Fußball

Am Wörthersee geht es um ersten Titel in Europa nach der Corona-Pause

Bate Borisov wurde dieser Tage Cupsieger in Weißrussland. In einem Land, in dem die Saison wegen Corona auf Befehl von Staatschef  Alexandeer Lukaschenko nie unterbrochen war. 5761 Zuschauer sahen das Endspiel im Dinamo-Stadion von Minsk. Der erste Titel in Europa nach der Corona-Pause wird Freitag Abend im Klagenfurter Wörthersee-Stadion vergeben: Im Endspiel des Uniqa-Cups zwischen Titelverteidiger Red Bull Salzburg und Austria Lustenau, dem Siebenten der Zweiten Liga. Seit der Klagenfurter Finalniederlage 2018 gegen Sturm Graz sind die Bullen im Cup in elf k.o.-Duellen unbesiegt. Tordifferenz 41:3. Wäre eine Weltsensation, wenn die Serie Freitag beendet werden sollte.

Beide  Finalisten bekommen für das Endspiel eine Prämie von 150.000 Euro. Für die Salzburger ist dies bei ihrer durch Transfergewinne  prall gefüllten nur ein besseres Trinkgeld, für die Vorarlberger hingegen speziell zu Corona-Zeiten sehr viel Geld. Das Finale wird auch das erste sein, bei dem in Österreich fünf Spieler ausgetauscht werden dürfen. Das wird am Donnerstag die Konferenz der Bundesligaklubs beschließen, kommt daher erst im Duell um den Cupsieg zur Anwendung. Wie in der deutschen Bundesliga werden allerdings nur drei Wechselphasen erlaubt sein. Damit soll das Zeitschinden verhindert werden.

Favorit Salzburg wird Donnerstag noch in Taxham trainieren, dann nach Klagenfurt fahren, am Abend im Stadion kurz den Rasen besichtigen: „Es ist seltsam, zu Beginn nach einer Pause gleich ein wichtiges Spiel zu haben, bei dem man einen Titel verteidigen kann“, meint Trainer Jesse Marsch, der mit einem aggressiven, sehr tief verteidigendem Gegner rechnet: „Wir müssen ein richtiges Gefühl für das Match entwickeln“, wusste der Amerikaner, warnte davor, den Außenseiter zu unterschätzen. Zu Lustenaus Vorbereitung gehörte auch, sich selbst Mut zuzusprechen. An alle möglichen Sensationen der letzten Jahrzehnte, in denen der David dem Goliath zu Fall brachte, zu denken. Etwa, dass 1988 der Zweitligist Kremser SC mit Trainer Ernst Weber, Thomas Janeschitz, dem nunmehr jahrelangen Assistenten bei Marcel Koller und Ex-Rapidler Franz Weber gegen Ernst Happels FC Tirol mit Jugoslawiens Teamtorhüter Tomislav Ivkovic, Bruno Pezzey, Manfred Linzmaier, Hansi Müller, Peter Pacult usw. in zwei Spielen Cupsieger wurde. 2:0 in Krems, dann 1:3 am Tivoli, das Auswärtstor entschied für die Niederösterreicher. Dann Stockeraus legendärer Finalsieg unter Willi  Kreuz über Rapid 1991 im Happel-Stadion, zehn Jahr später das 2:1 des  FC Kärnten mit Walter Schachner als Trainer als Aufsteiger aus der zweiten Liga gegen Meister FC Tirol im Happel-Stadion. Oder später die Sensation von Düdelingen, dern Amateuren aus Luxemburg, gegen Red Bull Salzburg 2012 in der Champions League Qualifikation. Oder das deutsche Beispiel Saarbrücken aus dieser Saison. Der Viertligist kämpfte sich bis ins Semifinale durch, eliminierte dabei je zwei Bundesligaklubs (1.FC Köln, Fortuna Düsseldorf) und Zweitligisten (Jahn Regensburg, Karlsruhe), wird am 9.Juni gegen Leverkusen um den Einzug ins Berliner Endspiel kämpfen.

Das Duell zwischen Austria Lustenau und Salzburg gab es zuletzt am 3. Oktober 2018 im Achtelfinale der vergangenen Saison. Allerdings in Vorarlberg, nicht auf neutralem Kärntner Boden. Damals gewann Salzburg 1:0 durch einen Treffer von Takumi Minamino, der letzten Jänner zum FC Liverpool übersiedelte. Von den damaligen Mannschaften sind Freitag nur noch je vier Spieler im Kader: Bei den Vorarlbergern Torjäger Ronivaldo, Alex Ranacher, Dario Grujcic und Daniel Tiefenbach, der Sohn des Co-Trainers, bei Salzburg Jerome Onguene, Andre Ramalho, Kapitän Andreas Ulmer und Patson Daka. Im Prinzip wären es fünf, aber Enock Mwepu ist nach der roten Karte beim 1:0 im Semifinale gegen den LASK gesperrt, steht Marsch ebenso wie die verletzten Masaya Okugawa und Rasmus Kristensen nicht zur Verfügung. Auch die Trainer sind andere als vor 19 Monaten: Marsch statt Marco Rose bei Salzburg, Roman Mählich statt Gernot Plassnegger in Lustenau. Einen Titel nimmt der Außenseiter aber auf jeden Fall aus Kärnten mit: Den des Torschützenkönigs. Die sieben Treffer von Ronivaldo werden dazu „miillionprozentig“ reichen.

Foto: ÖFB.

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