Freitag beginnt die 26. Saison der ICE League. Von den Mannschaften, die 2000 beim Auftakt dabei waren, sind noch der KAC, Vilach die Grazer 99ers, die Linzer Black Wings und die Innsbrucker Haie dabei. Neuling ist diesmal Ferencvaros Budapest als zweite ungarische Mannschaft zu Fehervar. Bis 1. März bestreiten 13 Teams jeweils 48 Partien, also zwei Durchgänge mit Hin- und Rückspiel, wie gewohnt kommen die erste sechs direkt ins Viertelfinale des Play-offs, die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn kämpfen in den Pre Play-offs um die freien zwei Plätze, Alles spricht für den fünften Titel des EC Red Bull Salzburg in Serie. Auch weil die Gebrüder Raffl (Bild) erstmals seit ihren Villacher Zeiten nach 16 Jahren wieder zusammenspielen: Der 39 jährige Kapitän Thomas wird, sofern er nicht verletzt wird, im Jänner sein 1000. Ligaspiel bestreiten, der drei Jahre jüngere Michael, für Österreich ein Ausnahmespieler und für die Liga eine Attraktion, kehrt nach zwei Jahren in Schweden bei Leksands, 692 Spielen in der NHL bei Philadelphia, Washington und Dallas sowie zwei Saisonen in der Schweiz bei Lausanne, insgesamt 14 Jahren im Ausland, zurück. Auch für den neuen Trainer des Meisters ist es ein Österreich-Comeback: Der 59 jährige Manny Viveiros verabschiedete sich 2014, war damals Teamchef und Sportdirektor des KAC.
Salzburgs Herausforderer? Herbert Jerich, der Präsident der Grazer 99ers, letzte Saison grenzenlos enttäuscht vom k.o im Viertelfinale gegen Linz, spricht offen von der Titelchance, macht Druck auf Sportchef Philipp Pinter und Harry Lange. Statt 16 Einkäufen wie letzte Saison gab es „nur“ sieben, viel erhofft man vom neuen 32 jährigen Tormann Max Legace, der NHL-Erfahrung hat, letzte Saison Rückhalt des schwedischen Topklubs Färjestad beim Vorstoß ins Finale der Champions League war. Nicht so offen, aber doch spricht man auch in Klagenfurt beim KAC, bei dem nach dieser Saison die Verträge von fünf österreichischen Spitzenspielern, etwa von Verteidiger Thimo Nickl auslaufen, und Bozen vom Titel. Als Geheimtipp gilt für manche Pustertal dank attraktiver Einkäufe, die der Sponsor, die Falkensteiner-Gruppe, möglich machte. 14 Neue engagierten nach zwei verpatzten Saisonen die Vienna Capitals. Kaum ein Stein blieb auf dem anderen. Aufgrund einer Umfrage bei den Fans gibt es die Rückkehr zu schwarzen Heimtrikots.
Mittwoch präsentierte Vizepräsident Philipp Feösinger, die Geschäftsführer Lukas Garhofer und Patrick Wondra sowie Sportchef Christian Dolezal ihre Visionen für den Höhenflug unter die erste sechs bezeichnenderweise am Donauturm. Dazu gehört das bisher höchste Sportbudget für die Mannschaft. In siebenstelliger Höhe, um fünf Prozent mehr als in der letzten Meistersaison 2016/17. Es gibt Modernisierungen in der Kagraner Steffl-Arena, zur Vorbereitung wurden zwei Sportwissenschaftler engagiert, die für die richtige Trainigssteuerung sorgten. Dolezal achtete darauf, mit den Einkäufen die Mannschaft größer zu amchen. Die Körpergröße stieg von 1,80,2 Meter im Schnitt auf 1,84,1. Das erste Ziel ist erreicht. Der neue Tormann Evan Cowley ist 1,93 Meter groß, er spielt seit 2019 in Europa, hatte Stationen in Polen, Dänemark, der Slowakei, Frankreich, Italien und zuletzt in Schweden, wo er bei Oskarshamn auf eine Fangquote von 93,5 Prozent kam. Man hört Gutes vom neuen Verteidiger Randy Gazzola, einem Italo-Kanadier. Beim neuen Kapitän Linden Vey, dem teuersten Spieler der Vereinsgeschichte, sprechen viele vom besten Spieler der Liga, der möglicherweise sogar zu gut sein könnte, weil seine Ideen die Mitspieler überfordern. Der 34 jährige gewann mit Kanada bei Olympia 2018 in Südkorea, als keine NHL-Spieler dabei waren, Bronze, spielte in der NHL bei Los Angeles, Vancouver und Calgary, wurde 2018 mit Zürich Schweizer Meister, ein Jahr später mit ZSKA Moskau rusisischer Champion, gewann letzten Dezember mit Fribourg den renommierten Spengler-Cup in Davos.
Mit Kapitän Mario Fischer und Niki Hartl beendeten langjährige Stützen ihre Karriere, mit den Verteidigern Raphael Wolf und Lorenz Lindner sowie den Stürmern Marco Richter, einem Heimkehrer, Senna Peeters und Sam Antonitsch kamen „interessante“ Österreicher dazu. Der Stab des nicht unumstrittenen Trainers Gerry Fleming wurde um die Caps-Legende Rafael Rotter als Individualcoach erweitert. Freitag gastieren die Capitals in Laibach, Sonntag gastiert Ferencvaros in Wien. Mehr werden die nächsten Heimspiele gegen Linz und Titelverteidiger Salzburg zeigen. Neu ist auch der TV-Partner der Liga, der ORF. Acht Spiele sind live in ORF 1 zu sehen, als erstes am Sonntag Salzburg gegen KAC, 22 in ORF Sport +.
Eine ganz besondere Attraktion wird am 13. Dezember anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Vienna Capitals die Night of Legends sein. Ein Team von Capitals-Legenden trifft auf eine Mannschaft mit tschechischen Olympiasiegern von 1988 und Weltmeistern. Der 53 jährige Jaromir Jagr, der alles gewonnen hat, was man nur gewinnen kann, kommt ebenso nach Wien wie die Torhüterlegende Dominik Hasek. Auch einige ehemalige Capitals-Größen haben zugesagt: Jonathan Ferland, der letzte Meisterkapitän, Benoit Gratton oder Bobby Wren, der zur ersten Meistermannschaft 2004/05 gehörte. Phil Lakos und Rotter werden nochmals die Trikots mit den Nummern vier und sechs anziehen. Im Tor wird die langjährige Nummer eins im Nationalteam, Bernhard Starkbaum, der aktuelle Goalie-Coach der Capitals, spielen
Foto: EC Red Bull Salzburg.
