Nur zu vier der acht Partien in der Startrunde der zweiten Liga kamen mehr als 1000 Zuschauer. Insgesamt waren es nur bescheidende 6852, im Schnitt 856. Die meisten Fans zog das Comeback von Austria Salzburg im Profifussball an. Das kleine Max Aicher-Stadion in Maxglan war beim 1:2 im Austria-Duell gegen den Absteiger aus Klagenfurt ausverkauft. Freitagabend dürfte Austria Salzburgs Gastspiel bei der Vienna dafür sogen, dass die Hohe Warte erstmals seit Jahrzehnten wieder ausverkauft sein dürfte. Offenbar gibt es auch in Wien noch Austria Sazburg-Fans. 4000 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt, darüber würden in der Bundesliga Altach vor dem Heimspiel gegen Ried, WSG Tirol vor dem gegen den LASK jubeln.
Die Naturarena Hohe Warte fasst derzeit nur 4500 Zuschauer, also dürfte sie ausverkauft sein. So wie Mitte der Achtzigerjahre, als Mario Kempes den blau-gelben Dress trug. Im April 1986 war die Hohe Warte beim 1:0 gegen den Wiener Sportclub offiziell mit 11.000 Zuschauern ausverkauft, es dürfen aber an die 15.000 in der Naturarena gesehen sein. Freitag wird das Duell zwischen Blau-Gelb und Violett eine Erinnerung an bessere Zeiten beider Klubs in der obersten Spielklasse. Offenbar zieht Tradition doch. Es ist ein Duell von zwei Teams mit unterschiedlichen Zielen: Die Vienna will aufsteigen, Salzburg nur nicht wieder absteigen wie in der bisher letzten Zweiligasaison 2015/16. Der Klub hat das kleinste Budget der Liga, die meiste Spieler gehen noch einer Arbeit nach, pro Woche wird nur ein Vormittagstraining angeboten. Der Tiroler Ex-Teamspieler Roland Kirchler, der 2002/03 in der Bundesliga den Dress von Austria Salzburg getragen hatte, soll als neuer Sportchef den Klub sozusagen professionalisieren. Trainer Christian Schaider ist seit acht Jahren im Amt. Bundesliga-Erfahrung hat als einer von wenigen im Kader Luca Meisl. Er war der Kapitän der Youth League-Mannschaft von Red Bull Salzburg, die 2017 sensationell den Bewerb gewann, spielte in der Bundesliga für Ried, St. Pölten und Austria Lustenau. Der Spieler mit dem bekanntesten Namen saß gegen Klagenfurt auf der Bank, auf der Hohen Warte wird es nicht anders sein: Matthew Collins, der Sohn des weltbekannten britischen Sängers und Schlagzeugers.
Kirchler und Viennas Sportchef Andreas Ivanschitz kennen sich aus gemeinamen Spielerzeiten im Nationalteam und kurz bei Red Bull Salzburg. Ivanschitz ging für die „Mission Aufstieg“ auf Einkaufstour, holte mit acht Neuen auch mehr Routine in die Mannschaft, etwa mit Marco Djuricin. Der Start gelang besser als bei Austria Salzburg: Nach dem 2:0-Sieg über Stripfing muss nachgelegt werden, um die Aufbruchstimmung bei der Premiere der neuen Heimtrikots zu prolongieren. Beim Floridsdorfer AC amtiert nach dem 3:0 beim Aufsteiger Hertha Wels im Heimspiel gegen Kapfenberg der jüngste Trainer in Österreichs Profiszene: Der 30 jährige Kosovare Synan Bytiyci war zuletzt Co-Trainer in China bei Shenzhen Peng City. Als Spieler war er 2012 von der Akademie der Admira in die von Manchester City gewechselt, fünf Jahre später musste er wegen Herzproblemen die Karriere beenden.
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