Fußball

Herzogs Vorstellungen sahen anders aus

Wer daheim in der Qualifikation Punkte abgibt, der bekommt mehr Druck als vorher. Das trifft seit Donnerstag Abend auf Österreich und Israel zu. Österreich verlor drei Punkte, Israel einen weniger. Wer hat  Sonntag beim direkten Duell in Haifa, wo nicht einmal 15.000 Zuschauer das 1:1 gegen Slowenien sahen, auch gegen Österreich nicht viel mehr kommen dürften, den größeren Druck? Für Franco Foda die Israelis, weil sie daheim spielen, etwas tun müssen. Andi Herzog will sich nach dem ersten Unentschieden im siebenten Match seiner Ära darüber nicht den  Kopf zerbrechen. Sondern nur darüber, dass sein Team Sonntag eine bessere Figur abgeben wird als gegen die Slowenen. Das Verhältnis der Torschüsse lautet laut UEFA-Statistik 17:6 für die Slowenen. Bei 56 Prozent Ballbesitz der Israelis. Von ihren Schüssen gingen nur vier auf das Tor, von den Slowenen sieben. Zum Vergleich die Statistik von Österreichs Niederlage: 59 Prozent Ballbesitz für die Verlierer, 41 für die polnischen Sieger,16:11 hieß es bei den Torschüssen für Österreich. Aber nur zwei von Marcel Sabitzer und David Alaba zwangen Polens Tormann Wojciech Szeczsny zum Eingreifen. Die Polen trafen fünfmal das Tor von Heinz Lindner.

Den genauen Bericht von Österreichs Fehlstart im Happel-Stadion hatte Herzog Freitag in Händen. Gerhard Schweitzer, der Ex-Trainer von Ried, nahm Österreich unter die Lupe, Heinz Hochhauser die Polen. Sonntag sind beide in Warschau bei Polen-Lettland. Wer Donnerstag knapp vor Mitternacht im ORF die TV-Bilder aus Haifa verfolgte, erlebte einen Herzog mit dem bösesten und verärgertsten Gesichtsausdruck, den man bei ihm im letzten Jahrzehnt sah: „Wir waren nicht so gut wie ich es mir vorgestellt habe“, gab  Herzog zu. Am Ende musste er froh sein, dass China-Legionär Eran Zahavy den Fehler von Maccabis Tel Avivs Innenverteidiger Sheran Yeini, der zum Rückstand durch Slovan Bratislava-Stürmer Andraz Sporar führte, egalisierte. Das gestand auch Sportchef Willi Ruttensteiner eingestand: „Es war nicht mehr drinnen, das Match hätten wir auch verlieren können.“ Österreich begann gegen Polen mit neun Legionären,  Herzog gegen Slowenien mit sieben, tauschte mit Jungstar Manor Solomon einen achten ein.  Von denen allerdings bei ihren Klubs nur Innenverteidiger Omer Ben Harush in Belgien bei Lokeren, Torjäger Munas Dabbur (Bild) bei Red Bull Salzburg und Zahavy bei Guangzhou erste Wahl sind. Dabbur sieht Österreich Sonntag als Favorit: „Aber wir trauen uns zu, daheim jeden schlagen zu können!“ Donnerstag gelang das nicht,

Nach den Eindrücken des 1:1 könnte Slowenien der gefährlichere Gegner im Kampf um Platz zwei für Österreich werden. Trotz aktuell neun Spielen hintereinander ohne Sieg. Speziell, wenn Sonntag in Laibach gegen Nordmazedonien, den ersten Tabellenführer der Österreich-Gruppe, das Ende der Negativserie mit dem ersten Sieg gelingt. Matjaz Kek, der slowenische Teamchef mit Vergangenheit beim GAK und Spittal/Drau, stellte nur Legionäre auf, von denen Kreativspieler Josip Ilicic von Atalanta Bergamo herausragte. Aber Vorsicht vor Nordmazedonien. Das gilt auch für Österreich. Teamchef Igor Afelovski setzte in Skopje beim 3:1 (2:0) gegen Lettland auch zehn Legionäre ein. Zu denen die Torschützen zählten: Verteidiger Egza Alioski von Leeds United, dem Dritten der Championship (zweite Liga) in England sowie den 19 jährigen Fenerbahce-Jungstar Eljif Elmas, der für einen Doppelpack sorgte. Aber das Hirn ist der Kapitän, der 35jährige Oldie Goran Pandev vom FC Genoa. Früher stürmte er auch für Galatasaray Istanbul, Napoli und Inter Mailand.

Foto: © Israel Football Association Media.

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