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Irreguläre Führung half Deutschland nicht – 1:2, weil Neuer ins Leere griff

Die erste deutsche Niederlage nach elf Siegen änderte zwar nichts am Gruppensieg und Aufstieg, sorgt aber sicher für Unruhe. Ecuador, zuvor sowohl gegen die Elfenbeinküste (0:1) als auch gegen Curacao (0:0) ohne Torerfolg, schlug Deutschland im Finalstadion New Jersey vor 80.000 Zuschauern völlig verdient 2:1 (1:1), gehört damit fix zu den acht besten Dritten, die fix ins Sechzehntelfinale kommen. Obwohl Deutschland durch sein schnellstes WM-Tor seit 1934, das irregulär war. schon nach zwei Minuten in Führung ging. Denn bevor Leroy Sane traf, gab es ein klares Foul von Aleksandar Pavlovic mit hohem Fuß gegen Ecuadors Mittelfeldspieler Pedro Vite (Bild). Die amerikanische Schiedsrichterin Tori Penso griff nicht ein, der VAR aus Neuseeland meldete sich nicht. Wahnsinn. Zu Beginn der zweiten Hälfte kam es anders: Die Amerikanerin gab Elfmeter, aber diesmal schickte der VAR die Schiedsrichterin zum  On Field Review, bei dem sie sah, dass vor dem Elfmeterfoul Deutschland nur durch ein Foul von Sane den Ball eroberte.

Ekuador schaffte sieben Minuten nach dem Rückstand durch Nilson Angulo, Legionär in England bei Sunderland, den Ausgleich, ließ Deutschland nie ins Spiel kommen. Dabei bot Bundestrainer Julian Nagelsmann bis auf die Verletzten Nico Schlotterbeck und Nathaniel Brown seine Bestbesetzung auf. Doch die wirkte erstaunlich passiv, unkonzentriert. Vor allem die bisher hochgelobten Mittelfeldstars wie Felix Nmecha, dessen Ballverlust den Ausgleich einleitete, Jamal Musiala und Florian Wirtz zeigten wenig. Bei seinem dritten Einsatz als Joker konnte Deniz Undav erstmals nicht bewegen. Nagelsmann tauschte fünfmal, zur Pause bereits Pavlovic, später auch Kapitän Joshua Kimmich, Kai Havertz, Nmecha und Wirtz. Doch statt neuem Schwung kam die Niederlage. Weil zu allem Überdruss Tormann Manuel Neuer ins Leere griff. Das nützte Gonzalo Plato, der in Brasilien bei Flamengo unter Vertrag steht. Mit solchen Leistungen wird Deutschland in der K.-o.-Phase nicht weit kommen, sondern bald raus fliegen.

„Die zweite Hälfte war schwach. Aber weiter geht’s“,  meinte Nagelsmann. Ecuadros Jubelszenen nach Schlusspfiff waren emotional und sehenswert. Bei den Fans flossen Tränen. Teamchef Sebastian Beccacece, ein 45-jähriger Argentinier, feierte zunächst mit den Spielern, ehe er zur Tribüne stürmte, um seine Partnerin zu umarmen.

 

Foto: AP.

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