PETERLINDEN.LIVE

Drei-Millionen-Knaller Querfeld bei den zehn besten Transfers

Wenn ein Österreicher zu den zehn besten Transfers der Saison in der deutschen Bundesliga zählt, noch dazu als einziger Abwehrspieler, dann ist das bemerkenswert und spricht für den 21 jährigen Ex-Rapidler Leopold Querfeld. „SportBild“ zog diese Woche Bilanz, veröffentlichte seine Raglisten über die zehn schlechtesten Transfers der Saison, da gehört kein Österreicher dazu, und die zehn besten. Dass Offensivspieler mehr im Blickpunkt stehen, liegt in der Natur der Sache.  Top drei sind Mönchengladbachs Torjäger Tim Kleindienst vor Serhou Guirassy von Borussia Dortmund und Michael Olise, den einzigen Einkauf von Bayern München, der voll einschlug. Querfeld liegt auf Platz acht, vor ihm sind sechs Stürmer und mit dem Japaner Kaishu Sano von Mainz ein zentraler Mittelfeldspieler. Querfeld ist der einzige Innenverteidiger in dieser Rangliste. Er machte seinen Wechsel von Rapid zu Union Berlin einen Tag, bevor er mit Österreichs Team das EM-Quartier im Berliner Schlosshotel Wannsee bezog, perfekt. Beim dänische Trainer Bo Svensson kam er nicht zum Zug, seine Zeit begann mit dem Trainerwechsel bei den „Eisernen“.

Unter Steffen Baumgart avancierte Querfeld im Laufe der Rückrunde zum Leistungsträger. Weil er defensivstark ist, Qualitäten im Spielaufbau hat, im Luftkampf sogar eine Macht darstellt. Daher nach Standards auch torgefährlich wird. Zwei Tore erzielte er, zwei bereitete er vor. Für Schlagzeilen sorgten sein 1118 m/h Kracher aus 34 Metern Entfernung, der VfB Stuttgarts Torhüter Alexander Nübel bezwang. Dank einer Ausstiegsklausel von Querfeld musste Union Berlin nur drei Millionen Euro Ablöse an Rapid bezahlen. Damit war der Wiener ein „Schnäppchen“. In 25 Bundesligaspielen steigerte Querfeld seinen Marktwert um 40 Prozent auf sieben Millionen. Seine Marschroute, über Union Berlin, sich einen Namen zu machen, ging bisher auf. Kein Grund, dass dies nicht so weiter geht. Sein Vertrag bei Union läuft noch

Querfeld ist ein Eigengewächs von Rapid. Kein Zufall, dass er gefördert wurde, ihm die Trainer (Ferdinand Feldhofer, Zoran Barisic) auch Fehler verziehen. Eigentlich müsste Querfelds Entwicklung im Berliner Stadtteil Köpenick in Hütteldorf Wirkung zeigen. Derzeit hat Rapid drei Legionäre als Innenverteidiger, dazu den von Admira geholten, sehr talentierten, aber leider verletzungsanfälligen Jakob Schöller. Zwei Eigengewächse, Amin Gröller und Dominic Vincze, 20 und 21 Jahre jung, zeigten in den letzten Spielen trotz Rapid-Tief, dass sie Qualitäten haben. Aber ob sie auch gefördert werden? Es wäre eine Überraschung, sollte einer von ihnen Sonntag im Derby bei der Austria zur Startelf gehören. Die Neuigkeit, die Rapid Donnerstag vermeldete, betraf den neuen Finanzvorstand: Der Nachfolger von Marcus Knipping, mit dem eine einvernehmliche Vertragslösung über die Bühne ging, wird in den nächsten zwei Wochen bestimmt. Ob es beim Trainer für die nächste Saison auch der Fall sein wird?

Die mobile Version verlassen