Fußball

Jetzt trifft auch „Fehlkauf“ Okafor: Salzburg bleibt unbesiegbar

Österreichs Meister Red Bull Salzburg hat fast immer etwas Neues zu bieten. Mittwoch waren es vor 29.520 Zuschauern die ersten Treffer von Noah Okafor (Bild oben) in der Champions League, zwei Tore nach Eckbällen. Am Ende stand nichts Neues: Salzburg bleibt mit seinem neuen Trainer Matthias Jaissle in dieser Saison unbesiegbar, verteidigte mit dem 3:1 (1:1) gegen Vfl Wolfsburg, dem ersten Sieg einer österreichischen Mannschaft über eine deutsche, Platz eins, holte aus drei Spielen sieben Punkte. Laut UEFA-Statistik schafften 74 Prozent der Mannschaften mit dieser Bilanz auch den Aufstieg ins Achtelfinale. Salzburg auf Kurs in Richtung des bisher größten Erfolgs in der Red Bull-Ära, kassierte alleine durch die Prämien für zwei Siege und ein Unentschieden 6,53 Millionen Euro. Auf der Tribüne jubelte auch Red Bull-Boss Didi Mateschitz.

Schon über den Blitzstart. Bereits nach 124 Sekunden nützte Karim Adeyemi nach einem Pass von Nicolas Seiwald einen Fehler des Schweizer Teamverteidigers Kevin Mbabu zur Führung. Ein Tor, das anders als die drei gegen Sevilla und Lille aus dem Spiel fiel, nicht durch Elfmeter. Mit dem Adeyemi bewies, dass er alle Transferspekulationen, die Aufregung um die Gespräche seines Beraters und Vaters auf der Geschäftselle von Bayern München am letzten Samstag, wegstecken kann. Noah traf danach die Latte. Statt 2:0 stand es nach einer Viertelstunde 1:1. Weil nach einem Eckball von Maximilian Arnold die Zuordnung nicht stimmte. Unter 21-Europameister Lukas Nmecha kam zwischen Seiwald und Rasmus Kristensen zum Kopfball, auch Tormann Philipp Köhn sah nicht gut aus. Von da an war es ein Match auf Augenhöhe, bei dem Max Wöber Wolfsburgs Führung im letzten Moment  verhinderte.

Als Salzburg wieder etwas die Oberhand gewann, fiel die Entscheidung nach Eckbällen. Nach einem von rechts durch Brenden Aaronson, den Adeyemi und Kristensen verlängerten, kam Noah zum Ball, sorgte nach 65 Minuten für das 2:1. Zwölf Minuten später der nächste Jubelorkan im Hexenkessel: Eckball von links durch Luka Sucic, der kurz davor für den am Oberschenkel verletzten Wöber eingewechselte Brasilianer Bernardo kam zum Kopfball, bei dem Okafor, der völlig frei stand, perfekt reagierte, vor Tormann Koen Casteels den Ball herunternahm und den Belgier bezwang. Zum Glück schoss dem Schweizer erst nach dem erfolgreichen Torschuss der Krampf ein. Nach dem Schlusspfiff fehlten dem Schweizer mit nigerianischen Wurzeln vor lauter Glücksgefühlen die Worte.

16 Tore in 59 Pflichtspielen erzielte er zuvor für Salzburg, die Treffer 17 und 18 waren die wichtigsten. Vielleicht in seiner bisherigen Karriere. Es  gab nicht wenige, die den Rekordkauf von Salzburgs Sportchef Christoph Freund, der aus privaten Gründen nicht im Stadion war, bereits als Fehlgriff sahen, glaubten, dass Okafor nicht die 11,2 Millionen wert ist, die der Serienmeister für ihn im Jänner 2020 an den FC Basel bezahlte. Okafor brauchte 21 Monate in der Festspielstadt, ehe er zum Trumpf avancierte. Vielleicht profitierte er auch etwas davon, dass sich alles auf Adeyemi konzentrierte. Er nützte das. Damit macht er auch in der Schweiz Schlagzeilen. Im Finish ersetzte ihn der 18 jährige Kroate Roko Simic. Der feierte sein Debüt in der Champions League. Ohne jede Hemmungen. Er  spielte mit, als sei er schon lange dabei.

Wenn etwas nicht in das Jubelbild passte, dann ist es der Tormann. Da bleibt ein Fragezeichen, ob Philipp Köhn einer ist, mit dem man auch absolute Topteams schlagen kann. Das Tor von Lille bei Salzburgs erstem Heimsieg ging auf sein Konto. Bim Ausgleich von Wolfsburg sah er nicht gut aus. Und nochmals in der zweiten Hälfte, Da hatte Köhn Glück, dass Wolfsburgs Schweizer Renato Steffen seinen Patzer nicht zum 2:2 nützte. Aber das war nachher kein Gesprächsthema mehr. Da gab es nur noch Riesenfreude beim Aushängeschild von Österreichs Fußball.

 

Foto: Red Bull Salzburg.

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