Schon nach acht Minuten war Samstagabend klar, dass Rapid den sechsten Sieg im sechsten Heimspiel feiern wird: Da hieß es gegen Aufsteiger Austria Lustenau vor 21.367 Zuschauern im Allianz-Stadion bereits 2:0. Am Ende stand mit 5:1 (3:0) der zweithöchste Sieg dieser Saison, die Vorarlberger waren damit noch gut bedient. Rapid traf noch zweimal die Latte. Bis zur Pause machte es richtig Spaß, den grünen Kombinationen zuzusehen, ehe es Nachlässigkeiten gab. Änderte nichts daran, Rapid geht als Tabellenführer und haushoher Favorit nächste Runde ins Wiener Derby gegen den Vorletzten Austria, bei der nach der Beurlaubung von Stephan Helm der 33-jährige Max Uhlig, bisher bei den Young Violets in der zweiten Liga, als Interimslösung sein Bundesligadebüt feiern wird.
Alleine Rapids schnelles Führungstor war den Besuch des Spiels wert. Es fiel wie acht Tage zuvor beim 3:1 gegen Hartberg bereits nach neun Minuten: Ein weiter, öffnender Pass von Yusuf Demir von rechts auf die linke Seite zu Petter Nosa Dahl, der mit links direkt in die Mitte zu Ercan Kara weiterleitete, der unter die Latte traf. Damit löste der Norweger sein Versprechen ein, sich bei Kara zu revanchieren: Gegen Hartberg hatte Kara uneigennützig ein Tor von Dahl vorbereitet. Überhaupt Demir: Der 22-jährige hatte bei drei der fünf Tore seine Beine und den Kopf im Spiel. Nach 41 Minuten verwandelte er einen Elfmeter nach Foul an Kara zum 3:0, jubelte danach sofort mit seinem jüngeren Bruder Furkan, in der 67. Minute köpfte er nach perfekter Flanke von Linksverteidiger Jannes Horn das 4:1. Es war der zweite Doppelpack von Demir bei Rapid. Der erste passierte vor fünf Jahren beim 4:0-Heimsieg gegen WSG Tirol. Der Trainer hieß damals Dietmar Kühbauer.
Samstag war es der erste seit seiner Rückkehr von Galatasaray Istanbul, damit unterstrich er seine ausgezeichnete Form. Ob Teamchef Ralf Rangnick beim Teamkader am Tag nach dem Derby auf den Höhenflug von Rapid und Demir reagieren wird? Zu erwarten ist es eigentlich nicht. Die Nachlässigkeiten Rapids außer vergebenen Chancen: Innenverteidiger Serge-Philippe Raux Yao legte Lustenau knapp vor der Pause die erste Torchance auf, Niklas Hedl verhinderte den Treffer von Antonio Verinac. Wurde aber nach einer Stunde doch bezwungen, als Nenad Cvetkovic, nach acht Minuten und Vorarbeit von Tonni Adamsen Schütze des 2:0, bei einem Konter zu langsam war und Joker Haris Ismailcebioglu der Ehrentreffer gelang. Rapids Antwort waren Demirs Kopftor und das haltbare 5:1 von Joker Marco Tilio nach Adamsen-Pass in der 85. Minute. Vier Minuten später wurde Nikolaus Wurmbrand eingewechselt. Noch später als zuletzt. Solange es Siege gibt, kann Trainer Johannes Thorup weiter mit der Demontage des Stürmertalents provozieren, ohne dass er etwas zu befürchten hat.
Foto: Gepa/Admiral.