Fußball

Die „Rentnerband“ von Österreich und Deutschland spielt in Tirol

Vergleiche zwischen der Bundesliga in Deutschland und Österreich sprechen in finanzieller Hinsicht eine klare Sprache. Da gibt es ein Verhältnis von 10:1. Aber es gibt durchaus Parallelen. Etwa, dass in beiden Ligen die „Bullen“ die jüngsten Mannschaften sind: In Deutschland RB Leipzig mit einem Durchschnittsalter von 24,5 Jahren, gefolgt von Schalke (24,8), in Österreich ist Red Bull Salzburg mit 24,1 Jahren sogar noch etwas jünger. Auf Platz zwei folgt Rapid mit 24,7. Österreichs Bundesliga hat mit einem Schnitt von 25,6 Jahren die etwas jüngeren Kader als die deutsche (25,7).

Hinter der Jung-Welle in Leipzig un Salzburg steckt ein Name: Ralf Rangnick. Als er noch Sportchef bei beiden Klubs war, gehörte es zur Philosophie,keinen Spieler zu holen, der älter als 24  ist. Rangnicks Nachfolger in Salzburg (Christoph Freund) und Leipzig (jetzt Markus Krösche) blieben bei der Linie. Salzburg Oldie ist Tormann Alexander Walke mit 36, dann folgen Kapitän Andreas Ulmer (34) und Zlatko Junuzovic (32), der die Ausnahme der Salzburger Regel ist: Er wurde als 30 jähriger gekauft. Im Salzburg-Kader standen im  Herbst zwei 19 jährige (Erling Haaland, Dominik Szoboszlai) und drei 20 jährige (Antoine Bernede, Mohamed Camara und Sekou Koita). Für das Frühjahr kamen nach Haalands Abgang ein 18 jähriger (Karim Adeyemi) und ein 20 jähriger (Noah Okafor) dazu. Leipzigs ältester Spieler ist Ex-Salzburg-Keeper Peter Gulacsi (29), die Youngsters sind der Brasilianer Luan Candido (18) und der Waliser Ethan Amapadu (19).

In Österreich hat der aktuelle Tabellenführer LASK den drittjüngsten Kader (25,5 im Schnitt), der um 1,4 Jahre jünger ist als der des deutschen Leaders Bayern München (26,9). Den Bayern-Schnitt hat in Österreich keiner der zwölf Klubs,  am nächsten kommt Hartberg (26,8). In beiden Ligen hat ein Aufsteiger den ältesten Kader, was nachvollziehbar ist, da  diese Mannschaften stets auf Erfahrung setzen. In Deutschland ist dies Union Berlin mit seinem 33 jährigen österreichischen Kapitän Christopher Trimmel und noch sechs Spielern über 30.  Das bringt einen Schnitt von 27,8 Jahren. Der von WSG Swarovski Tirol liegt mit 28,2 Jahren noch etwas drüber. Die „Rentnerband“ von Deutschland und Österreich spielt also in Tirol, hat seit Jänner den ältesten Bundesligaspieler beider Länder. Der 37 jährige „Major“ Stefan Maierhofer (Bild oben) bewies bei seinen bisherigen Einsätzen, topfit zu sein. Zlatko Dedic (35) Und  Ione Cabrera (34) führen die Garde der über 30 jährigen der Tiroler, die  sechs Mann umfasst, an. Im Herbst gehörte auch noch Florian Mader  dazu, der nach der Herbstsaison seine Karriere beendete. Mit 37. Die junge Garde in Tirol? Kelvin Yeboah (19), Simon Beccari und Michael Svoboda (je 21). Wobei Beccari in der Bundesliga bisher nur einmal im Tor stand,als der  acht Jahre ältere Ferdinand Oswald gesperrt war.

In Österreich arbeiten die im Schnitt jüngeren Trainer. 45,1 Jahre beträgt er, in Deutschland sind es 49,7 Jahre. In Österreichs Liga arbeitet kein Trainer über 60 wie der Schweizer Lucien Favre bei Borussia Dortmund (62). Allerdings auch keiner, der erst 32 Jahre alt ist wie Julian Nagelsmann bei RB Leipzig, der bereits mit 28 vor vier Jahren als Cheftrainer bei Hoffenheim begonnen hatte. Sturm Graz hat den jüngsten Trainer von Österreichs Bundesliga unter Vertrag. Nestor el Maestro ist mit 37 Jahren der einzige unter 40. Der älteste arbeitet bei Altach: Der Holländer Alex Pastoor hat 53 Jahre auf dem Buckel.

Österreichs Schlusslicht St.Pölten ist der zweite Rekordverein beider Länder: Keiner setzte bisher so viele Spieler ein. 34 kamen in 22 Runden bei Trainer Alexander Schmidt zum Zug, bevor seine Ära zu Ende ging. Die meisten in Deutschland verbrauchten Hertha BSC Berlin  und Werder Bremen mit jeweils 30. Beim westlichen Nachbarn wurden vor der Corona-Pause drei Runden mehr gespielt als in Österreich. Bayern kam bisher mit 24 aus. Das schafften in Österreich  Hartberg, Mattersburg und Wolfsberg. St.Pölten am nächsten kam St. Pöltens Ex-Trainer Didi Kühbauer mit Rapid. Das sind es bisher 31. Darunter die zwei Winterkäufe (Dejan Petrovic, Ercan Kara) und einige Talente, die nur auf zwei Spiele oder eines weniger kamen: Dalibor Velimoric, bevor ihn die Knieverletzung stoppte, Leo Greiml, Nicholas Wunsch, Melih Ibrahimoglu, Lionel Schuster,  Adrian Hajdari und Yusuf Demir, der grün-weiße Rekordspieler in Sachen Jugend. Tabellenführer LASK setzte bisher wie Sturm Graz und WSG Tirol 26 Spieler ein, Meister Salzburg einen mehr. Wie die Austria und Admira.

 

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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