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Glasner legt in Wolfsburg los: „Ohne Spieler bin ich als Trainer nichts“

Ab Sonntag gibt das neue österreichische Trainergesicht in der deutschen Bundesliga, Oliver Glasner, richtig Gas. Er legt beim VW-Werksklub in Wolfsburg los, beginnt mit der Vorbereitung. In Wahrheit tat der 44jährige schon einiges hinter den Kulissen, seit er sich im April entschieden hatte, das Erfolgskapitel beim LASK zu beenden, die neue Herausforderung im Norden Deutschlands zu suchen. Er sah sich Wolfsburgs A-Jugend im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft in Stuttgart an, war oftmals in Wolfsburg, um sich einen Eindruck von der Stadt und dem Klub zu machen. Besuchte sogar das Schützenfest,  eine Art Jahrmarkt, unweit der Volkswagen-Arena, der Heimstätte. Die Wohnung ist eingerichtet, das Bankkonto eröffnet. Das hatte Glasner auch von seinem nach Wolfsburg mitgenommenen Assistenten Michael Angerschmid eingefordert. Ab sofort nur noch volle Konzentration auf Wolfsburgs Umbau.

Glasner hatte vor drei Monaten Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer  in mehreren Treffen mit seiner Philosophie, seinen Vorstellungen, wie sich der Sechste der vergangenen Saison künftig präsentieren soll,  überzeugt. Glasner plant sein LASK-Modell zu übertragen, ein anderes, neues Wolfsburg entstehen zu lassen. Mit mehr Pressing und weniger Ballbesitz als unter dem erfolgreichen Vorgänger Bruno Labbadia, mit drei Innenverteidigern statt Viererabwehr. Xaver Schlager, der Wolfsburger Königskauf der letzten Woche, wird anfangs fehlen, aber mit Tormann Pavao Pervan, dem ehemaligen Glasner-Kapitän beim LASK und den Neuzugängen Joao Victor und Paulo Otavio kennen drei Spieler Glasner bereits aus Linzer Zeiten genau. Wissen, was sie erwartet. „Es kann anstrengend sein, wenn er seine Philosophie in die Köpfe der Spieler bringt. Aber wer sie verinnerlicht, wird bei ihm erfolgreich sein“, prophezeit Pavao.

Besessener vom Fußball als in Linz wird Glasner auch in Wolfsburg nicht sein können. Er wird sich nicht verändern, kein Showman sein, seine Worte bei öffentlichen Auftritten wie beim ersten am Freitag mit Bedacht wählen. Ein Kopfmensch, der seine Schritte genau überlegt, Klartext redet. Auch noch in der Pause bei seinem letzten Spiel mit dem LASK gegen die Austria. Aber zugleich die menschliche Komponenten nie aus den Augen verliert: „Ohne die Spieler bist du als Trainer gar nichts. Egal ob in Ried, Linz oder in Wolfsburg.“ Was bei seiner Präsentation in Wolfsburg mit Schmadtke (Bild oben) beeindruckte: Glasners Dank an Vorgänger Labbadia für das hinterlassene Erbe, das Wolfsburg in die Europa League brachte. Schmadtke denkt, mit Glasner in Wolfsburg eine ähnliche Erfolgsstory schreiben zu können wie mit dessen Landsmann Peter Stöger beim 1.FC Köln von 2013 bis 2016. Zum Bundesligastart empfängt Wolfsburg ausgerechnet den 1.FC Köln.

 

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