Rapids Trainer Robert Klauß nannte es dämlich, wie die Tore kassiert wurden, die zur Derbyniederlage führten. Aber es gab mehrere Dinge, die ähnlich dämlich waren. Fakt nach nur einem Sieg in den letzten acht Runden und dem ersten verlorenen Derby unter Robert Klauß nach zwei gewonnenen: Kein Punkt, aber zwei Sperren. Denn Rapid gewann gegen die Austria nur in der Bilanz der gelben Karten. 6:1 unter den Spielern, 2:0 bei der Trainerbank. Nur bei gelb gegen Ercan Kara irrte Referee Julian Weinberger. Alle anderen waren vertretbar. Damit sind Derbytorschütze Mamadou Sangare und Dion Beljo nächsten Sonntag in Linz gegen den LASK gesperrt. Gelb sahen auch Klauß, dessen Dauerdiskussionen mit dem vierten Referee Alexander Harkam durchaus entbehrlich waren, und Assistent Thomas Kraus. Rapids Nervenkostüm ist angespannt.
Klauß überraschte schon vor dem Spiel mit dem Verzicht auf Kapitän Matthias Seidl in der Startelf. Er war zwar bei der Heimpleite gegen Wolfsburg durchaus nicht gut, aber das traf auch auf andere zu, die im Derby beginnen durften. Klauß erhoffte durch Isak Jansson und Nikolaus Wurmbrand mehr Dynamik als zuletzt, kündigte vor Anpfiff bei „Sky“ an, er erwarte merkbare Impulse von Seidl, wenn er von der Bank kommt. Aber dann wechselte Klauß ihn erst nach 75 Minuten ein. Sicher etwas zu spät. Dabei begann es für Grün-Weiß durchaus nach Wunsch. Sangare brachte mit seinem ersten Bundesligator Rapid nach einer halben Stunde in Führung. Ein wahres Gustostückl. Ein Schuss von Louis Schaub wurde von Aleksandar Dragovic geblockt, als Sangare zum Ball kam, stand er mit dem Rücken zum Tor. Er gaberlte ihn die Höhe, traf dann volley mit links aus der Drehung. Danach lief für Austria wenig, stand Rapid knapp vor der 2:0-Führung. Doch ein Schuss von Jansson, den Austrias Tormann Samuel Sahin Radlinger nicht gehalten hätte, traf Mitspieler Beljo. Ein individueller Fehler von Linksverteidiger Jonas Auer, ein Aussetzer, der bei ihm nicht zum ersten Mal passierte, brachte Austria drei Minuten vor der Pause ins Spiel zurück: Zunächst stoppte er den Ball schlecht, servierte ihn Reinhold Ranftl, dann attackierte Auer den Austrianer knapp innerhalb des Strafraums ungestüm, der die „Einladung“ zum Foul gerne annahm. Schiedrichter-Assistent Stefan Picher hob die Fahne, Weinberger zeigte auf den Elfmeterpunkt, VAR Walter Altmann meldete sich nicht. Domink Fitz traf genau ins Eck, ließ Rapids Tormann Niklas Hedl keine Chance (Bild).
Bezwang ihn zwei Minuten nach der Pause wieder einmal. Durch einen Freistoß, den Rapids Verteidiger Bendegüz Bolla unnötig verschuldete. Fitz traf von links mit rechts präzis ins lange Eck, hat damit jetzt 15 Scorerpunkte. Aber Hedl war schlecht postiert, sah nicht gut aus. Das Tor hätte nicht fallen müssen. Zwei Möglichkeiten zum Ausgleich gab es noch. Schaub vergab eine per Kopf, bei der zweiten legte sich Joker Seidl den Ball unnötig von rechts auf links, der Schuss wurde dann geblockt. Wieder nichts, zwar besser als gegen Wolfsberg, was nicht schwer war, aber doch zu wenig. Damit neun Punkte weniger als der Erzrivale. Da gilt es vieles zu überdenken und hinterfragen. Etwa, ob es statt Bolla oder auch Grgic nicht bessere Lösungen gibt.
Rapids nächster Gegner LASK schoss beim Aufsteiger GAK so wie eine Runde zuvor im Linzer Derby kein Tor, bliebt nach dem zweiten 0:0 hintereinander hinter Bau Weiß auf Rang sieben. Austria Klagenfurt schaffte im zweiten Spiel mit Martin Hinteregger das zweite Unentschieden, kann mit dem 1:1 (1:0) in Hartberg sicher etwas besser eben als die Steirer. Dennoch ärgerte es Trainer Peter Pacult, dass Austria-Leihgabe Muharem Huskovic sechs Minuten nach seiner späten Einwechslung mit seinem ersten Tor für Hartberg der späte Ausgleich gelang. Er sprach von zwei verlorenen Punkten.
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