Fußball

Fodas 16. Sieg brachte nichts Neues – aber ihm geht´s viel besser als Jogi! Hintereggers Akzente

Zweiter Sieg in drei Spielen dieses Jahres, der insgesamt 16 in 25 Partien seiner Ära: Österreichs Teamchef Franco Foda geht´s nach dem Klagenfurter 2:1 (0:0) gegen Griechenland derzeit sicher besser als seinem deutschen Kollegen Jogi Löw, seinem ehemaligen Trainer beim VfB Stuttgart. Der hat mit Deutschland heuer noch kein Spiel gewonnen. Auf ihm lastet der Unentschieden-Fluch: Jeweils 1:1 gegen Spanien und Schweiz nach Führung, den Ausgleich gegen die Spanier in letzter Minute kassiert ebenso Mittwoch beim 3:3 gegen die Türkei in Köln nach dreimaliger Führung. Daher ist die Kritik beim großen Nachbarn viel lauter als in Österreich nach dem Sieg über die  schwachen 70 Minuten gegen die Griechen. Der fehlende Bayern-Block gilt vor den Nations League-Partien und der Ukraine und gegen die Schweiz in Deutschland nicht als Entschuldigung, Löw muss sich anhören, falsch auszutauschen. Zu defensiv. Die lautesten Vorwürfe kommen von Rekordteamspieler Lothar Matthäus, obwohl er selbst weder als Teamchef noch als Klubtrainer auch nur annähernd so erfolgreich war wie als Spieler oder wie Löw:. „Mich wundert nicht, dass in Deutschland keiner mehr den Fernseher aufdreht, wenn die Nationalelf spielt“, lederte Matthäus los.  Mittwoch waren bei RTL nur 5,82  Millionen Zuschauer vor den TV-Schirmen, ein Tiefstwert seit acht Jahren.  Ebenso der Marktanteil von 21,6 Prozent.

Österreichs Sieg gegen Griechenland sahen 450.000 Fans via ORF 1. Das sind rund 400.000 weniger als bei Dominic Thiem am Tag zuvor im Viertelfinale der French Open, gilt aber als akzeptabler Wert, der signalisiert, dass weiterhin ein Interesse am Team besteht. Woran einige zweifelten, weil von den 3000 aufgelegten Karten für das zweite Spiel im Wörthersee Stadion hintereinander nur die Hälfte verkauft wurden. Aber es ist nicht jedermanns Sache, auch am Sitzplatz eine Gesichtsmaske zu tragen. Das ordnete die UEFA an. Davon war nur die „rote Gruppe“ ausgenommen, sprich Spieler und Betreuer, die regelmäßig getestet werden. Genau genommen brachte der Sieg nicht Neues: Dass Österreich nicht über zwei oder sogar drei gleichwertige Besetzungen verfügt, wusste man vorher. Daher ist Foda von Qual der Wahl derzeit noch weit entfernt. Die Argumente mit den drei Jokern, die das Siegestor gekonnt herausspielten (Michael Gregoritsch, Louis Schaub und Christoph Baumgartner), als Beweis für den qualitätsmäßig so breiten Kader gehen auch etwas an den Tatsachen vorbei: Denn ohne Testcharakter hätten Baumgartner und Gregoritsch zu den ersten elf gehört. Und das Schaub nicht lange braucht, um ins Spiel zu finden und Aktente zu setzen, bedeutet auch keine Neuigkeit.

Nichts desto trotz: Die Freunde nach dem Siegestor war beim Schützen  Baumgartner, dem Assistgeber Schaub und Adrian Grbic, der dem Ausglich erzielte, sehr groß (Bild oben). Am  Tag nach dem Spiel kamen David Alaba, Martin Hinteregger und Christoph Baumgartner zum Presstermin, bei dem Hinteregger in seiner unbekümmerten, sozusagen naturbelassenen Art die Akzente setzte. Indem er mit Blickpunkt Europameisterschaft 2021 für eingespielte Formationen plädierte, daher für Aleksandar Dragovic als seinen Partner in der Innenverteidigung, weil das schon jahrelang passe. Dann drückte Hinteregger seine Verwunderung darüber aus, dass Mittwoch nach dem Austausch von Julian Baumgartlinger nicht Dragovic mit seinem 82 Länderspielen Kapitän war, sondern seiner Frankfurter Klubkollege Stefan Ilsanker mit 44, also 38 weniger. Das war nicht nur ihm aufgefallen, einige werteten dies als Zeichen, dass es mit dem Fixplatz von Dragovic vorbei ist.

Zudem hoffte  Hinteregger auf eine klare Nummer eins im Tor, die sich bald herauskristallisieren sollte. Als Draufgabe eröffnete der Kärntner die Diskussionen um die Rolle von Alaba: „Auch ich bin schon gespannt, auf welcher Position er spielen wird“. Alaba stellt vor seinem ersten Länderspiel seit elf Monaten keine Ansprüche, sondern möchte der Mannschaft helfen. Wie es aussieht, kann er dies am Sonntag in Belfast am besten nicht im Zentrum wie bei Bayern München tun, sondern an der linken Seite tun. In einer Viererbwehr als Linksverteidiger im 4-2-3-1 oder links im Mittelfeld, wenn Foda mit drei Innenverteidigern und einem 3-4-2-1 spielen lässt. Mittwoch funktionierte das 4-2-3-1 besser.

 

 

Foto: ÖFB/Kelemen.

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