Den Aufstieg ins Achtelfinale des Uniqa-Cups haben die Wiener Klubs souverän bewältigt, auch in der Bundesliga stehen Rapid und die Austria in der Pflicht: Rapid braucht Samstag beim Wolfsberger AC drei Punkte, um den Kontakt zum LASK und Red Bull Salzburg nicht zu verlieren, die Austria nach der Pleite gegen WSG Tirol am Sonntagnachmittag daheim gegen Aufsteiger Austria Lustenau, um nicht weiter Letzter zu sein und Platz sechs nahe zu kommen. Wolfsberg ist bisher die einzige Mannschaft, die in dieser Saison gegen Salzburg noch nicht verlor, daher ist Rapids Aufgabe sicher unangenehmer als die der Austria. Andererseits hatte Trainer Hoff Thorup erstmals in dieser Saison vor einem Ligaspiel eine Woche Vorbereitungszeit. Er ist überzeugt, die gut genutzt zu haben.
Wolfsberg-Trainer Thomas Silberberger gewann in seiner Langzeitära bei WSG Tirol nur eines der 14 Spiele gegen Rapid. Nicht daheim, sondern vor sechs Jahren in Hütteldorf. Klappt es mit Wolfsberg daheim besser? Der mühsame Cupaufstieg am letzten Sonntag in Parndorf hinterließ Spuren: Kapitän Nicolas Wimmer erlitt wie befürchtet einen Kreuzbandriss, wird heuer nicht mehr spielen, auch Torjäger Giacomo Vrioni wurde verletzt, muss mindestens zwei Wochen zuschauen. Daher ist die Salzburg-Leihgabe Philipp Verhounig erste Wahl. Im Vergleich dazu hat Thorup ein „Luxusproblem“ – sechs Spieler für die zwei Flügelpositionen: Nikolaus Wurmbrand, Yusuf Demir, Nossa Dahl, Louis Schaub, Moulaye Haidara und Marco Tilio. Eindeutig zu viele. Thorup kann und darf Wurmbrand (Bild) nach einem Dreierpack beim Cupsieg in Klagenfurt nicht wieder auf der Bank beginnen lassen. Zumal er auch Wolfsberg-Spezialist ist: Dort gelang ihm beim Bundesligadebüt sein erstes Tor, eine Saison später sein erster Doppelpack. Wenn Thorup auch Demir und Dahl beginnen lässt, würde es zugleich bedeuten, dass nur einer der Mittelstürmer, Ercan Kara oder Tonni Adamsen beginnen kann. Im zentralen Mittelfeld und in der Viererabwehr wird´s keine Diskussionen geben. Das Geheimnis hinter Demirs bisheriger Steigerung gegenüber letzter Saison heißt Fußball. Labor: Das ist die Fußballschule seines Beraters Sertan Günes im 16. Wiener Bezirk. Dort trainierte Demir während der Sommerpause unter Günes und Ümti Korkmaz aus Rapids letzter Meistermannschaft.
Die Austria ist gegen Aufsteiger seit zehn Spielen in der Bundesliga ungeschlagen, daher müsste es gegen Lustenau den ersten Heimsieg dieser Saison geben. Sonst wird es schon kritisch mit dem Sprung in die Meistergruppe. Trainer Stephan Helm lobte Neuzugang Valentino Müller für seine Strahlkraft auf die Nebenspieler, sah in ihm einen richtigen Leader, der in einer sehr guten körperlichen Verfassung ins Training eingestiegen ist. Daher könnte er schon Samstag ein Thema sein. Helms Worte lassen darauf schließen, dass er sich dafür einsetzte, den ehemaligen Tirol-Kapitän unter Vertrag zu nehmen. Der will sich via Austria für ein Auslandsengagement empfehlen.
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