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Gadous Wechsel ist für Salzburg positiver als für Borussia Dortmund

Vor zwei Jahren zahlte Red Bull Salzburg zehn Millionen Euro, um Innenverteidiger Joane Gadou von Paris St. Germain zu kaufen. Damals spielte er noch in der U 19 des französischen Serienmeisters Zwei Jahre später bekommt Salzburg von Deutschlands Vizemeister Borussia Dortmund neun Millionen mehr für den Franzosen.  Die 58 Spiele im Dress der Bullen haben den Marktwert des 1,95 Meter großen Gadou in die Höhe getrieben, von zwei auf zwölf Millionen gesteigert, seinen Preis fast verdoppelt. Dortmunds Sportvorstand Lars Ricken und der neue Sportchef Ole Book feierten Gadou, der bereits zu Paris-Zeiten beobachtet wurde, bei der Präsentation (Bild) als modernen, physisch starken Verteidiger mit gutem Spielaufbau und extremer Schnelligkeit, sahen ihn als optimale Ergänzung für die Abwehr. An Kapitän Nico Schlotterbeck und Routinier Waldemar Anton kommt Gadou sicher nicht heran. Sein Konkurrent wird der 18 jährige Italiener Luca Reggiani sein, den Trainer Niko Kovac vor kurzem aus der zweiten Mannschaft in den Bundesligakader holte.

Das kann Salzburg egal sein. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann bezeichnete den Wechsel zum Klub von Marcel Sabitzer und Carney Chukwuemeka als positiv für beide Seiten. Für Salzburg ist er sicher positiver. Weil Gadou sozusagen ein neuralgischer Punkt im Abwehrzentrum war. Leichtsinnig, fehlerhaft, öfter an Verlusttoren beteiligt, heuer auch zweimal gesperrt. Dass er in den letzten sechs Runden nicht spielte, mag zuletzt vielleicht an der bevorstehenden Einigung mit Dortmund gelegen haben, zuvor waren es aber sportliche Gründe. Mann ist also gefordert, einen besseren Nachfolger zu verpflichten. Am Geld kann es nicht scheitern. Der erste Innenverteidiger, den er im Winter verpflichtete, der 21 jährige Deutsche Tim Drexler, der zuvor als Hoffenheim-Leihgabe beim Zweitligisten Nürnberg spielte, sorgte auch nicht für mehr Stabilität.

Salzburg braucht bessere Spieler im Kader. Trainer Daniel Beichler zum Sündenbock dafür zu machen, dass Salzburg erstmals in der Red-Bull-Ära nicht unter den ersten zwei ist, ist der falsche Ansatz. Dann müsste man auch Mann in die Verantwortung nehmen, weil er ja für den Trainerwechsel von Thomas Letsch zu Beichler verantwortlich war.  Salzburg muss in erster Linie nachdenken, was geschehen muss, um wieder besser zu werden. Der Verlust von Kerim Alajbegovic, dem einzigen Unterschiedsspieler im Kader, tut mehr weh als der von Gadou, der aber elf Millionen Euro mehr brachte.

 

Foto: Borussia Dortmund.

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