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Junuzovic, Austrias Tormann und ein Rapid-Titel blieben Randerscheinungen

Wenn Österreich auf den Weltmeister trifft und nicht verliert, dann bekommen andere Themen weniger Beachtung als normal. So passiert am Freitag. Etwa bei der Entscheidung von Zlatko Junuzovic, seine aktive Karriere zu beenden, die als Trainer zu beginnen. Etwas überraschend, da er auch mit 34 immer noch in der Lage wäre, bei jedem Klub in der Bundesliga Akzente zu setzen. Auch bei Meister Red Bull Salzburg, der seinen Vertrag nicht verlängerte. Weil das Nationalteam Freitag gegen ein internationales Topteam bestand, erinnerten sich viele daran, wie Junuzovic (Bild oben) eine erfolgreiche Zeit bei seinen 55 Länderspielen mitprägte. Nämlich die souveräne Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 unter Marcel Koller. Die enttäuschende Endrunde kann man auch mit der Verletzung von Junuzovic beim 0:2 gegen Ungarn nach 59 Minuten erklären, als es noch 0:0 stand. Gegen Portugal und Island konnte er nicht spielen, einen guten Plan B ohne Junuzovic hatte Koller nicht parat.

Der ehemalige Mittelfeldlenker bleibt in Salzburg. Vielleicht waren es neben dem perfekten Umfeld und der Infrastruktur auch familiären Gründe, die ihn dazu bewegten, dort seine Trainerlaufbahn zu beginnen. Als Assistent bei Liefering in der zweiten Liga. Einen Blick für Talente hat Junuzovic sicher. Das Paradoxe an seiner neuen Aufgabe: Junuzovic ist vier Jahre älter als der neue Liefering-Trainer, Fabio Ingolitsch. Kommende Woche beginnt die Vorbereitung.

Via „Bild“ kam Freitag fast gleichzeitig mit dem Anpfiff im Happel-Stadion die Meldung, dass Austrias neuer Tormann doch nicht Heinz Lindner heißen wird. Offenbar arbeitete sein Berater Max Hagmayr daran, dass seine bereits im Mai gestellte Prognose, mit der Rückkehr Lindners zu Violett werde es sich nicht ausgehen, stimmte. Den 22 jährigen Bayern-Ersatzkeeper Christian Früchtl kann sich die Austria eher leisten. Der deutsche Meister sicherte sich ein exklusives Rückaufrecht für den 1,93 Meter-Riesen, der am 14. Mai beim letzten Saisonspiel, dem 2:2 in Wolfsburg, in den letzten neun Minuten sein Bundesligadebüt feiern durfte. Was doch zu denken gibt, ist die Tatsache, dass Früchtl in der Saison 2020/21, als er an den 1. FC Nürnberg verliehen war, keinen einzigen Einsatz bei dem Zweiligisten bekam. Von der Körpergröße überragt Früchtl Lindner um sechs Zentimeter, Austrias bisherige Nummer eins, Patrick Pentz, sogar um zehn.

Kurz vor Schlusspfiff im Prater meldete sich Rapids Kommunikationschef Peter Klinglmüller mit einer Meldung, von der er selbst schrieb, dass sie im Schatten eines anderen Spiels in Wien stand, aber für Grün-Weiß doch sehr erfreulich war. Rapid kann gegen Salzburg doch noch Titel gewinnen. Wenn auch nur mit der Unter 16. Der gelang dies nach sechsjähriger Unterbrechung. Der offenbar hochtalentierte 2006er Jahrgang war am Ende punktegleich mit den Salzburger Hoffnungen, die direkten Duelle entscheiden. Hinspiel 4:2 gewonnen, Rückspiel nur 0:1 verloren- daher Meister Rapid. Mit einem Torjäger, der in 23 Spielen 27 Tore erzielte, damit auf einen Schnitt von 1,2 pro Match kam. Wenn er so weiter macht, müsste von Jovan Zivkovic noch einiges zu hören sein.

 

Foto: Servus TV/Neumayr Leo.

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