiten deutschen Liga, gegen Hannover alle drei Tore. Insgesamt schoss der Teamstürmer des Kosovo in 28 Spielen 17, bei Austria waren es nur fünf in 21 Partien.

Rapid will die Austria schon Sonntag einbremsen. Beide Heimderbys unter Trainer Robert Klauß hat Rpaid gewonnen. Drei Heimsiege hintereinander gegen Austria gelangen zuletzt noch im ehemaligen Hanappi-Stadion zwischen 2008 und 2010, als der Trainer Peter Pacult hieß. Jetzt hofft Klauß zum dritten Mal hintereinander in Hütteldorf gegen Austria jubeln zu können, zumal Guido Burgstaller wieder zum Kader gehört. Auf den Kurzeinsatz in Stockholm könnte auch einer im Derby folgen: „Der Sieg gegen Djurgarden tat unsere Seele und unserem Selbstvertrauen gut“, versicherte Burgstaller. Also müßte Rapid mehr zu bieten haben, als bei den letzten Niederlagen gegen Salzburg und Sturm. Sky bietet für die Live-Übertragung Legenden beider Klubs, Andi Herzog und Peter Stöger, als Co-Kommentatoren auf. Wobei Stöger als Spieler auch eine Rapid-Vergangenheit hat, zum Unterschied von Herzog Meister wurde.

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