Bisher gab es die Duelle zwischen Adi Hütter und Oliver Glasner nur in Österreich. Samstag erstmals auf deutschem Boden, wenn in der zwölfte Bundesliga-Runde der Neunte Eintracht Frankfurt in der Commerzbank-Arena den Zehnten Vfl Wolfsburg empfängt. Der Rückstand von beiden auf die Champions League-Plätze vier und drei, auf denen das Sensationsteam Freiburg und Bayern München liegen, beträgt nur je vier Punkte. Für den Sieger bleibt also alles im Lot.
Da der Vorarlberger Hütter und der in Salzburg geborene Glasner als Spieler nie ins Ausland wechselten, trafen sie vor ihrer Trainerkarriere aufeinander, wenn der vier Jahre ältere Hütter mit Austria Salzburg oder dem GAK entweder auf Ried oder den LASK trafen. Als Trainer gab´bisher vier Berührungspunkte. 2014 sollte Glasner nach seiner Zeit als Co-Trainer des Deutschen Roger Schmidt bei Red Bull Salzburg mit ihm zu Bayer Leverkusen wechseln. Das war nach einem Lokalaugenschein in Leverkusen mit Sportvorstand Rudi Völler bereits ausgedealt. Doch plötzlich wurde alles anders: Hütter schaffte mit dem Aufsteiger Grödig eine Supersaison bis zue Europacupqualifikation, wurde daher von Salzburgs damaligen Sportchef Ralf Rannick als Nachfolger von Schmidt auserkoren. Wer sagt schon Nein zum Angebot der Meistermannschaft? Hütter war damals allerdings schon Ried im Wort. Aber fand beim Manager der Innviertler, der 2014 Stefan Reiter hieß, offene Ohren, als er ihm „beichtete“, lieber die große Chance in Salzburg nützen zu wollen. Reiter bot den Job daraufhin Glasner an. Der trat dann lieber bei dem Klub, bei dem er als Spieler groß geworden war, seinen ersten Chefposten an, als Assistent in der Bundesliga zu sein. Die vier Spiele in Salzburgs Doublesaison 2014/15 zwischen Hütter und Glasner? In Ried gewann Salzburg 2:0, daheim 4:2, dann folgte ein 2:2 im Innviertel, mit 2:1 der dritte Salzburg-Sieg. Schon damals zählte Martin Hinteregger so wie jetzt in Frankfurt zu Hütters Spielern. Also steht es im Trainerduell 3:0 für Hütter.
Am letzten Ostermontag unterschrieb Glasner seinen Dreijahresvertrag in Wolfsburg. An dem Tag, an dem dort Hütter mit Eintracht Frankfurt gastierte. Bevor jedoch das Match angepfiffen wurde, das 1:1 endete, war Glasner aber bereits am Weg zurück nach Österreich. Hütter wusste nichts davon. Seit seinem Start bei Frankfurt im Sommer 2018 absolvierte kein anderer Bundesligaklub so viele Pflichtspiele wie die Eintracht, nämlich 73. Auch in dieser Saison liegt Frankfurt mit 23 vorne. Glasner hat mit Wolfsburg sechs weniger. Glasners Truppe gewann vor seiner Zeit die letzten drei Spiele in Frankfurt. 2:1 im letzten Dezember, als Hütter die Eintracht coachte. Wird also ein interessantes Duell der österreichischen Trainerlegionäre, bei dem Glasner Xaver Schlager nur neuneinhalb Wochen nach der Knöcheloperation auf die Bank setzt. Als Belohnung für seine erfolgreiche Schufterei in der Reha. Österreichs Teamtormann Pavao Pervan wird es nicht als Belohnung sehen, nach acht Runden wieder auf die Bank zu müssen. Hütter muss auf seinen Kapitän David Abraham verzichten, der für seinen Check gegen Freiburgs Trainer Christian Streich bis Jahresende gesperrt wurde.
Ein Duell der österreichischen Teamverteidiger gibt´s Samstag in der Alten Försterei von Berlin,, wenn Aufsteiger Union Berlin Tabellenführer Borussia Mönchengladbach empfängt. Christopher Trimmel fordert Stefan Lainer, auf dessen Position Unions Kapitän letzten Dienstag beim 0:1 in Lettland zum Einsatz kam. Lainer würde auch Tabellenführer bleiben, wenn die „Eisernen“ daheim Gladbach so wie zuvor Borussia Dortmund und Hertha BSC im Berliner Derby bezwingen. Der erste Verfolger RB Leiozig empfängt mit Marcel Sabitzer und Konrad Laimer den 1.FC Köln mit Louis Schaub. Sabitzer und Laimer war wie Lainer die Reise zur Blamage nach Riga erspart geblieben. Ein Österreicher-Duell gibt´s vielleicht in Leverkusen, wenn Teamkapitän Julian Baumgartlinger erste ahl sein sollte. Philipp Lienhart, dem Österreichs Teamchef Franco Foda keine Chance gab, ist es bei Freiburg auf jeden Fall. David Alaba bleibt bei Bayern München vorerst im Abwehrzentrum. Auswärts gegen die Düsseldorfer Fortuna, die zuletzt 1985 daheim gegen Bayern gewann. Pause hat am Wochenende Michael Gregoritsch: Augsburgs Manager Stefan Reuter strich ihn aus dem Kader für das Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin. Wegen eines Interviews beim österreichischen Team, in dem Gregoritsch erklärte, er wolle im Winter unbedingt Augsburg verlassen. Dazu erhielt Gregoritsch eine Geldstrafe. Da gibt´s nur Verlierer.