Fußball

Zehn Salzburg-Tore zur Einstimmung: Die erste Saison im Krisenmodus und mit Ampel

Wie immer in den letzten Jahren ist Serienmeister Red Bull Salzburg der heißeste Tipp im Titelkampf. Das unterstrich er nochmals Mittwoch Abend mit einem 10:0 in der ersten Runde des Uniqa-Cups bei Schwarz Weiß Bregenz, obwohl Andreas Ulmer, Jerome Onguene, Zlatko Junuzovic, Dominik Szoboszlai, Karim Adeyemi, Noah Okafor und Mergim Berisha fehlten. Schon zur Pause stand es 8:0, wobei Patson Daka viermal traf. In der zweien Hälfte kam Max Wöber zu seinem ersten Tor für die Bullen in einem Pflichtspiel.

Am ehesten traut man Vizemeister Rapid, Wolfsberg und dem LASK zu, ab Freitag dem Meister das Leben schwer zu machen. Vielleicht auch 2021 im Finaldurchgang nach der Punktehalbierung. Wie immer wird der Aufsteiger, diesmal Ried, zu den Abstiegskandidaten gezählt. In dem Kreis bewegen sich auch die verjüngte Mannschaft des WSG Swarovski Tirol, die nur durch den Mattersburger Konkurs den Abstieg verhindern konnte, die Admira und St.Pölten. Aber ansonst beginnt Freitag mit Rapid gegen Admira und der offiziellen Eröffnung zwischen dem LASK und der Austria im Linzer  Stadion eine Saison, die es in dieser Form noch nicht gab. Voll im Krisenmodus, erstmals im Zeichen der Corona-Ampel.

Man muss es so sehen: Selbst wenn die Ampel auf grün bleibt, liegen damit zehn der zwölf Vereine unter dem Zuschauerschnitt aus dem Herbst 2019. Selbst Krösus Salzburg, der die Red Bull Arena zum absoluten Nichtraucher-Stadion erklärte, muss mit einem Millionenverlust rechnen, kann den aber auf Grund seiner Reserven besser als alle anderen „abfedern“. Wenn ab Oktober die Beschränkungen der  Zuschauerzahlen rechtswirksam sind, wenn die Ampel wie derzeit in Wien, Linz und Graz auf gelb steht, dann steigt die Gefahr, dass durch die damit verbundene Steigerung der wirtschaftlichen Probleme bald bei einigen Klubs die Lichter ausgehen.  Ligavorstand Christian Ebenbauer  lebt mit der Hoffnung, dass dabei die Politik mit Maß und Ziel agiert, hat den Traum, im Frühjahr 2021 den Finaldurchgang wie gewohnt durchführen zu können, gibt aber zu, dass bei diesem Wunsch die Skepsis groß ist. Im Fußball nach dem Prinzip Hoffnung zu leben, ist immer schlecht. Und ehrlich: Was soll an der Corona-Situation im Oktober und November besser sein als aktuell? Die Gesellschaft wird immer gegenüber dem Sport Vorrang haben. Daher müssen sich alle Klubs weiter über die Covid-Prävention  den Kopf zerbrechen. Wie viele Zuschauer dürfen wo sitzen, wie viele Eingänge und WC-Anlagen werden geöffnet usw.

In diesem Szenario einen Fußballklub wie einen Betrieb zu führen und über Wasser zu halten,  wird sehr hart. Wahrscheinlich noch härter, als den Neustart im Frühjahr nach der Corona-Pause, der doch klappte, klaglos über die Bühne zu bringen. Bei dem sich zeigte, dass wegen eines positiven Covid 19-Tests nicht gleich ein Spiel abgesagt werden muss. Aber bei diesen Szenarien droht doch der Verlust von Fans. Mit jedem Tag, in dem sie nicht wie gewohnt in die Stadien dürfen, wird es einige geben, die das Interesse verlieren. Für die bedeutet es auch keinen Ersatz, die Spiele via TV zu konsumieren. Wenn man darauf warten muss, dass es einen Impfstoff gibt und alle durchgeimpft worden sind, kann das Leben mit der Corona-Ampel noch Jahre dauern, Es wird auch immer schwerer, Abonnenten irgendwie glaubwürdig zu erklären, warum nur ein Teil von ihnen in die Stadien darf, der andere wieder nicht.

Unter solchen Vorzeichen begann noch keine Saison. Vor der auffällt, das neun der zwölf Bundesligavereine mit dem alten Trainer starten. Nur der LASK mit Dominik Thalhammer, Sturm Graz mit Christian Ilzer und die Wiener Austria mit General Manager Peter  Stöger setzen auf neues Personal. Die Rückkehr von Stöger auf Austrias Betreuerbank nach sechs Jahren  bedeutet zugleich die spektakulärste und spannendste Personalie in der Sommerpause. Spektakulärer  als jeder  Spielertransfer. Aber vielleicht kommt da noch etwas. Denn erstmals läuft ja auch die Transferzeit bis zum 5. Oktober. Und erstmals wird Hartberg Samstag zu einem Auswärtsspiel fliegen.

Ein Tagestrip von Graz nach Vorarlberg zum Duell gegen Altach und wieder zurück. Auch das unterstreicht den Aufstieg der Steirer vom Dorfklub zu einem Europacupteilnehmer in zwei Saisonen. Nicht mehr dabei ist der Ex-Austrianer David Cancola. Der 23 jährige Mittelfeldspieler wechselte ablösefrei zum tschechischen Erstligisten Slovan Liberec, mit dem er in der Qualifikation zur Europa League gegen den FK Riteriai aus Litauen spielen wird. Sozusagen Hartberg in Tschechen-Version.

Foto: Red Bull Salzburg.

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