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Hoffnung Diakite: Außenseiter Sturm Graz hat nichts zu verlieren

Für Sturm Graz beginnt die Europa League Mittwochabend mit dem Heimspiel gegen den französischen Spitzenklub Stade Rennes. Das wird zweifelsohne die unangenehmere Aufgabe als einen Tag später für den FC Salzburg das Gastspiel bei Levski Sofia in der bulgarischen Hauptstadt. Rennes ist nach vier Runden noch ungeschlagen, bezwang zuletzt Olympique Marseille 1:0, liegt punktgleich mit Lille und Monaco auf Platz drei. Der Kader hat einen Marktwert von 233, 30 Millionen Euro, 172,87 Millionen höher als der von Sturm. Das sagt alles: Außenseiter Sturm hat nichts zu verlieren. Dabei verkaufte Rennes im Sommer drei Stars: Innenverteidiger Jeremy Jacquet wechselte für 63 Millionen zum FC Liverpool, Lilian Brassier zu Adi Hütters Eintracht Frankfurt, der Schweizer Teamstürmer Breel Embolo in die Major League Soccer zu Atlanta. Prominentester Einkauf war der spanische U 21-Teamstürmer Elizier Mayenda von Sunderland, der 22 Millionen kostete. Beim Sieg gegen Marseille wechselte ihn Trainer Franck Heise erst in der 86. Minute ein. Heise trainierte früher einen österreichischen Teamspieler: Kevin Danso bei Lens.

Bei  Sturm sorgte der 2:1-Heimsieg gegen den LASK vor ausverkauftem Haus  für Hochstimmung. Ausverkauft dürfte es gegen Rennes nicht sein. Die Hochstimmung wurde getrübt, als bekannt wurde, dass Seedy Jatta Montag an der Schulter operiert wurde und für Monate ausfällt. Jetzt heißt es für Trainer Fabio Ingolitsch (Bild), den richtigen Ersatz zu finden. Das Siegestor gegen den LASK bei seinem Debüt spricht für den blond gefärbten  Oumar Diakite. Zudem ist der durch seine Zeit bei Stade Reims Frankreich-Spezialist: „Ich bin gekommen, um Tore zu schießen“, versicherte der 22-jährige. Aber er ist noch nicht bei 100 Prozent. Da der Ivorer nach  Gonzalo  zwei Kurzeinsätzen bei der Weltmeisterschaft kaum Spielpraxis hatte, weil er bei Zweitligist Reims nicht erste Wahl war. Tore gegen Rennes zu erzielen, könnte schwerer sein als gegen den LASK: Rennes-Tormann Brice Samba gehört zu Frankreichs WM-Aufgebot, Abwehrchef ist der englische U-21-Teamspieler Charlie Cresswell, rechts verteidigt der Pole Przemyslaw Frankowski, links Kamerun-Legionär Nagiola.  Eine Riesenherausforderung.

Die weiteren Gegner von Sturm: Auswärts Bournemouth, die Mannschaft von Ex-Salzburg-Trainer Marco Rose, daheim Marseille und NK Celje aus Slowenien, auswärts Hoffenheim mit Ex-Sturm-Sportchef Andreas Schicker und Ex-Trainer Christian Ilzer und Alkmaar, daheim Griechenlands Supercupsieger Ofi Kreta, auswärts Dinamo Zagreb. Mindestens neun Punkte werden notwendig sein, um in die k.o.-Phase zu kommen. Ob das zu schaffen sein wird?  Der Auftakt gegen Rennes ist live nur bei Canal+ zu sehen, als Experten sind die Ex-Sturm-Spieler Florian Kainz und Johnny Ertl im Einsatz. Sky Austria zeigte Mittwoch und Donnerstag die anderen 17 Spiele. Da sind auch österreichische Legionäre zu sehen:  Danso bei Sunderland gegen Alkmaar, Teamneuling Felix  Bacher mit Lyon in Brüssel gegen Anderlecht, Patrick Wimmer mit Hoffenheim auf Kreta, bei Viktoria Pilsen – St. Gilloise könnte es ein Duell zwischen Pilsen-Tormann Florian Wiegele und St.-Gilloise-Stürmer Raul Florucz geben. Auf Nijmegen-Tormann Nikolas Polster kommt in Turin gegen Juventus sicher einiges zu. Er setzte den gesperrten Spanier Gonzalo Crettaz, der noch Stammkeeper ist.

Foto: Yigit Oerme.

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