Fußball

Die Trauer über Graz war größer als der Jubel über ein souveränes 4:0

Der Schock und die Trauer über den fürchterlichen Amoklauf von Graz mit elf Toten erfasste auch Österreichs Team neun Stunden vor dem Anpfiff zum WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino in Serravalle. Michael Gregoritsch etwa, ein gebürtiger Grazer, kennt die Schule, in der die Wahnsinnstat passierte, in deren Nähe er aufwuchs.  Die österreichischen Fans verzichteten auf den geplanten Marsch zum Stadio Olimpico, bereits zwei Stunden vor Anpfiff hing ein schwarzer Bnner mit zwei weien Kreuzen und der Aufschrift Graz vor der Tribüne. Unter diesen Umständen war es ein schwieriger Abend. Die Österreicher spielten mit Trauerflor, vor Anpfiff gab es eine Trauerminute. Die Pflichtübung gelang it einem sicheren 4:0 (4:0). So stand es bereits nach 27 Minuten. Der Jubel über die vier Tore fiel verhalten aus.

Es gab vier Umstellungen gegenüber dem 2:1 gegen Rumänien und auch eine andere taktische Grundordnung. Teamchef Ralf Rangnick entschloss sich zu einem 4-1-3-2. Stefan Posch begann statt Patrick Wimmer als rechter Verteidiger, Marco Friedl ersetzte im Abwehrzentrum Max Wöber, der zur Vorsicht geschont wurde. Auf der für ihn ungewohnten Position als Linksverteidiger debütierte Matthias Honsak statt Philipp Mwene. Romano Schmid musste auf die Bank, weil Marko Arnautovic die zweite Spitze neben Gregoritsch war.

Kapitän Arnautovic traf bereits nach drei Minuten, der Pass kam von Posch. Acht Minuten später ließ sich Gregoritsch die Chance nach einer Balleroberung von Konrad Laimer mit links nicht entgehen. Dass er danach den Finger in den Mund steckte, lässt darauf schießen, dass er Vaterfreuden entgegensieht. Kurz darauf folgte das zweite Arnautovic-Tor, diesmal gab Marcel Sabitzer den Assist. Beim 4:0 verlängerte Christoph Baumgartner einen Arnautovic-Kopfball per Kopf. Bosnien traf gegen San Marino nur einmal und das nach 66 Minuten, Österreich traf innerhalb von 24 Minuten viermal.

Nach der starken ersten Hälfte wechselte Rangnick viermal. Tobias Lawal  durfte im Tor debütieren, Leopold Querfeld ersetzte Philipp Lienhart, Romano Schmid Konrad Laimer, Thierno Ballo kam zu seinem ersten Länderspiel. Der Rhythmus ging verloren, das war aber egal. Im Finish ließ Arnautovic die Chance zu seinem ersten Triplepack im Team aus. San Marinos Tormann Edoardo Colombo wehrte seinen Elfmeter an die Latte ab. Nach seinen Treffern 40 und 41 fehlen Arnautovic noch drei zum Teamrekordtorschützen Toni Polster. Jetzt gibt es drei Monate Pause bis zu den Spielen gegen Zypern in Linz und Bosnien in Zenica. Rumänien feierte in Bukarest mit 2:0 (2:0) gegen Zypern den zweiten Sieg.

 

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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