Fußball

Fünf Siege reichten für Scheiblehner bei den „Hoppers“ nicht

Sein erstes Trainerengagement im Ausland dauerte für Gerald Scheiblehner nur 34 Spiele. Fünf Siege in der Schweizer Super League mit Grasshoppers Zürich reichten nicht. Ihnen stehen neun Unentschieden und 16 Niederlagen gegenüber, von den letzten zwölf Partien gewann der ehemalige Schweizer Spitzenklub nur eine. Das 1:5-Debakel nach 1:0-Führung beim Sensationstabellenführer FC Thun, bei dem Ex-Rapidler Furkan Dursun per Kopf sein erstes Tor erzielte, bedeutet den Abschied beim Vorletzten. Beim Rekordmeister heißt das Saisonziel nicht absteigen. Aus finanziellen Gründen musste Scheiblehner vor allem mit jungen Spielern auskommen. Als der Vorsprung auf den Letzten Winterthur 13 Runden vor Schluss auf fünf Punkte schrumpfte, stieg bei den „Hoppers“  die Nervosität. Sportchef Alain Sutter (Bild), ehemaliger Schweizer Teamspieler und Legionär bei Bayern München, kam zur Erkenntnis, dass es einen neuen Impuls braucht. Also Trainerwechsel.

Scheiblehner führte zuvor Blau Weiß Linz in die Bundesliga und sensationell in die Meistergruppe, sagte vor zwei Jahren der Wiener Austria ab, nutzte letzten Sommer die Aufstiegsklausel, um in die Schweiz zu wechseln. Kurioserweise holte der 49-Jährige seinen vier Jahre jüngeren Nachfolger selbst in den Klub. Es ist der Kärntner Gernot Messner, der den GAK in die Bundesliga brachte, im Oktober 2024 beurlaubt wurde. Im November letzten Jahres holte Scheiblehner seinen früheren Gegner in Österreichs zweiter Liga als U 21-Trainer zu Grasshoppers. Messner gewann von bisher sieben Spielen sechs, verlor keines. Eine Bilanz, von der die erste Mannschaft seit vielen Jahren träumt. Scheiblner stieg mit Grasshoppers im Schweizer Pokal bis ins Semifinale auf, dort ist Zweitligist Stade Lausanne am 18. April der Gegner. Damit „erbte“ Messner die Chance, ins traditionsreiche Cupfinale zu kommen.

Die Schweizer Zwölferliga hat einen einzigartigen Modus. Nach 33 Runden spielen die ersten sechs um den Meistertitel, die zweiten sechs gegen den Abstieg. Der Letzte steigt ab, der Vorletzte spielt gegen den Zweiten der zweiten Liga im Play-off, in der Schweiz „Barrage“ genannt, um den Platz in der Super League. Auf diese Art schaffte Grasshoppers in der letzten Saison den Klassenerhalt. Anders wird es wohl auch heuer nicht klappen, der Rückstand auf den Drittletzten, den Stadtrivalen FC Zürich, beträgt sieben Punkte. Luzern, der FC Lausanne, Servette Genf, der FC Zürich und Winterthur werden vermutlich Messners Gegner sein, seinen Einstand hat er nächsten Samstag in Genf gegen Servette. Bisher fand er den Job in Zürich „richtig cool“. Weil sich der Kärntner noch nirgends so wertgeschätzt fühlte wie bei den Grasshoppers.

Die gehören zu den zwei europäischen Klubs der Los Angeles-Gruppe, die auch mit Bayern München kooperiert. Europa-Direktor von Los Angeles ist der Deutsche Harald Gärtner, der von 2020 bis 2022 Geschäftsführer bei Austria Klagenfurt war. Der andere europäische Klub ist Wacker Innsbruck. Die Tiroler stehen vor dem Aufstieg in die zweite Liga, führen in der Regionalliga West mit elf Punkten Vorsprung. Die Fans der Traditionsklubs, der in der Regionalliga am Tivoli einen Zuschauerschnitt von 3156 hat, träumen bereits vom Durchmarsch in die Bundesliga.

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