Rapids Hinspiel in der dritten Runde der Qualifikation zur Conference League in Estlands Hauptstadt Tallinn ist Donnerstagabend live in ORF 1 zu sehen. Wahrscheinlich teilweise in Konferenzschaltung mit dem der Austria im rumänischen Ploiești gegen Beitar Jerusalem. Das Vorspiel bei Grün-Weiß liefern Transferspekulationen. Diesmal nicht um Romeo Amane, sondern um Nikolaus Wurmbrand (Bild). In den bisherigen vier Pflichtspielen gehörte er nur einmal zu den ersten elf. Man kann verstehen, wenn der 20-jährige Stürmer mit seiner Situation unzufrieden ist. Nur ist er zu bescheiden, um das auch offen auszusprechen, für Aufregung zu sorgen. Obwohl, wie bereits einmal festgestellt, es unverständlich ist, dass Rapid seinen Vorzeigespieler aus der eigenen Akademie nicht so forciert, wie man es tun sollte. Wie es auch seinem Potenzial entspricht. Ein schneller Stürmer, stark im Dribbling. Nur darf er nicht auf der Position spielen, in der er am besten zur Geltung kommt, als Stürmer, sondern als Außenspieler im 4-2-3-1. Mitunter kann es auch ein Nachteil sein, ruhig zu bleiben.
Wurmbrand lässt sich seit Monaten von der Agentur Spocs beraten. Die hat einen Hauptsitz in München, aber auch eine Zweigstelle in Wien. Die laut Homepage Sascha Empacher und Ex-Rapid-Meistertormann Helge Payer „betreuen“. Via Spocs versucht auch Wolfsberg-Tormann Nicolas Polster, seine Auslandspläne in die Tat umzusetzen. Bisher ohne Erfolg. Für Wurmbrand soll sich Hollands Vizemeister Feyenoord Rotterdam interessieren. Dessen größte Erfolge mit dem Namen von Ex-Rapidlern verbunden sind: Mit Ernst Happel als Trainer und Franz Hasil im Mittelfeld wurde Feyenoord vor 56 Jahren Meister, Welt- und Europacupsieger. Sollte Wurmbrand nach Rotterdam wechseln, würde er an einem Happel-Denkmal vorbeigehen, wenn er das de Kuip-Stadion betritt. Willi Kreuz wurde zwischen 1974 und 1978 mit Feyenoord zweimal Vizemeister, Gernot Trauner in seinen fünf Jahren je einmal Meister und Pokalsieger. Nach langer Verletzungspause erhielt der 34-jährige Innenverteidiger heuer keinen neuen Vertrag mehr.
Bei Feyenoord gab es nach Platz zwei mit 19 Punkten Rückstand auf Meister PSV Eindhoven einen Trainerwechsel von Robin van Persie, dem ehemaligen Torjäger, zu Giovanni van Bronckhorst. Der slowakische Teamstürmer Leo Sauer wurde für 15 Millionen an den VfB Stuttgart verkauft, der Algerier Anis Hajdi Moussa, bei der WM gegen Österreich im Einsatz, dürfte zu Newcastle übersiedeln. Verpflichtet wurde bisher 21-jährige spanische Mittelstürmer Nacho Ferri vom belgischen Klub Westerlo. Stand jetzt wäre es für Wurmbrand, dessen Vertrag bei Rapid bis 2028 läuft, sicher ein Fortschritt, vom Fünften der österreichischen Liga zum Zweiten der Eredivisie zu kommen.
Foto: Yigit Oerme.