Fußball

Erster Sieg seit 1994 – dann lädt Alaba „Lewy“ auf ein Wiener Schnitzel ein

David Alaba & Co haben drei Tage nach dem 6:0 über Lettland den vierten Sieg in Serie im Visier, wie die Geste von Österreichs 70fachen Teamspieler zeigt. Polen Montag Abend in Warschau zu bezwingen, wäre ein historischer Meilenstein. Denn es ist schon 25 Jahre her, dass es letztmals gelang, Polen zu schlagen. Am 17.Mai 1994 in Kattowitz 4:3 (2:1) vor lediglich 7000 Zuschauern, als Polen nur drei Legionäre, Andrzej Rudy vom 1.FC Köln, Andrzej Juskowiak von Sporting Lissabon und Marek Lesniak von Wattenscheid im Team hatte, Österreich mit Toni Polster, damals so wie Rudy in Köln unter Vertrag, nur einen. Polens jetziger Teamchef Jerzy Brzeczek spielte noch bei Gornik Zabrze, ehe Jahre später seine Legionärskarriere in Österreich begann. Ich war Augenzeuge. Brzeczek erzielte kurz nach der Pause das 2:2. Stand aber klar im Schatten von Austrias jetzigem Sportvorstand Peter Stöger, der für das 0:1, 1:2 und 2:3 sorgte. Zum 2:4 hatte der damalige LASK-Spieler Walter Hochmaier, ein heute in Vergessenheit geratener Kärntner getroffen. In den letzten 14 Minuten ließ der Teamchef auch den jetzigen ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel statt des Tirolers Michael Streiter ran. Montag ist der Teamchef von 1994 ORF-Analytiker: Herbert Prohaska.

Da wird Polen mit elf Legionären, Österreicher mit neun beginnen. Nur Tormann Cican Stankovic und Linksverteidiger Andreas Ulmer kommen aus der heimischen Liga. Die Topstars, um die sich im speziellen Fall alles dreht, sind Polens Kapitän Robert Lewandowski und Alaba, weil sie seit fünf Jahren gemeinsam bei Bayern München spielen, fünf Meistertitel in Serie holten. Natürlich war Alaba bei Stankovic und den Abwehrspielern als Auskunftsperson über Lewandowkis „Eigenheiten“ gefragt. Mehr bei Stankovic. Denn Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger haben schon bei Leverkusen beziehungsweise Augsburg und Eintracht Frankfurt gegen den vielleicht besten Mittelstürmer der Welt ihre Erfahrungen gesammelt. „Er bringt unglaubliche Qualitäten mit“, lobt Alaba, „kann den Ball halten, ist technisch unglaublich versiert, hat Abschlussqualitäten, die der Wahnsinn sind. Vor dem Tor ist er eiskalt.“ Aber eigentlich gelang es Österreichs Defensive trotz 0:1 in Wien, Lewandowski unter Kontrolle zu halten. So wie am Freitag der slowenischen.

Es könnte auch das Duell der exzellenten Freistoßschützen über Sieg und Niederlage entscheiden. Je ein Freistoßtor erzielten Lewandowski und Alaba in dieser Saison schon im Bayern-Dress. Nach dem Training üben beide oft und lange gemeinsam Freistöße. Bevor sie zu ihren Nationalteams fuhren, sagte Alaba „Lewy“, wie er den Golagetter nennt, in aller Freundschaft, dass es vor Polen auch vor mehr als 50.000 Zuschauern  im Stadion Narodowy schwer haben wird, Österreich zu bezwingen. Lewandowski bezeichnete Österreich am Freitag nach dem 0:2 in Laibach sogar als Favorit: „Aber wir spielen daheim!“ Wenn Österreich den historischen Sieg feiern und die Tabellenführung übernehmen sollte, überlegt Alaba einen speziellen „Trost“ für Lewy: Eine Einladung auf ein Wiener Schnitzel, wenn auch in München.

Lewandowski ist Montag Abend der Spieler mit dem höchsten Marktwert am Rasen, mit 65 Millionen. Wenn man die Startformationen  beider Teams vergleicht, in der Brzeczek hofft, anders als Freitag den an den Adduktoren lädierten 1,90 Meter-Abwehrriesen Kamil Glik bringen zu können, hat Polen  „nur“ 20 Millionen Vorsprung, nämlich 211,5 gegenüber 191,5. Den Unterschied machen auch die drei teuersten Spieler aus: Lewandowski sowie die Italien-Legionäre Piotr Zielinski und Krzystof Piatek, der Schütze von Polens goldenen Tor zum 1:0 in Wien, sind zusammen 145 Millionen wert. Die drei teuersten Österreicher, Alaba (55), Marko Arnautovic (32) und Marcel Sabitzer(25), „nur“ 112 Millionen.

Für Foda wird es entscheidend sein, den Schwung der letzten drei Spiele auch in Warchau auf den Rasen zu bringen. Keine Königsidee von ihm wäre es, jetzt etwas umzustellen, von der Viererabwehr auf drei Innenverteidiger umzustellen. Nachher dies zu behaupten, wäre einfach und „feig“. Daher passiert  dies schon einen Tag vorher. Wie groß der Optimismus in Österreich mit den drei Siegen geworden ist, zeigt unter anderem tipp 3: Die Quote für die geschaffte Qualifikation zur  Europameisterschaft 2020 ist niedriger als die für ein Scheitern. Sogar noch niedriger als die für einen polnischen Sieg in Warschau.

 

 

Foto: Twitter.

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