Eine offizielle Bestätigung aus der Zentrale des Fußballbunds wird es erst geben, wenn die FIFA den Nationenwechsel abgesegnet hat, aber die Bemühungen um den 23 jährigen, am 20. Oktober 2003 in Wien geborenen Carney Chukwumeka, laufen bereits seit Frühjahr 2024, als Teamchef Ralf Rangnick erstmals Kontakt zu ihm aufnahm. Jetzt hat sich der englische Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund laut „Bild“-Zeitung entschlossen, künftig für Österreich zu spielen. Bei de U 19-EM 2022 in der Slowakei schlug Chukwuemeka mit England Österreich in Banska Bystrica 2:0, schoss das Führungstor, bereitete das zweite vor. Er ist seit der Geburt österreichischer Staatsbürger.
Die Eltern stammen aus Nigeria, waren unterwegs nach England, als plötzlich in Wien die Wehen einsetzten. Die Familie blieb drei Jahre in Wien, ehe sie nach Birmingham übersiedelte. Sein Vater spricht Deutsch, er lernt es gerade. Chukwuemeka war im Nachwuchs von Aston Villa, wechselte 2022 um 18 Millionen Euro nach London zu Chelsea. Wurde im Jänner 2025 von Borussia Dortmund auf Leihbasis geholt, sechs Monate später fix verpflichtet. Trainer Niko Kovac, der von Chukmuekas Talent überzeugt ist, viel von seiner Dynamik hält, machte sich für ihn stark. Dafür zahlte Borussia 20 Millionen Euro, nahm den 1,88 Meter großen Chukwuemeka bis 2030 unter Vertrag. Eine Investition für die Zukunft. Sein Marktwert beträgt 25 Millionen.
Er bestritt 161 Spiele für Aston Villa, 32 für Chelsea. für Dortmund bisher 43, in dieser Saison 26, in denen er allerdings nur achtmal zur Startelf gehörte, in diesem Jahr noch nie. Auch in der Champions League gegen Tottenham und Kevin Danso (Bild) wurde er bei der 0:2-Niederlage in London erst eingewechselt. In Dortmund ist von konditionellen und muskulären Defiziten die Rede. Deswegen kam er bisher im zentralen Mittelfeld nur selten an Felix Nmecha, dem derzeit verletzten Marcel Sabitzer und Jude Belingham vorbei. Zu Chukwuemekas Entscheidung für Österreich trug sicher auch „Überzeugungsarbeit“ von Sabitzer bei.
Chukwuemeka ist im zentralen Mittelfeld sowohl auf der Position vor der Abwehr als auch etwas weiter vorne einsetzbar. Auf denen spielten im letzten WM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien Nicolas Seiwald und Xaver Schlager, waren Florian Grillitsch und Alessandro Schöpf die Alternativen. In Österreichs U 21-Team war Ex-Rapidler Nikolas Sattlberger zuletzt der „Sechser“, von den Vizeweltmeistern der U 17 bieten sich für die nächsten Jahre Vasilje Markovic und Luca Weinhandl an. Ob Chukwuemeka schon ein Thema für die Weltmeisterschaft werden kann, hängt zunächst einmal davon ab, wie schnell die Formalitäten erledigt sind. Und dann, wie schnell er aus seinem derzeitigen Tief findet.
Foto: UEFA/Sky.
