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Führung hielt nur 66 Sekunden: Entscheidung am Dienstag gegen USA

Die erste Chance, ins Viertelfinale zu kommen, ließ Österreichs Eishockeyteam Samstagabend in Zürich ungenützt. Aus einer 1:0-Führung gegen Deutschland, die nur 66 Sekunden hielt, wurde vor 9685 Zuschauern eine 2:6 (0:0, 1:2, 2:4)-Niederlage. Aber selbst, wenn es Sonntag wie erwartet gegen Finnland die dritte Niederlage geben wird, kommt noch eine Chance: Am Dienstag im letzten Spiel gegen den Olympiasieger USA fällt die Entscheidung. Die Amerikaner verloren Samstag gegen Lettland 2:4, haben aus fünf Spielen erst fünf Punkte erreicht. Mit dem Pflichsieg gegen Ungarn werden es acht. Da heißt: Österreich könnte mit einem Sieg gegen die Amerikaner unter die letzten Acht kommen.

Im Nachbarsduell lief es ein Drittel lang wie erhofft. Die Österreicher ließen die Deutschen nicht zur Geltung kommen, die schon nervös wirkten. Speziell, als Österreichs vierte Linie durch Leon Wallner Leon die Führung besorgte, NHL-Goalie Philipp Grubauer (Bild) geschlagen war. Leider fiel zu schnell der Ausgleich durch NHL-Legionär Lukas Reichel. In der 34. Minute brachte Edmonton-Stürmer Joshua Samanski Deutschland in Führung. Die Hoffnungen auf die Aufholjagd bremste im letzten Drittel eine Zweiminutenstrafe für Vinzenz Rohrer. Deutschland nutzte das Powrplay zum dritten Treffer. Dann war auch Pech dabei, dass Verteidiger David Maier mit seinem rechten Schlittschuh den Puck an Tormann Atte Tolvanen vorbei ins Netz beförderte. Doch nur 24 Sekunden später gab es wieder Hoffnung, als der zum besten Österreicher gewählte Rohrer über Grubauers Schulter zum 2:4 traf.

Doch dann entscheiden zwei Ausschlüsse das Spiel: Zunächst musste Kapitän Peter Schneider wegen hohen Stocks vier Minuten auf die Strafbank, nur 13 Sekunden später Verteidiger Thimo Nickel. Sein Befreiungsschlag aus dem eigenen Drittel ging hinter dem deutschen Tor über das Plexiglas ins Netz – daher Spielverzögerung. Mit zwei Mann mehr erzielte Boston-Stürmer Reichel sein drittes Tor zum 5:2. Vier der sechs deutschen Treffer gingen auf das Konto von NHL-Legionären. Dann riskierte Teamchef Roger Bader alles, nahm bereits 5:34 Minuten vor Schluss Tolvanen vom Eis, um mit sechs Feldspielern, sprich der ersten Linie plus Rohrer, das Anschlusstor zu erzielen. Aber das gelang nicht, Deutschland traf ins leere Tor. „Wir haben fünf kleine Strafen kassiert, das ist zu viel. Die deutschen NHL-Legionäre haben das ausgenutzt“, bedauerte Bader. Zum „Finale“ gegen die USA sagte er: „Unmöglich ist nichts!“

Foto: IIHF.

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