Fußball

Fanprotest, leere Tribüne: Erst drei Joker brachten Rapid den Sieg

Erstmals  seit der Eröffnung des Allianz-Stadion vor acht Jahren blieb der untere Rang der Rapid-Fantribüne leer. Davor hing ein schwarzes Transparent mit der Aufschrift „wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von diesen sportlichen Leistungen“. Auch eine Antwort der aktiven Fanszene, von Ultras, Lord etc. auf Präsident Alexander Wrabetz, der sich letzten Montag in allen Deutlichkeit von den Vorfällen im Derby distanzierte. Das war zweifelsohne die richtige Antwort. Über die Reaktion der Fans kann man diskutieren. So gab es nach zwölf Spielem ohne Sieg mit 10.425 Zuschauern die kleinste Kulisse. Bis zur 70. Minute sah es auch gegen Wolfsberg danach aus, als sollte die Negativserie prolongiert werden. Erst drei Joker, Kapitän Matthias Seidl, Petter Nosa Dahl und Ghana-Youngster Daniel Nunoo sorgte für das 2:0 (0:0), mit dem Rapid zumindest für 24 Stunden wieder unter die ersten sechs kam. Wenn Ried Sonntag am Innsbrucker Tivoli den WSG Tirol besiegt, ist Rapid wieder Siebenter.   Auf den Fünften Hartberg, der das steirische Derby gegen den GAK durch ein Schultertor von Fabian Wilfinger 1:0 (0:0)gewann, hat Rapid weiterhin zwei Punkte Rückstand. Altach liegt nach dem 2:1 (2:1)-Heimsieg über die Wiener Austria nur einen Punkt hinter Rapid. Nächsten Sonntag gibt es das Duell Altach – Rapid im Ländle. Ein „Endspiel“ um Rang sechs.

Wie bei der Derbypleite  begann Rapid im 4-2-3-1. Mit zwei Umstellungen: Jannes Horn statt Kouadi Ahoussu linker Verteidiger, Ercan Kara statt Andreas Weimann, der diesmal zentral im offensiven Mittelfeld spielte, in seinem erst dritten Spiel für Rapid schon Kapitän war, obwohl er nur Leihspieler ist. Auch darüber kann man diskutieren, Ebenso , dass Seidl, den Trainer Hoff Thorup noch Donnerstag wegen seiner Laufstärke und Beweglichkeit als wichtig bezeichnet hatte, auf die Ersatzbank musste, der bisher enttäuschende Rekordlauf Tobias Gulliksen wieder beginnen durfte. Der Norweger blieb wieder alles schuldig, sein Zweikampfverhalten war aufreizend. Zur Pause kam war für ihn Schluss. Bis dahin glich alles einem Duell Not gegen Elend. Wolfsbergs Trainer Ismail Atalan woltle bis zur 70. Minute eine gute Leistung seiner Mannschaft gesehen haben. Die Meinung hatte er exklusiv. Nach nur einem Sieg in den letzten neun Spielen müssen die Kärntner in die Abstiegsrunde.

Seidl begann am linken Flügel. Nicht seine beste Position. Die bekam er erst nach dem vierten Wechsel in der 72. Minute, als Dahl für Kara kam. Dadurch rückte Weimann vor und Seidl übernahm seine Position im Zentrum, Dahl die von Seidl an der linken Flanke. Gleich die erste Aktion des Norwegers brachte die Erlösung: Bei einem langen Ball von Ahoussou, der zehn Minuten zuvor Horn ersetzte, lief der schnelle Dahl Wolfsbergs Verteidiger Fabian Wohlmuth davon, brachte im zweiten Versuch den Ball im Strafrum zu Seidl, der mit links für die Erlösung sorgte. In Gefahr, den Vorsprung zu verspielen, kam Rapid nicht. Auch dank der Reaktionen von Tormann Niklas Hedl spielte Rapid nach langer Zeit wieder „zu null“. In der zweiten Minute der Nachspielzeit kam als Draufgabe das erste Bundesligator von Nunoo, der nach 62 Minuten Nikolaus Wurmbrand ablöste, aus einem Konter. Es war erst sein dritter Kurzeinsatz in der Bundesliga: Gegen Hartberg spielte er 27 Minuten, im Derby 19, Samstag 30, machte Werbung in eigener Sache. Sein Vertrag endet mit Saisonende.

Thorup gab im „Sky“-Interview zu, dass die Erleichteerung auch bei ihm groß ist: „Wir müssen aber dran bleiben. Es st ein Spiel, über das wir nicht mehr allzuviel sprechen werden.Denn das sind ncht die Standards, die wir erwarten. Wir wollen die Fans zurückbringen!“ Montag behandelt der Liga-Strafsenat die Konsequenzen für Rapid nach den Vorfällen beim Derby.

Foto: ZVG.

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