Die Champions League meldet sich Dienstag und Mittwoch mit dem Achtelfinale zurück. In dem sechs Klubs aus Englands Premier League stehen. Von Tabellenführer Arsenal (Mittwoch auswärts gegen Bayer Leverkusen) über den Zweiten Manchester City (gegen Real Madrid), Meister Liverpool (Dienstag in Istanbul gegen Galatasaray), den Fünften Chelsea, der Titelverteidiger Paris St. Germain im Parc des Princes herausfordert, den Zwölften Newcastle (gegen den FC Barcelona) bis zum 16. Tottenham, der in Abstiegsgefahr ist und mit Österreichs Teamspieler Kevin Danso Dienstag in Madrid auf Atletico trifft. In allen drei Europacupbewerben flog kein englischer Verein in der Ligaphase oder den Play-offs raus. Aus dem vielen Geld in der am besten vermarkteten Liga der Welt wurden Tore und Punkte. Insgesamt neun englische Vereine in drei Bewerben noch dabei – das ist diskussionslos gewaltig. Aber die Champions-League-Sieger der letzten sechs Jahre kamen nur zweimal aus England. Vor fünf Jahren war es Chelsea, zwei Jahre später Manchester City. In diesem Zeitraum gewann Real Madrid zweimal den Henkelpott, Bayern und Paris St. Germain je einmal.
Die deutschen Hoffnungen trägt allein Bayern München, Leverkusen ist gegen Arsenal nur krasser Außenseiter. Bayern gastiert Dienstag mit Konrad Laimer als Rechtsverteidiger bei Dortmunds Bezwinger Atalanta Bergamo, ist gewarnt. Zumal Kapitän Manuel Neuer, der Rückhalt im Tor, ausfällt, daher sein 22-jähriger Ersatz Jonas Urbig (Bild) bei seinem zweiten Champions-League-Einsatz vor einer großen Bewährungsprobe steht. Bayern hofft wieder auf ein Triple – da wäre ein Scheitern an Atalanta, dem einzigen italienischen Klub im Bewerb, eine Riesenenttäuschung, ein Rückschlag. „Wir sind es gewohnt, Favorit zu sein“, betonte Trainer Vincent Kompany, „aber wenn man Atalanta sieht, weiß man, dass alles möglich ist.“ Harry Kane, der letzten Freitag wegen einer Wadenverletzung pausierte, trainierte Montag. Die Entscheidung über den Einsatz fällt erst am Spieltag.
Außerdem gibt´s noch die Sensation vom Polarkreis, Norwegens Vizemeister Bodoe Glimt. Der Manchester City und auswärts Atletico Madrid besiegte, in den Play-offs Inter Mailand eliminierte. Das alles ohne Spielpraxis in der Liga. Norwegens Meisterschaft beginnt erst am kommenden Wochenende. Als wichtigster Mann hinter dem Sensationserfolg gilt der 57 jährige Trainer Knut Knutsen: „Ich kenne keinen, der so stur nach seiner Philosophie spielen lässt wie er“, sagt sein Landsmann, der Ex-Rapidler Jan Age Fjörtoft. Weil Knutsen von seinen Spielern immer fordert, dass sie erst frühestens nach zwei Ballberührungen weiterspielen, kann Bodoe sehenswert kombinieren. Was gegen Inter Mailand gelang, könnte auch gegen Portugals Meister Sporting Lissabon am Mittwoch daheim auf dem gewohnten Kunstrasen funktionieren. Dabei hat Bodoe nur zwei norwegische Nationalspieler.
Fjörtoft ist Dienstag gemeinsam mit Andi Herzog als Experte im Münchener Sky-Studio, Sky zeigt sieben der acht Achtelfinalpartien. Die Ausnahme ist Mittwoch der Hit im Bernabéu-Stadion zwischen Real Madrid und Manchester City. Der ist live nur bei Canal+ zu sehen. Bei Real gibt’s sieben Ausfälle. Zu denen Kylian Mbappe, Rodrygo, Jude Bellingham und auch Österreichs Teamkapitän David Alaba zählen. Ihn stoppen derzeit wieder einmal muskuläre Probleme in der Wade.