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Helm musste als Austrias „Bauernopfer“ herhalten: Nachfolger Uhlig ohne Pro-Lizenz

Die rote Laterne des Tabellenletzten blieb der Austria erspart, weil Hartberg das Schlusslicht Wolfsberg bei der Rückkehr von Ex-Austria-Trainer Manfred Schmid 1:0 (0:0) bezwang. Das erste Bundesligator von Trainersohn Konstantin Schopp sorgte für die sechste Niederlage der Kärntner hintereinander. Der Innenverteidiger verwertete in der 85. Minute eine Flanke von Florian Kainz per Kopf. Dreieinhalb Stunden nch Schlusspfiff in Hartberg  machte die Wiener Austria trotzdem um 22.02 Uhr mit einer kurzen Presseaussendung den zweiten Traienrwechsel dieser Saison offiziell. Mit Helm musste auch sein Assistent Christian Wegleitner gehen. Vor der 1:2-Niederlage in Altach am Freitag hatte Sportchef Toms Zorn erklärt, Helm erreiche weiter die Mannschaft, ihm sozusagen den Rücken gestärkt. Das ist jetzt vorbei. Nachfolger wurde mit dem 33-jährigen Max Uhlig der Trainer, der vor zwei Jahren auf Helm bei den Young Violets gefolgt war, als Helm zum Cheftrainer ernannt wurde. Das war eine Entscheidung des damaligen Sportvorstands Jürgen Werner und der Investoren.

Jetzt hat Werner Nachfolgers Zorn Helm geopfert. Vielleicht, um sich aus der Schusslinie zu nehmen. Denn für den Kader ist Zorn verantwortlich, nicht Helm. Zorn behauptet, dass der Kader stark genug ist, um unter die ersten sechs zu kommen. Worüber man diskutieren kann, was sich in den ersten zehn Runden nicht zeigte. Die finanzmarode Austria hatte im Sommer nur das Budget, um ablösefreie Spieler zu verpflichten, machte mit Abubakr Barry einen Leistungsträger zu Geld, ebenso mit Ifenay Ndukwe das größte Talent. Dass mit diesem Kader Helm nicht Dritter oder Vierter werden kann, wie in den letzten zwei Saisons, liegt nicht an ihm. Aber offenbar haben sich Präsident Kurt Gollowitzer und Wirtschaftsvorstand Harald Zagiczek gegen Zorn durchgesetzt. Zagiczek hatte bereits im August 2025 in einer Mail an einen ehemaligen Spielerberater, die an die Öffentlichkeit kam, erklärt, er halte Helm als Trainer für zu schwach. Er wird seine Meinung nicht geändert haben. Helms Vertrag läuft bis 2028, seine Entlassung kostete also Austria einiges Geld. Dass man vielleicht besser im Winter in einen neuen Offensivspieler investiert hätte

Helm war in 94 Spielen Austria-Trainer, kam auf einen Punkteschnitt von 1,63. Die Bilanz von Uhlig, der 2015 als Co-Trainer von Cem Sekerlioglu im Austria-Nachwuchs begann, bei den Young Violets: In dieser Saison sechs Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen in zehn Spielen, insgesamt 69 Partien mit einem Punkteschnitt von 1,70. Er kann aus einem einfachen Grund aber nur die Interimslösung bis Weihnachten sein: Er hat nicht die UEFA-Pro-Lizenz, die für den Cheftrainer der Bundesliga erforderlich ist, nur die UEFA-A-Lizenz, die für die zweite Liga reicht. Die Trainerdiskussionen bei der Austria sind also sicher nicht vorbei, werden prolongiert. Zorn und Uhlig werden Montag, am Nationalfeiertag, Stellung nehmen. Dienstag ist Uhlig im Cuoachtelfinale gegen Hartberg erstmals Cheftrainer. Als Vorletzter hat die Austria einen Punkt Rückstand auf den Zehnten Lustenau, zwei auf Altach, drei auf den GAK, der am Innsbrucker Tivoli gegen WSG Tirol ein 1:1 (1:0) erreichte, fünf auf die Tiroler, sieben auf Hartberg.

Foto: Yigit Oerme.

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