Bei Rapid lief die Saison bisher wie erhofft. Noch keine Niederlage, gegen Meister Sturm Graz einen Rückstand in einen Sieg verwandelt, in Dundee ein 0:2 via Elfmeterschießen in den Aufstieg ins Play-off um die Ligaphase in der Conference League. Doch weil der erfahrene Trainer Peter Stöger weiß, wie gefährlich es sein kann, wenn die Devise aufkommt, wer Dundee eliminiert hat, der braucht sich vor dem ugrischen Erstligisten FC Eto Györ nicht zu fürchten, sagte er bestimmt: „Es gibt nichts Einfaches mehr!“ Das gilt Donnerstag sowohl für Rapid in Györ als auch für Wolfsberg in Klagenfurt gegen Omonia Nikosia. Gleichzeitig will Stöger auch keine Themen aufmachen, die als Ausrede gelten können: „Man muss unangenehme Situationen annehmen und sich darauf einstellen!“ Unangenehm ist sicher der Verlust von Mamadou Sangare, den Rapid Mittwoch um 19.06 bekanntgab. Weil er trotz eiens Kaders, mit dem Stöger und Sportchef Markus Katzer zufrieden sind, eine Schwächung bedeutet. Und dann gibt´s noch die Situation um den Rasen in Györ. Der ist von einem Pilz befallen, was Rapid zwei Jahre nach der Eröffnung des Allianz-Stadion auch passiert war, sah nach dem Training Rapids ziemlich ramponiert aus. Für Stöger kommt es aber nicht infrage, deswegen den Spielstil zu ändern, etwa nur mit hohen Bällen zu agieren: „Györ ist anders als Dundee, aber genau so schwer!“ Er weiß, dass Györ vor allem mit Standards gefährlich werden kann: „Da haben sie einige Spezialisten!“ Etwa den rumänischen Linksaußen Claudio Bumba : „Er ist derzeit im Flow!“ Da kommt einiges auf Rapids Rechtsverteidiger, den Ungarn Bendegüz Bolla zu, der den ungarischen Journalisten auf der Pressekonferenz erklärte: „Wir wissen, dass es kein einfches Spiel wird, die Entscheidung fällt erst in Wien!“ Stöger brachte einen Dolmetsch aus den eigenen Reihen mit: Den gebürtigen Ungarn Tamasz Szanto, der seine Rapid-Karriere als Spieler verletzungsbedingt zu früh beenden musste. jetzt Team-Manager der zweiten Mannschaft ist.
Die Nacht vor dem Spiel verbringt Rapid neben dem Stadion, das Hotel Eto Park gehört zum Stadiongelände. Eine der zwei Haupttribünen ist gesperrt, wird nur für die knapp 600 Rapid-Fans geöffnet. Györ-Trainer Balasz Borbely glaubt, Stögers Philosophie aus dessen Zeit als Trainer von Ferencvaros Budapest zu kennen. Das war er für vier Monate im Herbst 2021, genau für 31 Spiele. In dieser Zeit war Györ noch in der zweiten Liga. Es wird das fünfte Europacupduell mit einer ungarischen Mannschaft: Nur im ersten gegen Diosgyör schied Rapid 1979 aus, zu Zeiten von Hans Krankl, Heribert Weber und Antonin Panenka wurden Videoton und Tatabanya ausgeschaltet, zuletzt vor zwei Jahren unter Zoran Barisic Debrecen mit einem 5:0-Auswärtssieg. Bei Debrecen spielt jetzt Ex-Rapid-Kapitän Max Hofmann.
Das erste Tor in Debrecen erzielte Matthias Seidl, damals noch nicht Kapitän. Ob er in Györ wieder zur Startelf gehört oder wie beim 0:0 gegen Altach auf der Bank bleibt? Der wieder fitte Moritz Oswald gehört zum Kader, auf der Sangare-Position dürfte Lukas Grgic beginnen. Wolfsberg verpflichtete Mittwoch auf Leihbasis von Hoffenheim, den Klub von Ex-Sturm-Sportchef Andreas Schicker und Meistertrainer Christian Ilzer, den 18 jährigen nigerianischen Innenverteidiger Emmanuel Chukwu. Spielberechtigt ist er gegen Omonia Nikosia nicht. Außer Rapid und Wolfsberg sind Donnerstag noch Österreicher im Einsatz, in den Play-offs zur Europa League zwei Ex-Rapidler: Kevin Wimmer mit Slovan Bratislava gegen den Schweizer Vizemeister Young Boys Bern, Nikolas Sattlberger gemeinsam mit Ex-LASK-Tormann Tobias Lawal mit Genk in Polen gegen Lech Posen. In der Conference League gastiert Teamverteidiger Philipp Mwene mit Mainz in Norwegen bei Rosenborg Trondheim, Oliver Glasner ist mit Crystal Palace im Selhurst-Park gegen Fredrikstad aus Norwegen klarer Favorit.
Foto: SK Rapid/Widner.
