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Graz hat vier „Matchpucks“: Vienna Capitals derzeit ohne Trainer, mit nur elf Spielern

Die Graz99ers können schon für das Finale der ICE League planen. Im dritten Spiel der Semifinalserie gegen Fehervar gab es den dritten Sieg, beim 4:0 (2:0, 0:0, 2:0) in der mit 4126 Zuschauern ausverkauften Liebenau-Halle gelang den Torhüter Maxime Lagace und Nicols Wieser ein Shutout. Wieser löste zehn Minuten vor Schluss den verletzten Lagace ab, kaum auf seine ersten Playoff-Minuten in dieser Saison. Zwei Tore von Paul Huber im Startdrittel brachten schon die Vorentscheidung, das 2:0 erzielte er im Powerplay nach Assist von Lukas Haudum. Damit hat Graz vier „Matchpucks“, um erstmals in der Klubgeschichte das Finale zu erreichen. Wird bereits der erste am Sonntag in Szekesfehervar genützt, wurde ein „Sweep“ geschafft, der Aufstieg ohne Niederlage. Die Chance darauf hat auch Pustertal. Das 3:0 (2:0, 0:0, 1:0) in Bruneck gegen Olimpija Laibach war der dritte Sieg in Serie mit diesem Resultat. Goalie Eddie Pasquale ist seit 268 Minuten ohne Gegentor.

Beim ersten „Fehervar“-Opfer unter den österreichischen Klubs, den Vienna Capitals, gab es durch das Scheitern an den Ungarn in den Pre-Play-ofs doch viele Veränderungen. Das steht drei Wochen später fest. Die Zusammenarbeit mit dem erst im November geholten 67 jährigen Trainer Kevin Constantine wurde beendet. Es gelang dem Amerikaner zwar, die Mannschaft zu stabilisieren, für einige Highlights zu sorgen, die auch einen neuen Zuschauerrekord brachten, aber je 18 Siege und Niederlagen in 36 Spielen sicherten nicht das von Präsident Martin Reiss ausgegebene Saisonziel, den Aufstieg ins Viertelfinale.  Dort scheiterte der KAC an Fehervar. Aber die Klagenfurter verlängerten den Vertrag mit Trainer Kirk Furey, mit dem in den zwei Saisonen davor der Aufstieg ins Finale gelungen war.

Der Nachfolger von Constantine bei den Capitals soll bald fixiert werden, denn er wird maßgeblich an der Zusammenstellung des neuen Kaders beteiligt sein. Es gibt eine Shortlist. Derzeit haben die Capitals für die kommende Saison nur elf Spieler unter Vertrag. Tormann ist keiner darunter. Das sind die Verteidiger Dominic Hackl, Lorenz Lindner, Nelson Nogier, Ramon Schnetzer und Raphael Wolf, die Stürmer Linden Vey, Jeremy Gregoire, Sam Antoitsch, Felix Koschek, Benjamin Lanzinger und Marco Richter. Das könnte bedeuen, dass von den elf Legionären der vergangenen Saison nur Kapitän Vey, Gregoire und Nogier nochmals kommen.

Einen Trainerwechsel gab es auch bei dem von Pustertal im Viertelfinale entthronten Meister EC Red Bull Salzburg: Nicht ganz unerwartet muss Ex-Teamchef Manny Viveiros trotz Vertrag bis 2027 gehen. Saltburgs Kader hätte mehr hergeben müssen. Aufregung gibt es bei den nach dem Grunddurchgang ausgeschiedenen Pioneers Vorarlberg: Nach dem Rücktritt von Präsident Pit Gleim steht noch nicht fest, ob die Pioneers nächste Saison in der ICE League weitermachen. Gleim begründete seinen Rücktritt mit fehlenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, es gelang nicht, größere regionale Unternehmen als Partner zu gewinnen. Die verbleibende Vereinsführung wird in drei eine Entscheidung über die Saison 2026/27 treffen.

Foto: Vienna Capitals/Manfred Szieber.

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