Fußball

Reform ohne neue TV-Pakete: Wer will die Samstag-Show?

Als das  Zweite Deutsche Fernsehen, kurz ZDF,  letzte  Woche bei rund 70 Millionen Euro aus dem Poker um die Rechte der Champions League ab 2018 ausstieg, wusste man so gut wie sicher, dass die Königsklasse  auch in Österreich nur noch ein Jahr im Free-TV zu sehen sein wird.   Der ORF wird sich Real Madrid, Juventus, Bayern München etc. nicht mehr leisten können, obwohl die Preise für den kleinen österreichischen Markt nicht so exorbitant sein werden, aber noch immer hoch genug. Jetzt geht´s darum, wer im Pay-TV am meisten bietet: Wie bisher „Sky“ oder der neue Konkurrent, der Live -Streaming- Dienst der Perform Group mit Sitz in England amerikanischem Hintergrund (Warner) namens  DAZN? Bei der neuen Variante besteht allerdings die große Gefahr, dass sich di Fans selbst von der Champions League abwenden. Und dann hätte der  Fußball verloren.

Auch in Österreich werden die Rechte für die Liga  neu vergeben. Um viele, viele Millionen weniger als in der Champions League. Das war Montag mit  ein Thema für den Aufsichtsrat der Liga. Zum Saisonende  werden die Rechtepakte  an mögliche Interessenten verschickt, beginnen die entscheidenden Gespräche. Die Variante, dass auch die Zwölferliga  nicht mehr im Free-TV zu sehen sein wird, sondern dafür bezahlt werden muss, ist nicht sehr wahrscheinlich. Weil sonst das Murren der  Vereinssponsoren  gefährliche Ausmasse annehmen würde. Vorerst ist nur hörbar: Vier Spiele weniger als derzeit bedeutet ab Juli 2018 auch weniger TV-Präsenz für die Sponsoren. Und in Folge wohl weniger Geld für die  Klubs. So gesehen ist´s ein Schuss ins eigene Knie, der mit der Reform beschlossen wurde.

Ab Juli 2018  gibt´s statt fünf Spiele pro Runde sechs. Die Pakete unterscheiden sich dem Vernehmen nach nicht entscheidend von den bisherigen: Eine Live-Spiel pro Runde für das Free-TV,  eine Konferenz-Schaltung von vier Spielen am Samstag Abend, davor wieder ein Einzelspiel. Und eine Fussball-Sendung am Samstag Abend, vergleichbar mit der Sportschau in der deutschen ARD oder das ZDF-Sportstudio als Nachtversion. Bei den letzten zwei Vergaben griff  kein Sender zu. Gibt´es jetzt Samstag-Interessenten?

Dazu müsste der Markt neu in Bewegung kommen. Wer könnte dafür sorgen? Beim Free-TV einzig  Puls4, da Red Bull-Chef Didi Mateschitz weiterhin kein gesteigertes Interesse an Fussball im Servus-TV  zeigt. Beim Pay-TV heißt die Hoffnung DAZN. Die Ligavorstände  Christian Ebenbauer  und Raimund Herovits setzen ebenso wie die Chefetagen der Spitzenklubs darauf , dass DAZN in letzter Zeit europaweit bei allen verfügbaren Fussballrechten zugriff und bei Österreich keine Ausnahme macht. Kay Dammholz, bei DAZN für Rechtefragen zuständig, bezeichnete Österreich immerhin als interessanten Markt. Abwarten, wie interessant.

Wenn nicht wirklich, könnte die Hoffnung auf mehr TV-Gelder Illusion bleiben. Auch am Küniglberg  beim ORF sowie bei „Sky“ kann man der Forderung, ab 2018 für vier Runden weniger (32 statt 36)  mehr zu zahlen, nicht viel abgewinnen. Dass die Liga eine Niveausteigerung ankündigt, ist nett, aber nicht relevant. Und sollten  Free-TV und Pay-TV vielleicht gar auf die Idee kommen, sich hinter den Kulissen abzusprechen, was gar nicht so abwegig ist, dann läuten nur unweit vom ORF-Zentrum entfernt in der Hietzinger Rotenberggasse, wo sich das Haus der Bundesliga befindet, die Alarmglocken.

 

Foto: Wikimedia.

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