Die Graz99rs sind voll auf Kurs zum ersten Meistertitel der Klubgeschichte. Im zweiten Spiel der Finalserie der ICE League gegen Pustertal gab es den zweiten Sieg. Nach dem 5:1 zum Auftakt in Graz gelang in Bruneck ebenfalls ein 5:1 (1:0, 3:0, 1:1). Damit liegt Graz 2:0 in Führung, zwei Siege fehlen noch zum Pokal. Die Grazer sind in den Play-offs weiter ungeschlagen. Pustertal bestimmt zwar das Spielgeschehen, die Tore schossen aber die 99ers. Das erste bereits in der dritten Minute. Die ersten vier Treffer erzielten mit Kasper Kotkansalo, Frank Hora, Nick Bailen (der nächste Saison bei den Vienna Capitals spielen soll) und Andreas Koch nur ausländische Verteidiger. Alle trafen auf der Stockhandseite von Pustertals Goalie Eddie Pasquale. Pustertral bezwang den starken Graz-Keeper Nicolas Wieser erst vier Minuten vor Schluss. Weiter geht es Sonntag in Graz. In bislang neun Best-of-seven-Finalserien wurde das Team, das 2:0 in Führung ging, achtmal Champion.
Österreichs Team feierte im dritten WM-Test den zweiten Sieg. Donnerstag gelang vor knapp 5000 Zuschauern im ersten Länderspiel seit 14 Jahren in Feldkirch ein 3:2 (0:0, 2:1, 0:1, 1:0) gegen Italien nach Verlängerung. Den Chancen nach hätte Roger Baders Mannschaft schon in der regulären Spielzeit gewinnen müssen, bei Italiens Ausgleich patzte zudem Keeper David Kickert, der den Puck hinter dem Tor verlor. In der Verlängerung gab es nur österreichische Torschüsse, Peter Schneider, als Kapitän Nachfolger von Thomas Raffl, traf 29,6 Sekunden vor Schluss. (Bild). Somit gingen alle drei Tore auf das Konto von Salzburg-Spielern: Center Benjamin Nissner traf zweimal zur 2:0-Führung, der zweite Treffer fiel im Powerplay. Nächste Woche wartet mit Tschechien am Donnerstag in Wien und Freitag in Iglau der bisher schwerste Gegner.
Bei der Schweiz, am 20. Mai in Zürich Österreichs vierter WM-Gegner, kam es zu einem Teamchefwechsel, Patrick Fischer, der die Eidgenossen zuletzt zweimal ins Finale der WM führte, wurde nach fast zehn Jahren entlassen. Zu Verhängnis wurde ihm ein TV-Interview, in dem er „gestand“, mit einem gefälschten Corona-Zeugnis vor vier Jahren sowohl zu Olympia nach Peking als auch zur WM nach Finnland geflogen zu sein. Zwei Tage später wurde er Mittwoch auf der Reise zu den Vorbereitungsspielen in der Slowakei von Verbandsboss Urs Kessler via Telefon entlassen. Nachfolger wurde sein Assistent Ian Cadieux, der zuvor mit Servette Genf Schweizer Meister und Champions League-Siger war. Der Wechsel war geplant – allerdings erst nach der Weltmeisterschaft.
Foto: IIHF/Andre Ringuette.
