Fußball

Hin-und Herfetzerei machte die Zeiten für Rapid noch schwerer

Kevin Wimmer rettete mit seinem ersten Tor in seinem siebenten Bundesligaspiel für Rapid, dem ersten Einsatz von Beginn an seit Ende September, bei Sturm Graz vor 13.500 Zuschauern zwar ein 2:2 (1:1) und damit einen Punkt. In einem intensiven Match, das Sturms Trainer Christian Ilzer als „Hin-und Herfetzerei“ bezeichnete, das die Zeiten für Grün-Weiß noch schwieriger machte. Weil dadurch der Platz unter den ersten sechs verloren ging. Zwei Runden vor Schluss als Grunddurchgangs liegt Rapid auf Rang sieben, je zwei Punkte hinter Ried und Austria, vier hinter Aufsteiger Austria Klagenfurt, der Altach sicher 2:0 (0:0) bezwang. Von sieben Spielen unter Ferdinand Feldhofer hat Rapid erst drei gewonnen.

Rapid schoss sich in Graz die Tore selbst. Ein Fehler von Emanuel Aiwu nach einem Outeinwurf von Sturm führte zum schnellen Rückstand nach sechs Minuten, für den nach Pass  von Jakob Jantscher Rasmus Höjlund sorgte. Der dritte Treffer des Dänen im zweiten Spiel, der damit das Duell der neuen Stürmer gegen Rapids Ferdy Druijf, der keine gefährliche Szene vor dem Sturm-Tor hatte, gewann.  Nach 70 Minuten riss der kurr davor eingewechselte Martin Moormann nach einem Eckball den Schweizer Sturm-Legionär Gregory Wüthrich unnötig nieder. Ein Elfer, den man geben kann, Jantscher zur zweiten Führung der Heimmannschaft nützte.

Rapid konnte zweimal ausgleichen. Nach Eckbällen. Vor der Pause nütze Aiwu den  von Jonas Auer per Kopf zum 1:1, zwölf Minuten vor Ende der Nachspielzeit hämmerte Wimmer den Ball unter die Latte. Diesmal kam der Eckball von Yusuf Demir, der erst in der zweiten Hälfte eingewechselt wurde. Für Christoph Knasmüllner, der wieder sehr diskret blieb, am ehesten beim Austausch auffiel. Somit endete das Torduell zwischen Innenverteidiger  Wimmer und Stürmer Höjlund (Bild oben) 1:1. Aber das half Raoid nicht weiter. Das hätte nur ein Sieg getan. Den hätte es wieder nach einem Demir-Eckball fast noch gegeben. Sturms Tormann Jörg Siebenhandl wehrte ihn an die Stange ab, beim darauf folgenden „Tiefflug-Kopfball“ von Robert Ljubicic rettete Sturms Innenverteidiger David Affengruber vor der Linie. Bei einem 3:2-Sieg wäre Rapid als Vierter zurück nach Wien gefahren,

Zudem gibt´s neue Personalprobleme. Durch eine Zerrung bei Tormann Paul Gartler, wegen der Niklas Hedl zu seinem Bundesligadebüt kam, wahrscheinlich auch Donnerstag bei Vitesse Arnheim spielen wird. Taxiarchis Fountas meldete sich ab. Erneut krank. Was natürlich zu Spekulationen führte, der Grieche wolle auf diese Art die  Freigabe für D.C. United in der Major Soccer League „beschleunigen“. Ein eigenes Kapitel bleibt Filip Stojkovic. Donnerstag schwächte er die Mannschaft beim 2:1 gegen Vitesse Arnheim mit einer unnötigen gelb-roten Karte, Sonntag holte er sich als Kapitän noch viel unnötiger die fünfte gelbe Karte, als er Jantscher irritieren wollte, bevor der den Elfmeter schoss. Damit fehlt er sowohl Donnerstag in Holland beim Retourspiel als auch Sonntag in Innsbruck gegen WSG Wattens. Seine Behauptung im „Sky“-Interview, er hätte nicht gewusst, schon  mit vier gelben Karten belastet zu sein, wirkte ziemlich unglaubwürdig.  Normal müsste Rapid den Montenegriner bestrafen. Feldhofer sah das nicht so eng: „So etwas kann in der Hitze des Gefechts schon passieren!“ Sehr viel Nachsicht. Die Leistung sah er als „Schritt nach vorne“. Auch Vitesse gewann Sonntag nicht. Beim 1:1 in Utrecht gelang der Ausgleich erst in letzter Minute. Der nach 53 Minuten eingetauschte Ex-Rapidler Adrian Grbic sah zwölf Minuten später die rote Karte.

Rapid helfen nur Siege in Innsbruck und im Allianz-Stadion gegen Austria Klagenfurt. Selbst dann ist der Platz unter den ersten sechs nicht fix. Grün-Weiß braucht fremde Hilfe. Etwa durch seinen letzten Meistertrainer Peter Pacult mit Klagenfurt in der nächsten Runde mit einem Sieg gegen Ried. Oder von Wolfsberg mit einem Sieg bei der Austria. Aufsteiger Klagenfurt ließ sich Sonntag von zahlreichen Ausfällen nicht irritieren, holte sicher drei Punkte. Was gegen den schwachen Letzten Altach allerdings viel leichter war als für Rapid in Graz gegen Sturm. Pacult stellte mit dem Schweden Timothy Andersson und Darijo Pecirep nur zwei Offensivspieler auf. Die erzielten prompt die Tore. Für Pecirep war es sein erstes in der Bundesliga. Der Kroate gehörte erstmals seit acht Jahren in der obersten Spielklasse zur Startelf.

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