Erstmals seit Eröffnung des Allianz-Stadions vor zehn Jahren gelangen Rapid in der Bundesliga sechs Heimsiege hintereinander. Bevor die Rekordserie Freitagabend vor 20.797 Zuschauern mit dem 3:1 (2:0) gegen Hartberg perfekt war, musste Rapid aber leiden. Denn die Steirer verlangten Rapid alles ab, obwohl Grün-Weiß ein Topstart gelang, Petter Nosa Dahl bereits nach sechs Minuten über die Führung jubelte (Bild). Nach einer Kombination von Yusuf Demir und Bendegüz Bolla über die rechte Seite, den Pass des Ungarn verpassten zwar Tonni Adamsen und Ercan Kara, der Ball kam aber zu Dahl. Hartberg schüttelte den Schock ab, hatte aber Probleme, die linke Abwehrseite dicht zu machen. Dort kam Rapid öfters durch, lief aber auch Gefahr den Ausgleich zu kassieren. Als Marco Hoffmann Niklas Held bezwang, erkannte VAR Sebastian Gishamer eine Abseitstsellung in der Aktion, danach traf Youba Diarra die Stange. Eigentlich entgegen dem Spielverlauf fiel in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 2:0. Aus einer perfekten Kombination durch die Mitte über Adamsen, Demir und Kara, der uneigennützig den frei stehenden Dahl den Ball servierte, statt selbst den Abschluss zu suchen. Der Norweger musste zu seinem Doppelpack nur noch ins leere Tor treffen.
Hartbergs Trainer Markus Schopp reagierte zur Pause mit zwei Wechseln. Einer der Joker, Oliver Lukic, bereitete mit einer Flanke auf den von Rapoids Abwehr übersehenen Magnus Dalpiaz den schnellen Anschlusstreffer vor. Der 19-jährige erzielte sein erstes Tor in der Bundesliga. Danach verlor Rapid die Kontrolle über das Spiel, ließ aber anderseits keine klare Chancen Hartbergs zu. Schopp riskierte alles, brachte statt Linksverteidiger Manuel Pfeifer, der Demir nie bremsen konnte, Stürmer Jed Drew. Auch Rapids Trainer Johannes Thorup begann nach einer Stunde zu wechseln. Die Entscheidung fiel erst in der Rapid-Viertelstunde: Linksverteidiger Jannes Horn traf nach Demirs Stangenschuss in der 81. Minute. Das dritte Saisontor des Deutschen. Große Erleichterung, gewaltige Jubelgesänge des Fansektors nach Schlusspfiff. Nächste Runde hat Rapid wieder Heimvorteil. Dann gegen Austria Lustenau.
„Es sind auch kritische Töne angebracht“, meinte Thorup. Auch gegen ihn. Der Grund heißt Nikolaus Wurmbrand. Vor einem Jahr, bevor Thorup kam, gehörte er zu Österreichs Teamkader. Jetzt ist er in Thorups Stürmerhierarchie nur die Nummer sechs nach Kara, Dahl, Adamsen, Moulaye Haidara und Marco Tilio. Haidara wurde nach 61 Minuten eingewechselt, Tilio nach 77, Wurmbrand erst nach 85. Auch beim 2:0 gegen den LASK spielte er nur so kurz, aber da war Rapids Leistung überzeugender als gegen Hartberg. Nicht nachvollziehbar und bedenklich, wie Thorup mit Rapids größtem Stürmertalent umgeht. Man muss Wurmbrand raten, alles daran zu setzen, Grün-Weiß in der Wintertransferzeit verlassen zu können
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Foto: Yigit Oerme.
