In den letzten eineinhalb Jahren verlor Deutschlands Meister Bayern München von 47 Spielen in der Bundesliga nur eines. Im Jänner gegen Augsburg daheim 1:2. Damals saß Michael Gregoritsch kurz nach dem Wechsel von Bröndby Kopenhagen nach Augsburg auf der Bank. Samstagnachmittag wird er spielen, wenn Bayern in Augsburg die Derby- Revanche sucht. Denn Österreichs Teamspieler (Bild) ist in dieser Saison mit drei Toren aus vier Spielen Augsburgs bester Torschütze. Alle Treffer erzielte er in Heimspielen: einen beim 3:0 gegen Schalke, beide beim 2:2 gegen Leverkusen. Augsburg verlor bisher nur einmal – in Bremen nach 2:0-Führung durch ein Tor in der 93. Minute 1:2. Bayern hat drei Punkte mehr – es wird sicher ein brisantes Duell. Zweimal in Folge punktete Augsburg gegen Bayern bisher noch nie, nur zwei der 30 Duelle beider Klubs endeten remis. Zuletzt vor sieben Jahren.
Wer trifft Samstag? Gregoritsch oder einer der Bayern-Superstars, Harry Kane oder Michael Olise? Gregoritsch erzielte als Joker in Österreichs Team den Ausgleich zum 2:2 gegen Irland in Dublin, bereitete in Pristina mit einer Flanke auf Christoph Lang den Ausgleich zum 1:1 vor. Kane, der in dieser Bundesligasaison so wie Gregoritsch auf drei Tore kam, erzielte für England beim 7:0 in Kroatien und dem 3:0 gegen Tschechien in Wembley jeweils zwei Tore. Herausragend war die Serie von Olise bei Frankreich: Siegestor zum 1:0 in Belgien, Traumtor beim 1:1 gegen Italien, als Joker zwei Tore und ein Assist in 30 Minuten beim 4:1 gegen Belgien. Vier der 14 Bayern-Tore in den ersten vier Runden gingen auf das Konto von Olise. Einer, der ein Gregoritsch-Tor gegen Bayern verhindern soll, ist sein Landsmann Konrad Laimer.
Zum Auftakt der Runde gab es Freitag für Tabellenführer Borussia Dortmund nach vier Siegen den ersten Punkteverlust. Vor 81.000 Zuschauern führte Dortmund gegen Werder Bremen durch Tore in der 80. und 85. Minute 2:0, Bremen traf aber noch in der 88. und 92. Minute. Der Ausgleich zum 2:2 fiel nach einem Freistoß von Marco Grüll durch den Ex-Dortmunder Niclas Füllkrug. Auch Marco Friedl spielte bei Bremen durch, Österreichs Teamkeeper Alexander Schlager war wieder Ersatz. So lange der Este Karl Hein in Bremens Tor starke Leistungen wie in Dortmund bietet, wird sich daran nichts ändern. Marcel Sabitzer gehörte bei Dortmund erstmals in dieser Saison zur Startelf, hatte bis zu seinem Austausch nach 72 Minuten starke Szenen.
So wie Gregoritsch haben am Samstag auch andere österreichische Teamspieler ein Heimspiel: Stefan Posch und Philipp Mwene mit Mainz gegen Leverkusen, Nicolas Seiwald mit RB Leipzig gegen Adi Hütters Eintracht Frankfurt, Patrick Wimmer und Alexander Prass mit Hoffenheim gegen den Hamburger SV. In Leipzig und Hoffenheim ist die Lage angespannt: In Leipzig gibt es nach je zwei Siegen und Niederlagen Zweifel am neuen Trainer Martin Demichelis. Laut Medienberichten denkt die Chefetage bereits daran, Ex-Trainer Julian Nagelsmann zurückzuholen. Er war von 2019 bis 2021 mit Leipzig erfolgreich, wurde dann von Bayern München um 25 Millionen Euro aus dem Vertrag gekauft. Das war die Weltrekord-Ablöse für einen Trainer. Nach dem Aus als deutscher Teamchef nach der WM im Sommer ist Nagelsmann am Markt. Hoffenheim gewann bisher nur einmal. Nach der Pleite beim Aufsteiger Paderborn strichen Sportchef Andreas Schicker und Trainer Christian Ilzer den Spielern, die nicht bei den Nationalteams waren, den zugesagten Urlaub.
Foto: FC Augsburg.
