Alles sah schon nach dem Ende der Negativserie Rapids nach acht Partien aus. Doch dann wurde das letzte Spiel des Jahres zum neunten hintereinander ohne Sieg. Durch ein unnötiges Eigentor des im Finish eingewechselten Abwehrchefs Nenad Cvetkovic, der mit links eine Flanke ins eigene Tor verlängerte. So gab es nur ein 1:1 (1:0) bei Zrinjski Mostar, womit Rapid Letzter blieb, der bosnische Meister sich als 23. für die Play offs qualifizierte, dort gegen den tschechischen Klub Sigma Olmütz spielt. Mit einem Sieg hätte Rapid wenigstens Aberdeen und Shelbourne aus überholt. Das Missgeschick von Cvetkovic verhiderte dies. Für seinen einzigen Punkt kassierte Rapid eine Prämie von 133.000 Euro. Am 6. Jänner ist Start der Wintervorbereitung. Bis dahin müsste der neue Trainer feststellen. Die Interimslösung Stefan Kulovits (Bild) lieferte mit drei Niederlagen und zwei Unentschieden keine guten Argumente für sich: „Wir hatten nicht da beste Energielevel, es war viel Unzufriedenheit im Spiel, das Ende war bezeichnend für die letzten Wochen“, meinte Kulovits, „wir haben nicht mehr als das Unentschieden verdient.“
Zu Beginn fehlte Cvetkovic, weil er angeschlagen war. Im Abwehrzentrum begann der 19 jährige Jakob Schöller mit Ange Ahoussou, rechts verteidigte Furkan Demir, links der 2o jährige Amin Elias Gröller. In der Startelf standen mit Ahoussou, Romeo Amane und Tobias Gulliksen, der erneut alles schuldig blieb, nur drei Legionäre, fünf grün-weiße Eigengewächse (Niklas Hedl, Demir, Gröller, Louis Schaub und Nikolaus Wurmbrand) gehörten zu den acht Österreichern, die begannen. Helds glänzende Reaktion verhinderte nach zwei Minuten die schnelle Führung des Bosnier. Der erste gute Rapid-Angriff, der bei Wurmbrand begann, über Amane zu Demir kam, führte nach elf Minuten zur Führung: Demirs Flanke verlängerte Schaub per Kopf genau ins lange Eck. Das 20. Euopacuptor des „Euro-Louis“ .
Zinjski machte zwar zeitweise Druck, war aber alles andere als durchschlagskräftig oder gar effizient. Zur zweiten Hälfte verzichtete Kulovits auf Gulliksen, agierte mit Fünferabwehr, mit Schöller Ahoussou und Gröller im Zentrum, Demir und Jonas Auer als Außenspieler. Je länger das Match dauerte, desto weniger fiel Zrinjski ein, desto mehr verzweifelte Igor Stimac, der prominente kroatische Trainer der Bosnier, der als Spieler 1998 bei der WM Dritter war. Rapid vergab durch Claude Mbuyi, der Ercan Kara ersetzte, die Chance auf das 2:0. Nach 80 Minuten ersetzte Cvetkovic Gröller, um den Sieg über die Distanz zu bringen. In der dritten Minute der Nachspielzeit kam dann das große „Pech“ und das Entsetzen bei den mehr als 500 Rapid-Fans, de nach Mostar gekommen waren.
Von Rapids Bezwingern kam Rakow Czestochowa aus Polen als Zweiter hinter Racing Straßburg direkt ins Achtelfinale, Lech Posen, Fiorentina und Omonia Nikosia in die Play-offs. Der FC Noah aus Moldau, den letzte Saison Rapid noch bezwang, der FC Drita aus dem Kosovo, Shkendija aus Albanien, sind auch in den Play-offs vertreten. Eine schlimmere Blamage als diese Conference League-Bilanz kanne s eigentlich für Rapid nicht mehr geben. Passt zum Absturz der österreichischen Bundesliga in der Fünfjahreswertung: Ab 2027 gibt´s einen österreichischen Teilnehmer weniger. Ins Achtelfinale kam mit Mainz der letzte der deutschen Bundesliga durch ein 2:0 (0:0) gegen Samsunspor, bei dem der verletzte Philipp Mwene und gesperrte Nicolas Veratschnig fehlten. Aber nicht Oliver Glasner mit Crystal Palace. Weil schon Samstag in der Premier League gegen Leeds gespielt wird und das in England mehr zählt als der dritte europäische Bewerb, ließ Glasner nur die B-Elf gegen Kuopio Pallosuera beginnen. Mit je einem 16-, 17und 18-jährigen, einem Durchschnittsalter von nur 22,29. Zur Pause führte Crystal Palace 1:0, dann gelang den Finnen, bei denen der ehemalige Ried-Tormann, der Tiroler Johannes Kredl, eine solide Partie lieferte, in der 53. und 56. Minute das Match zu drehen. Nach 63 Minuten begann Glasner Stammspieler wie Kapitän Marc Guehi und Torjäger Jean-Philippe Mateta einzuwechseln. Ab der 73. Minute spielte Kuopio nur noch zu zehnt, mehr als der Ausgleich zum 2:2 fiel nicht mehr. Die „Eagles“ müssen in die Play-offs, treffen auf Lausanne.
