Fußball

Insolvenzgefahr! Schalkes Bittbriefe erinnern an Rapid

Schalke 04, der Klub der Österreicher Guido Burgstaller (Bild oben), der einen Vertrag bis 2022 hat, Alessandro Schöpf (bis 2021 unter Vertrag) und Michael Gregoritsch (Augsburg-Leihgabe bis Sommer) in Insolvenzgefahr? Die Meldung des „Kicker“ wies Schalkes Führungsetage zwar zurück, aber die Situation bleibt selbst, wenn die ausstehenden TV-Gelder für Geisterspiele noch fliesen sollten, existenzbedrohend. Schalke ist ein Verein, der ähnlich auf Emotionen, Mitglieder und Fans aufgebaut ist, wie in Österreich Rapid. Und darum sind die Maßnahmen in Gelsenkirchen, um die Liquidität zu sichern, ähnlich wie jene, die in Hütteldorf bei Burgstallers Ex-Klub bereits getroffen wurden. Abgesehen vom Gehalts-Verzicht der Geschäftsführer und Spieler.

Rapids Präsident Martin Bruckner bedankte sich bereits vor zwei Wochen bei Mitgliedern und Abonnement-Besitzern, weil sie tiwleise unaufgefordert auf die Erstattung von Rückzahlungen für entfallende Heimspiel-Besuche verzichteten. Diese Bitte stellte Schalke vor Ostern auf die Homepage, bot als Entschädigung statt Geld ein Sonder-Trikot an. An die Logenmieter  wandte sich Schalke via seinem Marketing -Vorstand Alexander Jobst per Mail, das „Bild“ als Bettel-Mail bezeichnete- Mit ähnlichem Inhalt. So wie Bruckner appellierte Jobst an Solidarität in der bedrohlichen Krise. Für Schalke ging es allein dabei allein bis Saisonende und einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. In etwa der Höhe, die Rapids Geschäftsführer Christoph Peschek als drohenden Gesamtverlust für Grün-Weiß genannt hatte. Um sechs Millionen.

Laut Schalke war die Reaktion ähnlich wie bei Rapid: Knapp 80 Prozent der Logenbesitzer zeigten sich bereit, auf Geld zu verzichten. Ähnliches gilt für Fans mit Dauerkarten. Aber damit wird es nicht getan sein: Schalke belasten 198 Millionen Schulden, 80 davon sind innerhalb eines Jahres fällig. Ein Leidtragender der prekären Situation könnte Gregoritsch sein: Unvorstellbar, dass es sich Schalke erlauben kann, ihn um einen fast zweistelligen Millionenbetrag endgültig zu kaufen. So sehr Trainer David Wagner den Steirer auch schätzt. Wenn man bedenkt, dass bestehende Schalke-Angebote für Spieler, deren Verträge auslaufen, bereits reduziert wurden, wird es für Gregoritsch das höchste der Gefühle sein, nochmals ausgeliehen zu werden. Bei Augsburg läuft sein Vertrag noch zwei Jahre.

Rapid hat seinen Profibetrieb bereits vor Jahren ausgegliedert, Schalke noch nicht. Das steht jetzt wieder zur Debatte, um einen Investor an Land ziehen zu können. Bisher scheiterten diese Pläne am strikten Veto der Mitglieder. Erinnert auch an Rapid und das Nein zu einem Investor, weil Österreichs Rekordmeister nur seinen Mitgliedern gehören darf. Schalke hat aber zum Unterschied von Rapid einen Aufsichtsratsvorsitzenden, der sich schon vor Corona in vielen Situationen nicht lumpen ließ, Millionen zuschoss. Ganz Schalke setzt darauf, dass Clemens Tönnies, einer der größten Fleischproduzenten Europas, den Traditionsklub nicht untergehen läßt. Sein Vermögen wird auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt.

Foto: FC Schalke 04.

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