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Ihr habt keine Chance, also nutzt sie: Das gilt für Sturm Graz gegen Fenerbahce

Einer der vier österreichischen Klubs in der dritten Qualifikationsrunde für die Europacupbewerbe ist nur krasser Außenseiter: Sturm Graz gegen Fenerbahce Istanbul. Vor neun Jahren schaffte Sturm in Istanbul gegen Fenerbahce ein 1:1, das reichte aber nach der 1:2-Heimniederlage nicht zum Weiterkommen. Ein Unentschieden am Mittwochabend wäre fast ein mittleres Wunder. Schon wenn man bedenkt, wie viele Titel in der Champions League oder in europäischen Topligen Fenerbahce-Stars in ihrem besten Alter gewonnen haben. Jetzt sind sie zwar schon im Herbst ihrer Karriere, aber Klasse haben sie noch immer. Etwa der 33-jährige brasilianische Torhüter Ederson: Sechsmal wurde er mit Manchester City Meister, vor drei Jahren gewann er die Champions League. Gemeinsam mit dem holländischen Innenverteidiger Nathan Ake, der 2013 mit Chelsea Europa-League-Sieger und viermal mit Manchester City Meister war. Oder der 30-jährige spanische Offensivspieler Marcos Asensio (Bild): Je dreimal Champions-League-Sieger und Meister mit Real Madrid, vor vier Jahren gemeinsam mit Österreichs Teamkapitän David Alaba. Der slowakische Innenverteidiger Milan Skiriniar war in Italien mit Inter Mailand und in Frankreich mit Paris St. Germain Meister. Das schaffte der französische Mittelfeldspieler N´Golo Kante in England 2016 mit Leicester, gemeinsam mit Österreichs Ex-Teamkapitän Christian Fuchs, ein Jahr darauf mit Chelsea. Jetzt ist er bereits 35, gehörte aber noch zu Frankreichs WM-Aufgebot. Ex-Rapidler Mert Müldür, inzwischen 27, ist zwar 48-facher Teamspieler in der Türkei, aber nicht mehr als „Ergänzungsspieler“. Ebenso der Ex-Salzburger Dorgeles Nene.

Weil es dennoch nicht zum Meistertitel reichte, sondern mit drei Punkten Rückstand auf Galatasaray nur zu Platz zwei, wurde bereits im April der Trainer, Belgiens Ex-Teamchef Domenico Tedesco, entlassen. Jetzt ist der 65-jährige Ismail Kartal bereits zum vierten Mal bei Fenerbahce im Amt.  Im Sommer wurde nochmals aufgerüstet: Mit dem englischen Stürmer Mason Greenwood, für den Fenerbahce an Marseille 39 Millionen Ablöse zahlte. Früher war Greenwood bei Manchester United. 15,5 Millionen kostete Vedat Muqiri, der mit Mallorca zwar aus der La Liga abstieg, aber mit 23 Treffern nur zwei weniger als Real-Madrid-Topstar Kylian Mbappe erzielte, damit Zweiter der Torschützenliste wurde. Bei Kosovos Teamchef mit Sturm-Vergangenheit, Franco Foda, ist Muqiri Fixastarter. Bei Sturm wäre er es sicher auch.

Sturms leise Hoffnungen: Vielleicht hat Fenerbahce zwar glänzende Einzelspieler, aber kein funktionierendes Kollektiv. Punkto Teamwork mag Sturm vielleicht sogar besser sein – aber das allein kann unmöglich ausreichen. Zumal mit Otar Kiteishvili Sturms einziger Unterschiedsspieler pausieren muss. Die berühmte Devise „ihr habt keine Chance, also nutzt sie“ passt genau zur Ausgangslage. Wie sich Sturm vor mehr als 40.000 Zuschauern verkaufen wird, ist ab 20 Uhr live in ORF 1 zu sehen.

 

Foto: Yigit Oerme.

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