Der vierte Sieg beim Afrika-Cup in Marokkos Hauptstadt Rabat fiel Österreichs WM-Gruppengegner Algerien am schwersten. Als im Achtelfinale gegen Kongo alles schon nach einem Elfmeterschießen aussah, fiel eine Minut vor Ende der Verlängerung, doch noch das entscheidende Tor zum Aufstieg. Teamchef Vlado Petkovic konnte sich zu seinem goldenen Händchen gratulieren: Der nach 113 Minuten für Frankfurts Jungstar Farres Chaibi eingewechselte Adil Boulbina traf sechs Minuten später. Es war ein unhaltbarer Hammer von der Strafraumgrenze via Unterkante der Latte ins lange Eck. Der 22 jährige Boulbina spielt in Katar für Al Duhail, sein viertes Länderspieltor beim sechsten Einsatz war das wichtigste. Torhüter Luca Zidane blieb vor den Augen von Vater Zinedine auch bei seinem dritten Einsatz im Afrika-Cup ohne Verlusttor. Der Jubel über den ersten Viertelfinaleinzug seit 2019 war sehr groß.
Offensiv gelang Algerien diesmal wenig. Bei der größten Chance in der regulären Spielzeit scheiterte Wolfsburg-Stürmer Mohamed Amoura an Kongos Tormann Lionel Mpesi, ebenso Chaibi kurz vor seinem Austausch. Petkovic zog nach 70 Minuten die Konsequenzen, indem er den bis dahin wirkungslosen Altstar Riyad Mahrez austauschte. Aber erst der fünfte und vorletzte Joker stach für die Algerier, die Samstag im Viertelfinale mehr bringen müssen, um Nigeria auszuschalten. Die Nigerianer eliminierten im Achtelfinale Mosambik überzeugend mit 4:0 (2:0). Zweimal traf Goalgetter Victor Osimhen vom türkischen Meister Galatasaray Istanbul, einmal Ademola Lookmann. Den holte Österreichs Teamchef Ralf Rangnick während seiner Leipzig-Zeit in die deutsche Bundesliga, seit 2022 spielt Lookman in Italien bei Atalanta Bergamo.
Die anderen Viertelfinalpartien sind Mali gegen Senegal, Kamerun gegen Veranstalter Marokko und Ägypten gegen die Elfenbeinküste. Bei Kamerun kam Rapids Sorgenkind Martin Ndzie bisher nicht zum Einsatz. Im ersten Gruppenspiel saß er noch auf der Ersatzbank, danach gehörte er dreimal nicht zum Kader. Fitter als vor dem Afrika-Cup wird er bei der Rückkehr zu Rapid demnach nicht sein.
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