Eishockey

Ein verrückter Coach ist notwendig: Bader!

Man kann den 2:0-Sieg des Eishockeyteams gegen Italien bei der Euro Challenge in Budapest mit einer Handbewegung abtun. Als nichts besonders. Was aber ein Fehler wäre. Es stimmt schon, es gab auch bei der letzten B-WM im April i Kattowitz einen Sieg über  Italien mit  zwei Toren Vorsprung. Aber der vom Donnerstag war nach der desaströsen Pleite bei der Olympiaqualifikation in Riga ein ungemein  wichtiges Zeichen. Das auch auf das Konto des Interimsteamchefs aus der Schweiz, Roger Bader, geht. Weil der auf die Jugend setzte.  Diejenigen, die meinten, es wäre schon nach dem Abschied von Dan Ratushny besser gewesen, gleich Bader zum Teamchef zu machen, statt den 66jährigen Sportchef Alpo Suhonen sich selbst einsetzen zu lassen, bekamen recht.  Suhonen war in Budapest als Zuschauer auf der Tribüne. Ob er sich freute? Keiner weiß es.

Es bedeutete schon ein gutes Zeichen, dass es vor der Fahrt nach Ungarn nur vier Absagen gab. Das ist für einen November-Termin sehr wenig. Das Durchschnittsalter im Kader betrug nur 23,2 Jahre. Mit Baltram, Kromp und Jakubitzka setzte Bader vier Debütanten ein. Er ließ vier  Fünferblöcke durchspielen, was sich die Trainer der österreichischen Mannschaften in der Meisterschaften nur in Ausnahmefällen trauen. Zwei Minuten vor Schluss standen mit den Verteidigern Kirchschläger und Jakubitzka zwei 20jährige am Eis, mit den Stürmern Kromp, Baltram und Haudum drei 19jährige. Deshalb bezeichnete sich Bader selbst als verrückten Coach.

Er gab aber auch zu, dass ein Routinier in den heikle Phasen der Partie der Retter war: Torhüter Bernhard Starkbaum, der  in Riga gefehlt hatte. Zu ihm gibt´s in Österreich keine gleichwertige Alternative, ohne ihn bricht der Torhüternotstand aus. Mit ihm wären die Niederlagen gegen Lettland und Deutschland nie so hoch ausgefallen, zu Olympia hätte er Österreich aber auch nicht hexen können. „Wir haben vieles von unseren Ideen umsetzen können“, freute sich Bader, der Samstag gegen Südkorea eine noch bessere Leistung sehen will. In Kattowitz gab es  gegen die Asiaten nur einen Sieg nach Penaltyschießen. Bader gibt zu, dass er von der Interimslösung zum fixen Teamchef werden will. Im Verbandspräsidium  gibt es Vorbehalte, weil man fürchtet, Misserfolge der Nationalmannschaft unter Bader würden den  Schweizer als Ausbildungschef unglaubwürdig machen.  Die Ängste sollte man bei der Entscheidung am 23. November vielleicht vergessen.  Ein verrückter Coach, der das Risiko nicht scheut, kann in der aktuellen Situation  beim Aufbau eines neuen Teams wahrscheinlich genau der richtige sein. Auch wenn es verrückt sein mag, Samstag nicht wieder Starkbaum einzusetzen. Sondern wie geplant Maderner internationale Erfahrung sammeln zu lassen.

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