So zuversichtlich wie ins erste WM-Spiel seit 10 220 Tagen ging Österreich noch nie. Sowohl, was Teamchef, Spieler, Umfeld und auch die Fans betrifft: Alles andere als ein Sieg gegen Jordanien in der San Francisco Bay Area wäre eine riesige Enttäuschung. Der rot-weiß-rote Optimismus erreichte Rekordausmaße. War weder vor dem Start in die WM 1978 (2:1 gegen Spanien in Buenos Aires) noch 1982 (1:0 gegen Chile in Oviedo), 1990 (0:1 gegen Veranstalter Italien in Rom) oder 1998 (1:1 gegen Kamerun in Toulouse) so groß. Der Lokalaugenschein am Montagnachmittag in der Heimstätte der San Francisco 49ers steigerte noch bei jedem die Vorfreude auf das WM-Debüt: Denn diese Dimensionen gibt es in Europa nicht. „You have 49 ers, we have Konrad Laimer“, heißt es ja in Österreichs WM-Song „Stars and Stripes“ von Paul Pizzera.
65.000 Zuschauer werden dort auf den Tribünen sitzen, wenn Kapitän David Alaba seine Mannschaft auf den Rasen führen wird. Dann weiß man schon, wie das andere Gruppenspiel zwischen Argentinien und Algerien in Kansas City ausging. Zum Glück gibt es den späten Anpfiff um 21 Uhr: Denn das Stadion hat wegen der Nähe zum Flughafen kein Dach. Zu Mittag oder am Nachmittag hätte es sehr heiß sein können: „Wir haben Lösungen vorbereitet. Wenn wir die auf den Platz bringen, dann mach´ ich mir überhaupt keine Sorgen“, versicherte der gelassene Teamchef Ralf Rangnick bei der offiziellen Pressekonferenz der FIFA im Pressecenter des Stadions am Montagabend,“wir wollen auch Spaß haben.“ Vor allem dann, wenn sie Österreichs ersten Sieg seit 19. Juni 1990, seit dem 2:1 gegen die USA in Florenz, feiern könnten.
Jamal Sellami, der Teamchef Jordaniens aus Marokko, machte Österreich Komplimente: „Es gibt zwar keinen Superstar, aber für mich ist es eines der stärksten Teams bei der WM!“ Sein Nachsatz zeigte, dass sich Jordanien bei seinem WM-Debüt auch Hoffnungen auf eine Überraschung machte: „Aber es gibt auch Schwächen, die wir nützen wollen!“ Einige Sorgen bereitet ihm sicher die Tatsache, dass Jordaniens größter Innenverteidiger 1,85 Meter groß ist. Womit ihm 15 Zentimeter auf Österreichs Riesen Sasa Kalajdzic fehlen. Das ist ein weiteres Argument dafür, dass Kalajdzic zur Startelf gehören müsste. Das Beste ist aber seine Form.
Der Montag war der WM-Tag der Unentschieden. In einem der vier zeigte WM-Neuling Kap Verde mit dem 0:0 gegen Spanien, dass Österreich im Sechzehntelfinale nicht chancenlos wäre, wenn der Europameister der Gegner sein sollte. Bei einem anderen ragte ein Spieler heraus, der 2024/25 in Österreichs zweiter Liga für VSE St. Pölten in 19 Spielen sechs Tore schoss: Der 26 jährige Elijah Just, der aktuell in Schottland bei Motherwell spielt, erzielte in Los Angeles beide Tore für Neuseeland beim 2:2 gegen den Iran.
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