Nichts wurde es mit dem dritten Finale in der Youth League für den FC Salzburg. Die Träume davon platzten Freitagnachmittag im Semifinale des Final Four in Nyon am Genfer See, obwohl Salzburg diskussionslos die bessere Mannschaft war. Aber die einzigen zwei Schüsse, die auf das Tor von Christian Zawieschitzky gingen, waren perfekt. Daher gewann Trabzonspor vor seinen begeisterten Fans, die nach dem Siegestor den Rasen stürmten, 2:1 (0:0), trifft Montag im Endspiel auf den FC Barcelona, der Alkmaar 1:0 besiegte. Auf dem Weg unter die letzten vier schaltete Salzburg zuvor Titelverteidiger Olympiakos und Atletico Madrid aus, besiegte in der Ligaphase auch Leverkusen und Paris St. Germain. Um so ärgerlicher das Scheitern gegen Trabzonspor.
Trotz der sieben Ausfälle hieß Salzburgs Matchplan, aktiv zu sein. Das gelang auch. Salzburg dominierte Match und Gegner, hätte nach 37 Minuten in Führung gehen müssen. Da gab es einen Elfmeter, bei dem Oliver Lukic zwar den Tormann ins falsche Eck schickte, aber nicht ins Tor traf. Der Ball ging knapp vorbei. Der erste Schuss von Trabzonspor auf das Salzburger Tor bedeutete nach 73 Minuten die Führung für Trabzonspor, war ein unhaltbarer Knaller. Zwei Minuten zuvor hatte Trainer Daniel Beichler den erst 16 jährigen Stürmer Dominik Dobis eingewechselt, der vor kurzem die entscheidenden Tore zur WM-Qualifikation von Österreichs U 17-Team erzielt hatte. Im hektischen Finish konnte er nichts mehr bewirken. Salzburg gelang gegen die euphorisierten Türken zwar durch den schwedischen Innenverteidiger John Mellberg, der nach einer Lukic-Ecke in der 85. Minute den Ball im zweiten Versuch über die Linie brachte, aber vier Minuten später folgte die kalte Dusche. Wieder durch einen Distanzknaller. Eine Chance zum Ausgleich gab es nicht mehr. Ganz bitter.
„Wir müssen es akzeptieren“, meinte Beichler, „so ist Fußball. Sie schießen zweimal aufs Tor und das leider eben richtig gut. Wir konnten aus unserer Überlegenheit und zahlreichen Möglichkeiten im gegnerischen Strafraum leider nichts machen und das war am Ende der Unterschied. Alle sind brutal enttäuscht!“ Sowohl die Spieler als auch das Trainerteam. Die wirklich starke Youth League-Saison endete ein Spiel zu früh: „Es wird schon etwas brauchen, um das zu verdauen!“ Ob es ohne Ausfälle mit dem Finale geklappt hätte? Dass in Salzburg der Titelkampf in der Bundesliga mehr zählt als die Youth League, muss man verstehen. Vielleicht hätte es auch schon gereicht, wen Toptorjäger Philipp Verhounig fit gewesen wäre.
Foto: APA/Keystone.
