Fußball

Dragovic und Fuchs in Dreierkette gegen Torfabrik

Was für Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf Samstag Abend der  Gang mit Schalke zu Bayern ins Allianz-Stadion von München ist, bedeutet zur gleichen Zeit in England für Aleksandar Dragovic und Christian Fuchs der mit Leicester zu Manchester City ins Etihad-Stadium. Wenn er  nicht noch schwerer ist. Denn zwischen dem Achten Leicester und dem Tabellenführer liegen 34 Punkte, zwischen dem Fünften Schalke und Bayern „nur“ 19. Und die Mannschaft von Pep Guardiola ist die größere Torfabrik als die ehemalige. Manchester City erzielte bisher 74 Tore in 26 Runden, Bayern um 23 weniger in 21. Also wartet auf Dragovic in seinem sechsten Premier League-Spiel die bisher größte Herausforderung. Gegen Kim Aguero und Raheem Sterling, die als Dritter und Vierter der Schützenliste zusammen 31  Tore, nur sieben weniger als alle bisherigen Leicester-Torschützen. Von den 38 Treffern gingen zwölf auf das Konto von Torjäger Jamie Vardy.

Dragovic muss vor allem auf Highspeed eingestellt sein. Darum geht es bei Manchester City. Oft Tore in der Anfangsviertelstunde, oft trafen die Citizens auch nach perfekten Kontern. Speziell der Belgier Kevin de Bruyne und Leroy Sane beherrschen das Spiel mit maximaler Geschwindigkeit. Durch das die Stürmer im Idealfall vor dem Tor freigespielt werden. Die Gefahr durch die deutsch Rakete  Sane bleibt Leicester wegen einer Verletzung erspart, ebenso der Brasilianer Gabriel Jesus.  Dragovic hat gegen City schon im Viertelfinale des League Cups gespielt. Allerdings daheim.  Am 19. Dezember stand es nach 90 Minuten 1:1,  musste City in die Verlängerung, setzte sich erst im Elferschießen durch. Allerdings fehlten damals Aguero, Sterling und de Bruyne.

Leicester Trainer Claude Puel spielt normal mit Viererabwehr. Für Samstag läßt er jedoch seit Mittwoch mit drei Innenverteidigern trainieren. Zwei davon sind Österreicher: Rechts Dragovic, links Ex-Teamkapitän Christian Fuchs. Er übersiedelt von der linken Flanke also ins Zentrum. Zwischen Dragovic und Fuchs verteidigt Englands Teamspieler Harry Maguire. So will der Aussenseiter der Torfabrik, die selten nicht auf Touren kommt wieletzten Samstag beim 1:1 gegen Burnley,  das Leben schwer machen. Für Dragovic eine Chance, sich für die Zeit zu empfehlen, in der Kapitän Wes Morgan wieder zur Verfügung steht. Lang dauert die Pause des 34j#hrigen  nicht mehr: „Dann wird´s chwierig“, prophezeite Dragovic letzten Sonntag beim Besuch des Wiener Derbys.

Zum Streik von Riyad Mahrez sagte er nichts, weil er nichts ändern kam. Der Flügel fehlt schon zwei Spiele, kam nach dem Ende der Transferzeit nicht zum Training. Grund: Leicester verweigerte ihm die Freigabe für Manchester City, obwohl der Tabellenführer 74,3 Millionen Euro bot. Leicester forderte 91,5 Millionen, Das war sogar den City-Scheichs aus Abu Dhabi um einiges zuviel. Auch die Ankündigung von sechsstelligen Geldstrafen bewegten den 26jährigen Algerier bisher nicht zur Rückkehr nach Leicester. Er bleibt wie vom Erdboden verschluckt, soll wegen des geplatzten Wechsels an Depressionen leiden. Die Profi-Gewerkschaft bot ihre Vermittlung an. Die tipp 3-Quoten zu dem Spiel sagen alles: Nur 1,20 für den Heimsieg, 7,10 hingegen für die Leicester-Sensation. Damit ist der Sensationsmeister von 2016 der größte Außenseiter der Runde. Die Quoten auf einen Watford-Sieg mit Sebastian Prödl im kleinen Londoner Derby bei West Ham stehen nur auf 2,70. Auf einen Heimsieg von Moritz Bauer mit Stoke gegen Brighton nur auf 2,00.

Meist gelesen

Nach oben