Drei Tage vor dem Heiligen Abend gab es für das Trainerduo beim FC Southampton, aus Österreich, für den Steirer Ralph Hasenhüttl und den Tiroler Richard Kitzbichler, das erste Weihnachtsgeschenk: Mit einem 3:1 (2:0)-Auswärtssieg über Aston Villa in Birmingham überholten die „Saints“ den Aufsteiger, verließen die Abstiegsplätze. Die Devise „we march on“, wir gehen weiter unseren Weg, geben nicht auf, wurde in die Tat umgesetzt. Verantwortlich dafür war vor allem die Nummer neun, Hasenhüttls Torgarantie Danny Ings, mit einem Doppelpack zum ersten und dritten Tor. Die schnelle Führung nach neun Minuten spielte Hasenhüttl in seine taktischen Karten. Für den zweiten Treffer sorgte Innenverteidiger Jack Stephens nach einer halben Stunde. Hätte Kapitän Jack Grealish nicht eine Viertelstunde vor Schluss das Ehrentor für Aston Villa erzielt, wäre es sogar der höchste Sieg von Southampton in der einjährigen Hasenhüttl-Ära geworden. Aber es störte Hasenhüttl nicht, dass es „nur“ ein 3:1 wurde.
Danny Ings hat eine Vergangenheit beim FC Liverpool. Aber er passte nicht in die Vorstellungen von Jürgen Klopps „Powerfussball“. Im Sommer 2018 verliehen ihn die“Reds“ nach Southampton, ein Jahr später kam es zum endgültigen Wechsel, für den 22,2 Millionen Euro Ablöse fällig wurden. Aber Southampton tat gut daran, so viel für den 27 jährigen, 1,78 Meter großen Mittelstürmer, zu bezahlen. „Ingsi“, wie ihn Hasenhüttl ruft, entwickelte sich zum verlässlichen Torschützen. Der Doppelpack im Villa.Park beutete seine Saisontore zehn und elf. Mit Ausnahme des 0:1 gegen West Ham traf Ings in allen der letzten sieben Spiele. Southampton erzielte nur 21 Tore, also geht so gut wie die Hälfte auf das Konto von Ings. In der Torschützenliste der Premier League liegt nur Leicesters Kapitän Jamie Vardy, der Samstag beim 1:3 gegen Meister Manchester City zum 17. malsocrte, klar von ihm, Ings folgt auf Platz zwei. Kein Spieler des FC Liverpool erzielte in den ersten 18 Runden so viele Tore wie Ings, Auch nicht Mo Salah und Sadio Mane, die auf je neun kamen, und Roberto Firmino (vier). Das Trio hat wegen des Weltpokalfinales gegen Flamengo Rio in Katar ein Spiel weniger, das Liverpool durch ein Tor von Firmino nach Verlängerung 1:0 (1:0, 0.0, 0:0) gewann.
Für Hasenhüttl und Southampton sicherte der vierte Saisonsieg mit Rang 17 auch den Anschluss an die oberen Ränge. Everton und Bournemouth sind nur einen Punkt entfernt, Brighton zwei. Bei Everton hat künftig ein ganz prominenter Trainer das Sagen: Carlo Ancelotti unterschrieb zehn Tage nach dem Rauswurf bei Napoli für Liverpools Lokalrivalen bis 2024. Folgt auf den Portugiesen Marco Silva, der nach dem 2:5 gegen Liverpool hatte gehen müssen. Ancelottis Unterschrift hängt wahrscheinlich auch mit Arsenals Entscheidung für den ehemaligen Spieler Mikel Arteta als Nachfolger von Unai Emery zusammen, Denn Ancelotti galt auch als Kandidat für die“Gunners“. Der Spanier Arteta spielte von 2011 und 2016 unter der Legende Arsene Wenger für Arsenal, war bis Mittwoch Co-Trainer von Pep Guardiola bei Manchester City. Für Ancelotti bedeutet dies eine Rückkehr in die Premier League nach acht Jahren. Er amtierte von 2009 bis 2011 bei Chelsea, gewann mit den „Blues“ das Double. Ein prominenter Kollege mehr für Hasenhüttl, den er ja aus der Bundesliga aus den Spielen als Trainer von RB Leipzig gegen Bayern kennt. Beim 0;0 zwischen Everton und Arsenal am Samstag im Goodison-Park sassen aber weder Ancelotti noch Arteta schon auf der Trainerbank.
Nicht nur Hasenhüttl jubelte, sondern auch eine Klasse tiefer der Salzburger Gerhard Struber auf der Trainerbank von Barnsley. Das 2:1 (1:1) in London gegen Millwall bedeutete den zweiten Sieg hintereinander, mit dem die rote Laterne an Wigan abgegeben wurde. Damit fehlt nur noch ein Punkt auf den ersten Nichtabstiegsplatz, auf dem Luton steht. Im Tor stand Samuel Sahin-Radlinger, das Siegestor köpfelte der 21 jährige Ex-Admira-Stürmer Patrick Schmidt in der Nachspielzeit. Sieben Minuten vor seinem zweiten Saisonstor wechselte ihn Struber ein. Ein Goldgriff. Auch Struber hat den Weihnachtsstress: Am Boxing-Day daheim gegen West Bromwich, drei Tage später in Wales gegen Swansea, am 2. Jänner bei Derby County. Die Bilanz der sieben Struber-Spiele: Drei Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen, davon zwei in der Nachspielzeit. Sieht eigentlich nicht nach einem Absteiger aus.