Fußball

Gefahr durch Beckham-Freistöße: Für Sensation über Deutschland werden mehr als 114 Kilometer nötig sein

Von allen Viertelfinalistinnen bei der Europameisterschaft in England ist Österreichs Frauenteam das mit der besten und höchsten Laufleistung. Das lief gegen England, Nordirland und Norwegen insgesamt 344 Kilometer, im Schnitt 114. Die meisten spulte Spielmacherin Sarah Zadrazil (35,4) vor Sarah Puntigam (34,4) und Linksverteidigerin Verena Henshaw (33,8 ab. Im 100. Länderspiel von Zadrazil  (Bild oben) am Donnerstagabend werden noch mehr Kilometer notwendig sein, um Favorit Deutschland, der 5,8 Kilometer weniger lief als Österreich, im Viertelfinale zu eliminieren, um die ganz große Sensation zu liefern. Mit dem Duell „David gegen Goliath“ gegen den großen Nachbarn werden die Frauen ziemlich sicher den Auftakt der Bundesliga ausstechen, bei der Live-Übertragung auf ORF 1 die besseren Quoten und mehr Zuschauer haben als zuvor Rapid gegen Lechia Gdansk und einen Tag später das Duell zwischen Red Bull Salzburg und der Wiener Austria.

Am Wiener Rathausplatz gibt es Donnerstag Abend ein Public Viewing auf einer 300 Quadratmeter großen Leinwand, tipp 3 berichtet von den höchsten Einsätzen, die es jemals auf ein Spiel der Frauen gab. 34 Prozent der Wetter setzten auf eine Sensation in Rot-Weiß-Rot, auf den Aufstieg des 8,40-Außenseiters. Allein das Spiel an sich sieht Teamchefin Irene Fuhrmann als absolutes Highlight für jede und jeden, der mit dem Frauenteam etwas zu tun hat. Es ist erst das dritte Nachbarsduell, das erste bei einer Europameisterschaft. Zuvor gab es nur zwei Freundschaftsspiele mit deutschen Siegen, vor sechs Jahren 4:2 in Regensburg, vor vier Jahren 3:1 in Essen. Zwei der Österreicherinnen, die Donnerstag spielen, erzielten dabei jeweils ein Tor: Laura Feiersinger und Nicole Billa.  In Brentford kommt´s zum Duell von zwei kompakten Abwehrreihen: Deutschland mit Kathrin Hendrich und Marina Hegering, die wegen einer Knieverletzung in diesem Jahr vor der Europameisterschaft nur ein Spiel bei Bayern bestritt, in der Innenverteidigung, bekam bisher kein Tor, Österreich mit Carina Wenninger und Viktoria Schnaderbeck im Abwehrzentrum nur eines. Die Torhüterinnen Merle Frohms und Manuela Zinsberger gelten als die bisher besten bei der Europameisterschaft.

Österreich fordert einen mehrfachen Europameister, Weltmeister und Olympiasieger, dessen Spielerinnen in der Heimat Dimensionen erreichen, die in Österreich unrealistisch sind. Verteidigerin Giulia Gwinn verdient bei 300.000 Followern auf Instagram mit Werbeverträgen ähnlich viel wie mit ihrem Grundgehalt bei Bayern (150.000 Euro). Gefahr droht Zinsberger & Co von der deutschen Kapitänin Alexandra Popp, die bei ihrer ersten Europameisterschaft bisher in jedem Spiel ein Tor erzielte. Und von Freistoßkönigin Lina Magull. Direkte Freistoßtore sind die Spezialität der Mittelfeldspielerin von Bayern München, die You Tube-Videos von Freistoß-Spezialist David Beckham studierte. Teamchefin Marina Voss-Tecklenburg sieht ihr Team als Favorit, der nur an sich selbst scheitern könne, nicht am Gegner, die Spielerinnen sind von sich überzeugt. Einige gönnten sich trotz mehr als 40 Grad Hitze in London Dienstag eine Themse-Tour unter der Tower Bridge durch. Linksverteidigen Felicitas Rauch ließ via „Bild“ Hans Krankl ausrichten: „Cordoba? Kennen wir nicht!“

Foto: ÖFB/Christopher Glanzl.

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