Eishockey

Eishockey-Präsident Kern? Hartmann geht sicher nur nach Kampfabstimmung

Donnerstag beginnt für Österreichs Eishockeymeister Graz 99ers gegen den Schweizer Champion Fribourg Gotteron, für den EC Red Bull Salzburg mit dem neuen Trainer Alan Letang gegen die Kölner Haie und für den KAC  gegen Frankreichs Topklub die Champions League. Am 16. September geht die ICE-League wieder los. Doch den Gesprächsstoff lieferten in den letzten Tagen andere Themen: Die Ungleichbehandlung der Damen-Nationalmannschaft im Vergleich zu den Herren, die namhafte Spielerinnen mit Hilfe der Gewerkschaft in die Öffentlichkeit trugen und drohten, deshalb nicht bei der kommenden WM zu spielen und den Wiener Umsturzversuch an der Verbandsspitze, der nicht gelingen dürfte. Auch wenn der ehemalige Bundeskanzler Christian Kern, der mitunter Spiele der Vienna Capitals besucht,  als prominenter Gegenkandidat zum Veerbandspräsidenten aus Villach,Klaus Hartmann, ins Gespräch gebracht wurde. Hartmann, seit ssechs Jahren im Amt, lebt von Erfolgen, für die er nichts kann: Vom Aufstieg der Damen in die A-WM und den Erfolgen der Herren bei den letzten zwei Weltmeisterschaften, danach als Österreichs Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Sponsor wurde bis jetzt keiner gefunden. Obwohl sich Hartmann beim Amtsantritt für seine vielen guten Kontakte zur Wirtschaft rühmte.

Der Ärger der Spielerinnen richtete sich völlig zurecht gegen  General Manager Heimo Kogler. Der sicherte Hartmann 2020 die Stimmen aus dem Damenlager, die ihm zum Sieg über Amtsinhaber Gernot Mittendorfer verhalfen, durfte seither als Gegenleistung im Damenbereich alles entscheiden, tun und lassen, was er wollte.  Jetzt muss Hartmann Kogler fallen lassen, um die Gemüter zu beruhigen. Das heißt: Er wird künftig mit dem Damenteam nichts mehr zu tun haben. Die Wiener Angriffe gegen seine Person? Zu denen, die ihn nicht mehr an der Spitze des Verbands sehen wollen, gehören unter anderem die Geschäftsführer der Vienna Capitals (Patrick Wondra, Lukas Gahofer). Der ehemalige ORF-Eishockeyexperte und der Wiener Verbandspräsident Andreas Ösze dürften eine Rolle spielen. Der hat einen Fulltime-Job samt Büro bei den Capitals, half Hartmann beim Putsch gegen Mitterdorfer, gehörte drei Jahre zum Präsidium Hartmanns, ehe er die Fronten wechselte. Das sagt genug.

Es ist auch etwas seltsam, dass ein Verein, der zuletzt seine sportlichen Ziele nicht erreichte, ein siebenstelliges Minus hatte, dem Verband mitteilt, wie es geht. Sportlich ist der Verband im Soll, was nichts mit Hartmann zu tun hat. Der Kärntner hat durchaus narzisstische Züge, wird nur nach einer Kampfabstimmung seinen Platz räumen. Wenn es den Kritikern gelingt, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, was zu bezweifeln ist. Ex-Kanzler Kern würde sich auch garantiert keiner Kampfabstellung gegen Hartmann stellen. Das kann man durchaus verstehen.

Foto: APA.

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