Mittwoch war auf Zypern ein Tag der Erdbeben. Von dem am Vormittag mit der Stärke 5,3 merkten die Österreicher während des Trainings im Cap St. George in Paphos nichts, am Nachmittag im Hotel von dem mit Stärke 5,9 schon. Aber ansonst verläuft die Vorbereitung auf die entscheidenden Qualifikationsspiele zur achten WM-Teilnahme Österreich gegen Zypern am Samstag in Limassol und drei Tage später im ausverkauften Happel-Stadion gegen Bosnien ruhig. Die Frage, wer statt des gesperrten David Alaba neben Philipp Lienhart im Abwehrzentrum spielen wird und den ebenfalls gesperrten Philipp Mwene als Linksverteidiger ersetzt, sorgt für „kein“ Erdbeben. Will Rangnivk einen Rechts- und Linksfuß im Abwehrzentrum, dann fällt die Wahl auf Werder Bremen-Kapitän Marco Friedl. Setzt Rangnick zwei Rechtsfüße ein, was schon passierte, gibt es mit Kevin Danso und Leopold Querfeld zwei Kandidaten. Für Mwenes Position einen mehr: Konrad Laimer, der bei Bayern München auch auf der linken Seite überzeugende Leistungen bot, Linksfuß Friedl, der diese Rolle derzeit auch bei Bremen hat, oder Hoffenheim-Joker Alexander Prass. Die Laimer-Entscheidung könnte auch mit der Fitness von Xaver Schlager zusammenhängen. Für mehr Kopfweh als diese Entscheidung könnte bei Rangnick eine andere sorgen: Wer beginnt ganz vorne?
27 Nationen sind bisher inklusive der Veranstalter USA, Kanada und Mexiko für die WM-Endrunde qualifiziert, aus Europa bisher nur England mit seinem deutschen Teamchef Thomas Tuchel. Österreich gehört zu den acht Nationen, die es zwischen Donnerstag und Samstag ebenfalls schaffen können. Donnerstag Frankreich mit einem Heimsieg gegen die Ukraine, Portugal in Dublin mit einem Sieg über Irland und Norwegen erstmals seit 1998 mit drei Punkten in Estland, falls Italien gegen Moldau nicht gewinnt. Freitag kann Holland mit einem Sieg in Warschau gegen Polen das WM-Ticket lösen, Samstag Belgien in Kasachstan, Spanien in Tiflis gegen Georgien, wenn die Türkei gegen Bugarien keinen Heimsieg feiert. Die Schweiz kommt mit einem Sieg gegen Schweden in Genf in die Endrunde, wenn der Kosovo in Laibach gegen Slowenien nicht drei Punkte holt. Schafft das Team von Österreichs Ex-Teamchef Franco Foda dies doch, dann gibt es nächsten Dienstag in Pristina ein „Finale“ um den Gruppensieg zwischen Kosovo und der Schweiz.
Österreich reicht ein Sieg auf Zypern, wenn danach Bosnien in Zenica gegen Rumänien nicht gewinnt. Das Spiel aus Limassol überträgt ORF1 live, das aus Bosnien danach Puls 24. Freitagabend sind Österreichs Spieler bei Servus TV im „Heimatleuchten“zu sehen. Da geht es darum, wie sie mit Zwei-Hauben-Koch Fritz Grampelhuber, der sie seit fast zehn Jahren „verwöhnt“, diverse Schmankerl zubereiten: Michael Gregoritsch Eiernockerln, Patrick Wimmer Krautsalat, Konrad Laimer Latscheneis, Xaver Schlager eine besondere Suppe, Marko Arnautovic Fleischlaberl nach dem Rezept seiner Mutter. Alexander Schlager trifft sich mit Grampelhuber zum Fischen an der Traun.
Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.
