Drei Lokalderbys im Achtelfinale des österreichischen Fussballcups: Am Dienstag das Wiener Duell zwischen Vienna und Rapid, dem Zweitplatzierten der zweiten Liga und Tabellenführer der Bundesliga, auf der ausverkauften Hohen Warte, ausnahmsweise haben fast 6200 Zuschauer Zutritt. Mittwoch fordert am Innsbrucker Tivoli vor wahrscheinlich 16.000 Fans Wacker Innsbruck, der Siebte der zweiten Liga, Bundesligist WSG Tirol, empfängt der LASK Ried. Rapid im Cup auf der Hohen Warte, das ruft Erinnerungen an eine schlimme grün-weiße Pleite vor zwei Jahren in Döbling hervor: Die 1:2-Niederlage gegen den damaligen Zweitligisten Stripfing, den Dorfklub aus dem Marchfeld, durch Tore in der 81. und 86. Minute. Präsident von Stripfing war Rapid-Pfarrer Christoph Polczar, der wegen seines Jubels zum Buhmann von Teilen der grün-weißen Fanszene wurde und deshalb in Hütteldorf lieber aufhörte. Auf die Blamage folgte damals eine grün-weiße Talfahrt. Kann sich das mitten im grün-weißen Höhenflug wiederholen?
Die Vienna schaffte in den letzten Wochen eine Erfolgsserie von acht Spielen, verlor zuletzt im August. Sportchef Dieter Elsnegg startete mit seinem Amtsantritt im Februar einen Umbau, holte im Sommer mit dem 32-jährigen Patrick Enengl von Amstetten einen neuen Trainer, der den vertikalen Stil forciert, früher bei seinem Job im LASK-Nachwuchs die Methoden des damaligen LASK-Trainers Oliver Glasner kennenlernte, davon profitiert hat. Elsneg brachte elf neue Spieler nach Döbling, legte Wert auf Wille und Hunger auf Erfolg, wurde unter anderem in der dritten französischen Liga beim in Österreich unbekannten Klub namens Concarneau fündig, fand dort mit Youssouf Soukouna einen torgefährlichen Stürmer. Zwei werden Dienstag gegen ihren Ex-Klub spielen: Torhüter Bernhard Unger, der von 2020 bis 2024 zum Rapid-Kader gehörte, aber nur auf sieben Minuten in der Bundesliga kam. 47 Spiele für Rapid absolvierte der inzwischen 24-jährige Bernhard Zimmermann, erzielte dabei 13 Tore. Im Sommer 2023 wurde er an Wolfsberg verliehen, erlitt einen Kreuzbandriss. Seit Jänner 2025 ist er bei der Vienna, kam wieder in die Spur: Letzte Saison jubelte er über 14 Tore (Bild), in dieser sind es fünf. Klar, dass er besonders motiviert sein wird, gegen Rapid zu treffen. Auch für Christoph Monschein, seit letzter Woche 34, wird es auf Grund der Austria-Vergangenheit, ein spezielles Match. Er musste wegen eines „Totalschadens“ im Knie ein Jahr pausieren, kämpfte sich aber wieder zurück.
Wie Vienna die Topsensation schaffen könnte? „Wir brauchen eine Topleistung und bei Rapid müsste einiges nicht klappen“, weiß Elsnegg. Für Vienna wartet vier Tage später die nächste große Herausforderung: Da geht es gegen Blau-Weiß Linz um die Tabellenführung in der zweiten Liga. Bei aller Begeisterung über eine Cupsensation bleibt der Aufstieg in die Bundesliga das große Ziel für Österreichs ältesten Fußballklub.
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