Fußball

„Kein blinder Optimismus“: Mählich arbeitet am Lustenau-Wunder

Das Endspiel um Uniqa-Cup zwischen Titelverteidiger Red Bull Salzburg und Austria Lustenau wird Freitag in Klagenfurter Wörthersee-Stadion das erste Fußballspiel in Österreich sein, in dem das  Corona-Konzept für Anwendung kommt. Für den Außenseiter wird es aber nicht deshalb ein ganz besonders sein: Austria Lustenau ist der erste Vorarlberger Klub, der zum zweiten Mal im Endspiel um Österreichs Cup steht. Der erste Anlauf hatte 2011 im Wiener Happel-Stadion mit 0:2 gegen Ried geendet. Tausende Lustenau-Fans waren damals in die Hauptstadt gekommen, diesmal hat Corona die „Fankarawane“ vom Ländle nach Kärnten verhindert.

Austria Lustenau hat sich daher etwas einfallen lassen. Die Fans  können am Finaltag zwischen 12 und 18 Uhr im Lustenauer Stadion Pakete für die ORF-Live-Übertragung am Abend abholen. Für 49 Euro gibt es nicht nur Fanschal, Klubfinale und Final-T-Shirt, sondern auch einige Flaschen Bier, Limonade, Popcorn, Chips und zwei Bratwürste. Aufgelegt wurden auch fiktive Finaltickets um 50, 20 oder zehn Euro, mit denen man das Wörther-Stadion mit 30.000 Zuschauern sozusagen virtuell füllen will. Mit der Hälfte des Kartenpreises kann der Käufer einen Traditionsklub, den er sich aussuchen darf, unterstützen. Zur Wahl stehen außer dem Finalisten selbst noch Austria Salzburg, der SAK, der Wiener Sportklub, die Vienna, der Favoritner AC, Simmering, SW Bregenz, Kufstein, Spittal/Drau, Flavia Solva, DSV Leoben, Stockerau, Krems, FC Linz und Eisenstadt.

Austria Lustenau steht zum zweiten Mal im Endspiel, der Trainer schon zum vierten Mal. Dreimal als Spieler von Sturm Graz mit zwei Siegen in der Trainerära von Ivica Osim (1997 2:1 gegen Zweitligist Vienna, 1998 nach 1:1 gegen den LASK 4:2 im Elferschießen) und einer Niederlagen (1998 im Hanappi-Stadion 1:3 gegen Ried), jetzt zum ersten Mal als Trainer. Da müsste ihm ein Wunder gelingen, sollte es den Triumph eines Zweitligisten geben, wie er zuletzt dem FC Kärnten 2001 unter Walter Schachner als Trainer mit 2:1 gegen Meister FC Tirol gelungen vor, zehn Jahre zuvor Stockerau unter Willi Kreuz mit dem legendären 2:1 gegen Rapid: „Wir arbeiten daran, ohne in blinden Optimismus zu verfallen“, hieß Mählichs Bestandsaufnahme vier Tage vor dem Endspiel, „es müsste uns alles gelingen, Salzburg nur sehr wenig!“ Aber immerhin: Bei Lustenau sind alle fit, Salzburg muss vielleicht sogar bis Saisonende auf seinen dänischen Verteidiger Rasmus Kristensen wegen einer Oberschenkelverletzung verzichten. Das wird zu verkraften sein. Damit dürfte Patrick Farkas erste Wahl sein, der beim letztjährigen Salzburger Finalsieg im Wörthersee-Stadion, dem 2:0 gegen Rapid, die Führung erzielt hatte.

Bei Lustenau haben drei Spieler eine Salzburger-Vergangenheit, wenn auch nur bei Liefering: Torhüter Domenik Schierl, der schon Mählichs Nummer eins war, als er Wr.Neustadt trainierte, der kroatische Innenverteidiger Dominik Stumberger und der routinierte Stürmer Lukas Katnik. Noch zu Zeiten, als es noch die Red Bull Juniors gegeben hatte. Er bekannteste und gefährlichste Lustenauer kommt aus Brasilien: Der 31 jährige Torjäger Ronivaldo. Als er bei der letzten Bruno-Gala der Spielergewerkschaft im Wiener Gartenbau-KIno als bester Spieler der zweiten Liga geehrt wurde (Bild oben), war er in Tränen ausgebrochen. In Erinnerung an Zeiten, in denen es schien, dass er nie mehr wird spielen können. Das war, als ihn die Wiener Austria 2015 von Kapfenberg geholt hatte. Da fiel er mit einer Schambeinentzündung  zwei Saisonen aus. In Lustenau fand er zu seinen Qualitäten als Strafraumstürmer zurück. Dass er seine erstes Cupfinale bestreiten wird,i st auch einer Leistenoperation, der er sich im Winter unterziehen musste, zu verdanken. Sonst wäre er wahrscheinlich an Ried verkauft worden. Die Transferrechte an Ronivaldo hat Hubert Nagel, Lustenaus ehemaliger Langzeit-Präsident.

Diese Saison erzielte Ronivaldo 16 Tore in Zweitligaspielen, sieben in vier Cuppartien. Alle fünf in der ersten Runde beim 5:0 in Oberösterreich gegen Stadl-Paura, den Siegestreffer im Achtelfinale zum 2:1 gegen den Floridsdorfer AC nach Verlängerung und im Semifinale das goldene Tor zum 1:0 gegen Wacker Innsbruck aus einem Elfmeter. Damit ist er  der Toptorschütze in diesem Cupbewerb. Ist Ronivaldo auch gut genug für ein Tor gegen  Salzburg? „Wenn er zu einer Chance im Strafraum kommen sollte, kann man ihm das durchaus zutrauen“, prophezeite Mählich, „aber er allein wird sicher nichts ausrichten können!“

Foto: VdF/Torrero.

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